Beim Weinprobe-Abend vergaßen die "Schlutzer" Blick auf die Uhr

In Neustadt (Holstein) waren die Nächte lang -
Die beiden "NW-Kommunen" denken an engere Verbindung

Sonntag, 12.14 Uhr. Bahnhof Kiel. Auf dem Bahnsteig stehen, etwas übernächtigt, vier Besatzungsmitglieder des Unterseebootes 26 der Bundesmarine. Kommandant Kapitänleutnant Klaus Lüssow, Oberleutnant Uwe Bachmann und zwei weitere Seeleute winken dem Zug nach, der in Richtung Hamburg-Altona verschwindet. An Bord die Delegation aus Neustadt, welche das Paten-U-Boot in Neustadt (Holstein) besuchte. (Wir berichteten gestern kurz darüber). Auch den Pfälzern steht ins Gesicht geschrieben, daß der „Kameradschaftsabend" am Samstag in der Offiziersmesse, gestaltet und arrangiert von den Feucht-Fröhlichen Neustadtern, allen gefallen hatte; und man vergessen hatte, auf die Uhr zu sehen. Die Bilanz dieses Freundschaftstreffens konnte somit nur positiv ausfallen: Die Soldaten von U 26 und die Zivilisten aus der Patenstadt waren sich ein gut Stück nähergekommen, die Kontakte wurden noch enger geknüpft.
Rund zwei Dutzend „Feucht-Fröhliche" hatten sich mit dem Bus auf die Fahrt nach Neustadt gemacht, man hatte an alles gedacht: Kreszenzen aus der Neustadter Gemarkung, Wein als Gastgeschenk, ein Faß mit Rebensaft, eine Hammondorgel, um die musikalische Ausgestaltung des Abends zu sichern. Es wurde eine runde Sache, was sich ab 19 Uhr in der Messe abspielte. Zur lockeren Stimmung trug wesentlich die Weinprobe bei, die 16 Kreszenzen beinhaltete. Die Stadtratsmitglieder, welche mit Weinbau befaßt sind, hatten großzügiger Weise Weine zur Verfügung gestellt.
Oberbürgermeister Dr. Brix, welcher erst am Samstagmorgen in Hamburg zur Neustadter Gruppe gestoßen war, skizzierte kurz die Entwicklung der Patenschaft zwischen der Stadt und dem U-Boot. Der Stadtrat schließe in Kürze eine Legislaturperiode ab. Einstimmig hätten die Fraktionen des Gremiums beschlossen, noch vor der Kommunalwahl der Paten-Besatzung einen Besuch abzustatten, um zu zeigen, wie ernst man diese Verbindung nehme. In Neustadt sei man an einer lebendigen Partnerschaft interessiert, sie solle sich nicht in leeren Formeln erschöpfen. Brix: „Wir haben uns sehr gefreut, daß Sie einige Male in Neustadt waren, die Offiziere und auch die Mannschaft. Ich kann Ihnen versichern, wir hängen mit sehr viel Herz an dieser Patenschaft. Wir legen größten Wert darauf, daß es bei dieser Freundschaft bleibt".
Lob hatte der Oberbürgermeister für die FFN bereit, welche ohne Zögern bereit gewesen sei, diesen Einsatz in Neustadt (Holstein) im Dienste der Partnerschaft zu absolvieren. Da auch der Oberbürgermeister der gleichnamigen Stadt an der Ostsee, Hans-Joachim Birkholz, anwesend war, konstatierte Dr. Brix, die Beziehungen zwischen beiden Städten seien gut; trotz einer Episode. Vor zehn Jahren sollte nämlich das holsteinische Neustadt die Europa-Fahne bekommen. Durch einen Irrtum bedingt wurde sie der pfälzischen Kommune verliehen. Doch das minderte nicht das gute Verhältnis zwischen den beiden Orten „Marke NW".
Daß die Neustadter zu den Seeratten nicht mit leeren Händen gekommen waren, ist selbstverständlich. Für jeden Mann der Besatzung gab es das Buch „Neustadt, Beiträge zu einer pfälzischen Stadt". Besonderes Präsent: Die Neustädter Fahne wird künftig ihren Platz am Ostseerand haben. Zudem gab es zwei Kisten Wein für die Boots-Mannschaft und für die Gäste dieses Abends die bei uns bestens bekannten Weinkoffer. (Brix: „Natürlich in Schwarz, wie es sich bei uns gehört").
Der holsteinische Amtskollege von OB Brix nahm den ihm hingeworfenen Ball auf; er stellte in wenigen Sätzen „seine" Stadt vor (16 000 Einwohner), Und dann bekundete Birkholz das Interesse, mit (unserem) Neustadt in engere Verbindung zu treten: „Es würde mich freuen, wenn die Kontakte geknüpft würden, die eigentlich geknüpft werden müßten. Wir haben eine Partnerschaft mit einer Stadt in Dänemark und nehmen diese sehr ernst. Aber wir sollten nicht vergessen, daß wir die Verbindung zwischen Städten innerhalb der Bundesrepublik auch pflegen sollten. Vielleicht könnten wir heute eine Verbindung anknüpfen, die dann in den nächsten Monaten zu intensivieren ist."
Die Verbrüderung zwischen Zivilisten und Soldaten war längst (sofern nicht schon früher geschehen) vollzogen, als „Herr Kaleu" (so FFN-Präsident Alfred Schilling) unter dem Beifall der weinfrohen Schar feststellte: „Wir können uns gar keine bessere Patenstadt wünschen als Neustadt. Sie sind bei uns jederzeit herzlich willkommen. Wir freuen uns, wenn Sie zu uns in den etwas grausamen Norden kommen". Lüssow versuchte den rhetorischen Lapsus auszubügeln:...in den etwas unfreundlichen Norden".Dann gab es ein gefälliges Gastgeschenk der Mariner für die Neustadter Delegation: Ein Schiffsmodell. Dr. Brix tat später kund, man werde von der Stadt noch einen Scheck nachreichen, welcher für die Kameradschaftskasse der Männer von U 26 gedacht ist. Die „Stiftung" ist wohl angebracht, schließlich haben die „Patenschaftler" alles aus eigener Tasche aufgebracht, den Zuschuß aus einem Fond einmal abgezogen.
Aus Neustadt waren zwei Männer der Marinekameradschaft mitgereist. Selbstverständlich hatten auch sie ein Geschenk mitgebracht. Was von Kapitänleutnant Lüssow voll Freude entgegengenommen wurde.
Und dann wurde das Weinfaß der FFN angestochen; und der Inhalt natürlich bis auf den Grund geschlutzt. Dann lagen sich viele Freunde in den Armen, aus Neustadter (Pfalz) Sicht ein bekanntes Bild.

