Das Deutsche Weinlesefest und die Haiselscher

Vor einiger Zeit erreichte uns die folgende Anfrage:

Liebe Feucht-Fröhliche-Neustadter,

wieder geht ein Weinlesefest zu Ende und ich freue mich jetzt schon wieder darauf wenn es im nächsten Jahr wieder in Neustadt durch alle Gassen schallt:  die Haiselscher sind offen!
Ich wohne seit 15 Jahren hier in Neustadt und meine Frau und ich haben noch kein Weinlesefest - erst recht nicht den Winzerumzug ausgelassen.
Den ganz besonderen Flair bekommt das Fest natürlich durch die Haiselcher.
Ich möchte mich hiermit bei allen freiwilligen Helferinnen und Helfern bedanken - egal welchem Verein Sie angehören.
Das Fest ist ohne die Haiselscher nicht vorstellbar.
Aus diesem Grund habe ich versucht mir Informationen aus dem Internet zu besorgen - leider ohne großen Erfolg.
Also befragte ich in meinem Bekanntenkreis und in meinem Stammlokal sogenannte "Ureinwohner von Neustadt" nach den Haiselschern.
Die Folge der Nachfrage : Streit und Diskussionen - jeder hatte eine andere Meinung.

Ich möchte diese Meinungsverschiedenheiten aus der Weg schaffen und bitte Sie - wenn möglich - mir einige Fragen zu beantworten - oder mir eine Bezugsquelle zu nennen.

1. wie lange gibt es die Haiselscher schon?
2. welcher Verein hatte das erste
3. woher stammt die Idee eines solchen Weindorfes
4. waren die Haiselscher früher auf oder bei dem Festwiesenplatz in Winzingen aufgebaut
5. gab es noch andere Stellplätze außer Bahnhofsvorplatz und Festwiese
6. seit wann steht das Weindorf am Bahnhof NW
7. wie viele Vereine betreiben heute noch ein Haiselsche - und früher?

Diese Fragen möchten wir hier noch einmal für die Allgemeinheit beantworten:

Die Idee des Weindorfes auf dem Bahnhofsvorplatz geht zurück in die Zeit vor 1939 (vermutlich auf Initiative des Verlegers und damaligen Verkehrsvereins-Vorsitzenden Daniel Meininger, dem auch die Idee der Wahl der Weinkönigin zu verdanken ist). Die ersten Weinhäuser entstanden vermutlich in den Jahren 1936/1937, errichtet von der Stadt und dem Verkehrsverein. Bei Kriegsbeginn 1939 wurden sie beschlagnahmt und dienten an der französischen Grenze beim Bau des Westwalls als Unterkünfte für den Arbeitsdienst.

Nach dem gescheiterten Versuch eines Gemeinschaftsausschanks aller Weinbaugebiete auf dem Bahnhofsvorplatz (er wurde von den Besuchern nicht angenommen - da sich das Geschehen für die Prominenz im Saalbau und für 'das Volk' auf der Festwiese in großen Zelten abspielte), rief der Stadtrat Ende der 50er Jahre zur Privatinitiative auf zwecks Wiederbelebung des Weindorfes.

Das erste Weinhäuschen wurde dann im Jahre 1960 von den Feucht-Fröhlichen-Neustadter (FFN) erstellt. Es stand damals auf der sogenannten Hundewiese (heute Parkplatz der Autovermietung). Der Grund dafür war, daß die Bahn es auf dem Bahnhofsvorplatz nicht genehmigte, die Hundewiese aber der Post gehörte, die ihr Einverständnis gab. 1961 folgte die Trachtengruppe, später Freiwillige Feuerwehr, VfL und Singende Elf.

Ausser dem Bahnhofsvorplatz gab es nie einen anderen Stellplatz für das Weindorf (es wurde zwar zwischendurch in der Presse eine Verlegung zur Festwiese diskutiert, aber nicht realisiert).