Seefahrer tauchen in Neustadt unter

20 Marinesoldaten vom Paten-U-Boot U 26 aus Heimathafen Eckernförde angereist

Kurs Richtung Neustadt hatte die Besatzung des Neustadter Paten-Unterseebootes U 26 genommen. Auf Einladung der Stadt und der Feucht-Fröhlichen-Neustadter (FFN) waren die 20 Marinesoldaten aus ihrem Heimathafen Eckernförde angereist, um die seit 1974 bestehende Patenschaft mit neuem Leben zu erfüllen. Oberbürgermeister Dr. Jürgen Weiler hieß die Seefahrer am Freitagabend im Partnerschaftskeller der FFN willkommen. Er freue sich, daß nach längerer Zeit nun wieder einmal ein solcher Besuch zustandegekommen sei. Als Ausgleich für den harten Dienst an Bord wünschte der Oberbürgermeister den Gästen, von denen die meisten zum ersten Male in Neustadt weilten, einen angenehmen und fröhlichen Aufenthalt in der Patenstadt. Groß war die Freude des Bootskommandanten, Kapitänleutnant Ingo Buth, daß es ihm gelungen war, mit nahezu der gesamten Mannschaft zu kommen. Aufgrund oft wochenlanger Einsatzfahrten, den Dienst- und Ausbildungsplänen, Abordnungen zu anderen Einheiten und Urlaub sei dies nur selten möglich. Ihre "Kojen" hatten die Gäste aus dem Norden in Familien von FFN-Mitgliedern und Mitgliedern der DLRG-Tauchgruppe beziehungsweise des Tauchclubs. Langeweile gab es für die U-Bootfahrer nicht. Eine Stadtführung, der obligatorische Besuch auf dem Hambacher Schloß und eine Fahrt mit dem Kuckucksbähnel zum Burgfest in Erfenstein standen ebenso auf dem Programm wie das Kennenlernen der Pfälzer Lebensart bei einem Spießbratenessen mit Weinprobe im Weingut Eduard Müller und der Besuch des Haardter Weinfestes auf der Straße. Mit bei der Delegation war übrigens auch Maat Olaf Siebena aus Mußbach. Seit drei Jahren bei der Bundesmarine, fährt der 23jährige Zeitsoldat seit nunmehr sechs Wochen auf dem Patenboot seiner Heimatstadt Neustadt (feu)


Pfälzer Wein im Pokal gab's für die U-Boot-Fahrer aus Eckernförde im Keller der Feucht-Fröhlichen-Neustadter.

Quelle: Rheinpfalz vom 19.05.1993 Foto: Franck


Kaleu Buth meldet sich mit 21 Mann zur Stelle:

Patenschaft nicht untergetaucht


Die Besatzung des Patenschaftsbootes U 26 wurde vom OB Weiler und den Feucht-Fröhlichen-Neustadtern mit einem Glas Sekt begrüßt. Bei dem einen Gläschen sollte es nicht bleiben...

Neustadt. (bg) "Kapitänleutnant Ingo Buth mit 21 Mann wie verabredet in Neustadt eingetroffen!" so kurz war die militärische Meldung des U-26-Kommandanten an den Major der Reserve, Dr. Jürgen Weiler, im Hauptberuf Oberbürgermeister der Patenstadt des U-Boots. Weniger militärisch war danach die freundschaftliche Begrüßung der Marine-Soldaten durch die Freunde vom Tauchclub Baracuda und die Feucht-Fröhlichen-Neustadter, die für Unterkunft in ihren Familien gesorgt hatten. An der Bahnhofs.Open-Air-Bar gab es den ersten Kontakt mit Pfälzer Wein, der den Männern aus Eckernförde über den gesamten Aufenthalt in Neustadt und Umgebung reichlich offeriert wurde. Mit dem Partnerschaftsbeauftragten der Stadt, Peter Fröhlich, hatten die FFNler ein Pfalzprogramm organisiert, das von der U-Boot-Besatzung abschließend als "super" bezeichnet wurde. Der erste Abend in der Patenstadt war zum Beschnuppern und Kennenlernen, bei einem gemütlichen Beisammensein nach pfälzer Art im Partnerschaftskeller der FFN gab es schon bald keine Berührungsängste mehr. Gemeinsam ging es am Samstag zur Stadtführung und danach zur "politischen Weiterbildung" auf das Hambacher Schloß, von wo man anschließend per pedes in die Andergasse zum Spießbraten-Essen wanderte. Die Haardter Weinkerwe bei herrlichem Wetter vermittlelte dann die Pfälzer Weinstimmung bis in die frühen Morgenstunden. Mit dem Kuckucksbähnel fuhr die Truppe am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein ins Elmsteiner Tal. Beim Burgfest in Erfenstein konnten einige ihre Treffsicherheit beim Bogenschießen unter Beweis stellen. Den krönenden Abschluß des Patenschaftsbesuchs stellte der gemeinsame Abend in den Winzerstuben in Mußbach dar. Nach einer Kellerführung im Mußbacher Winzer hatte OB Weiler zu einem Abschlußabend eingeladen. Vor der gutgelaunten Gemeinschaft von U-Bootlern, Tauchern und FFNlern konnte er mit Überzeugung verkünden: "Die Patenschaft zwischen U-26 und Neustadt lebt. Es ist eine über Jahre gewachsene freundschaftliche Verbindung, die wir auch weiterhin pflegen werden." Neben etlichen Flaschen Wein überreichte er dem Kommandanten ein Bild vom Neustadter Marktplatz für die U-Boot-Messe. Einen großen Bahnhof gab es dann, als es für die U-Boot Besatzung hieß, Abschied zu nehmen von der Patenstadt: "Wir sehen uns am 4. Juni zur Stralsunder Woche !" Eine Delegation der FFN fährt zum Gegenbesuch nach Rügen, um dort die Pfalz mit einer großen Weinprobe zu repräsentieren.

Quelle: Stadtanzeiger vom 27.05.1993 Foto: bg