Schiff ahoi! U 26 sticht mit der ersten Gruppe der Neustadter Delegation in See. Auf dem Befehlsstand neben dem Kommandanten und Stadtratsmitgliedern auch Oberbürgermeister Dr. Brix

Der Wind fegte die Binnenländer kräftig durcheinander, als sie auf die Rückkehr des Bootes warteten. Ansonsten hatte die  Neustadter Gruppe Glück: Am Samstagnachmittag brach die  Sonne durch die Wolken

Eine ordentliche Figur machte der Kommandant in der "Ehrenschürze", welche ihm die Feucht-Fröhlichen Neustadter übergaben

Ein prachtvolles Bild: Das Paten-U-Boot der Stadt Neustadt verläßt den Hafen in Neustadt (Holstein) und nimmt Kurs auf die Ostsee. Der Wellengang war gemäßigt, die Landratten überstanden somit unbeschadet die rund zweistündige Über- und Unterwasserfahrt im U-Boot

Das Los mußte entscheiden, wer mit dem U-Boot 26 auf zweistündige Fahrt gehen durfte. Entsprechend den Sicherheitsbestimmungen konnte nur eine begrenzte Zahl von Zivilisten an Bord, es gab doppelt so viele Interessenten wie freie Plätze. Wer eine Null zog mußte an Land bleiben.

Quelle: Rheinpfalz vom 29.03.1979
Fotos: B. Franck


Stadtrat in Holstein

Patenschaft mit Untersee-Boot vorangekommen

Die Partnerschaft zwischen der Stadt Neustadt und dem Paten-Untersee-Boot der Bundesmarine ist ein Schritt vorangekommen, die „Wiederbelebungsversuche" hatten Erfolg.

Diesen Eindruck konnte man gestern als Bilanz des zweitägigen Besuchs des Stadtrats in Neustadt in Holstein mit nachhause nehmen. Herzlichkeit und Aufgeschlossenheit kennzeichneten die Begegnung zwischen den 22 Männern der Bootsbesatzung und den rund vier Dutzend Mitgliedern des Stadtrats sowie Begleitpersonen aus, der Verwaltung mit Oberbürgermeister Dr. Brix an der Spitze.

Ein informativer Aufenthalt in Hamburg stand am Freitag auf dem Programm der Neustadter Delegation. Am Samstagmittag traf die Gruppe dann in der am Ostseestrand gelegenen Stadt ein, wo sie auf dem Bahnhof von Mitgliedern der Bootsbesatzung abgeholt wurde. Nachmittag und Abend verbrachten die Mariner und Kommunalpolitiker gemeinsam, wobei zwei Ereignisse herausragten: Die Neustadter hatten Gelegenheit, das U-Boot, die Arbeit und Aufgaben der Besatzung bei zwei Fahrten in die Ostsee kennenzulernen, wobei das Schiff auch zweimal auf „Tauchstation" ging. Die dabei gewonnenen Erfahrungen der Gäste auf einen Nenner gebracht: sie waren beein-druckt als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Stimmung war Trumpf am Abend, als die Feucht-Fröhlichen-Neustadter (sie waren mit zwei Dutzend Mann in einem Bus angereist) in der Offiziersmesse eine sechzehnteilige Weinprobe kredenzten und auch für den musikalischen Rahmen sorgten. Die fachlichen Erläuterungen, mit Humor und Witz dargeboten, gab FFN-Präsident Alfred Schilling.

Gestern vormittag besuchte die Neustädter Delegation bei Kiel das U-Boot-Ehrenmal Laboe, bevor sie die Heimreise antrat. (Wir werden über den Besuch bei der Besatzung des Paten-U-Bootes in unserer morgigen Ausgabe noch berichten).

NORBERT KNOLL

Quelle: Rheinpfalz vom 26.03.1979


Meine Meinung

Neuanfang gemacht

Es war eine gute Sache, daß sich der Stadtrat von Neustadt auf den Weg machte, um die Besatzung des U-Bootes 26, mit dem seit einigen Jahren eine Patenschaft besteht, zu besuchen. Einerseits trug diese zweitägige Stippvisite sicherlich zur Vertiefung der Beziehungen zwischen den Soldaten und den Zivilisten bei; sie machte auch die Anforderungen, denen sich die Besatzung eines Unterseebootes ausgesetzt sieht, transparenter; weckte auch erheblich mehr Verständnis für die Aufgaben der Bundesmarine, für die Beanspruchungen dieser militärischen Einheit, als es viele Fachvorträge vermocht hätten.

Der Kommandant U 26 ist voll des Lobes über die Patenschaft zwischen der Stadt und der Besatzung des Schiffes. Er sieht keinerlei Ansatzpunkte, an denen man diese Verbindung noch enger, besser, erfolgsträchtiger gestalten könnte. Das ehrt den Kommandant. Doch darüber darf man nicht vergessen: Seit die Patenschaft feierlich besiegelt worden war, lief nicht alles so reibungslos bei dieser Verbindung ab. Die Partnerschaft stand über lange Zeit mehr auf dem Papier als praktisch mit Inhalt erfüllt zu werden. Und das ist einfach zu wenig. Wenn man schon solche Kontakte knüpft, muß man sie auch ständig festigen, intensivieren. Nur dann hat eine Patenschaft einen Sinn.

Nachdem man zeitweilig die Zügel mehr oder minder schleifen ließ, ist inzwischen ein Neuanfang gemacht. Die Patenschaft sollte sich aber nicht darauf beschränken, daß einmal im Jahr die Bootsbesatzung nach Neustadt zum Weinlesefest kommt, einmal eventuell eine Abordnung aus NW einen Abstecher nach Kiel aufs Programm setzt. Vielleicht gibt es auch noch andere Möglichkeiten, um vor allem die Partnerschaft ein bißchen mehr in den Herzen der Bürger (und nicht nur der Offiziellen) zu verankern. Ob man etwa aus der Bevölkerung jemand findet, der für einige Tage einen Mann der Bootsbesatzung zu einem Aufenthalt in Neustadt einlädt? Gaststätteninhaber, welche einem U-Bootler einen Kurzurlaub in Neustadt ermöglichen? Man darf schließlich nicht vergessen/daß die Männer fast ausschließlich alles, was an Kosten im Zusammenhang mit der Patenschaft anfällt, aus eigener Tasche bezahlen müssen. Die Crew läßt sich also diese Patenschaft im wahrsten Sinn des Wortes etwas kosten. Und mit Reichtümern sind die Seeleute im Dienste des Vaterlandes gewiß nicht gesegnet.

Interessant war bei dem Besuch der Neustadter Delegation in Norddeutschland eine Beobachtung am Rande. Die Mitglieder der im Stadtrat vertretenen Fraktionen sorgten für ein annehmbares Klima in der Delegation. Krampf beim Umgang miteinander, wie in den letzten Jahren häufig zu registrieren, war nicht zu spüren. Man gab sich menschlich. Denn ich hatte früher schon einmal angekreidet: Bei allen sachlichen Differenzen muß man bereit und fähig sein, sich bei einem Glas Wein zusammenzusetzen und auch die anderen - trotz gegenteiliger Meinung - zu akzeptieren. Und das war bei dieser Fahrt zweifellos der Fall.

NORBERT KNOLL

Quelle: Rheinpfalz vom 27.03.1979


Information vor Unterhaltung

Neustadter bekamen Einblick in die Aufgaben der U-Boot-Waffe

Als eines der modernsten und teuersten Mittel der Streitkräfte qualifizierte Oberleutnant Uwe Bachmann die U-Boot-Waffe. Beim Besuch des Neustadter Stadtrates in Neustadt (Holstein), bevor die Feucht-Fröhlichen-Neustadter den Startschuß zum weinfrohen Abend abfeuerten, gab der Offizier, zur Besatzung von U 26 gehörend, einen kurzen Überblick über die Aufgaben der Marine, speziell natürlich der Unterseeboote. Verständlich, daß sich der Vortrag mehr in allgemeinen Darlegungen erschöpfte, denn in präzisen Zahlenangaben. Man ist ja schließlich nie sicher, ob der Gegner vielleicht etwas doch noch nicht weiß.

Die Sowjetunion, so Bachmann, sei in den letzten zehn Jahren auf dem Sektor der Maritimrüstung besonders aktiv gewesen. Die Aufgaben der bundesrepublikanischen U-Boote reichen von der Sicherung der Ostseezugänge bis zum Schutz der zur Bundesrepublik führenden Seeverkehrswege. Die Boote gehören zur 500-Tonnen-Klasse, "den Bedürfnissen, in der Ostsee zu operieren, optimal angepaßt" (Bachmann). Die Boote seien mit hochwertigen Waffensystemen bestückt. Resümee des Oberleutnants: "Die U-Boote sind Seekriegsmittel par excellence zum Schutze unseres Landes".

Den Sonntagvormittag nutzten die Kommunalpolitiker aus der Pfalz zu einem Besuch am U-Boot-Ehrenmal Laboe. Die Delegation war vom Hotel mit einem Bus der Bundesmarine abgeholt, nach Laboe und dann nach Kiel zum Hauptbahnhof gebracht worden. Am Freitag, nach der Ankunft in Hamburg, war eine Rundfahrt durch den Hafen organisiert. Mehr Informationen über diesen Welthafen zu erhalten, war in der zur Verfügung stehenden Zeit kaum möglich. Das war nicht zuletzt einem mit viel Wissen und Humor ausgestatteten Barkassenführer zu verdanken. Bei dem von der FFN gestalteten Kameradschaftsabend in der Offiziersmesse gäbe es viele nette Kleinigkeiten zu berichten. Nicht besonders zu erwähnen braucht man wohl den vorbildlichen Service, für den die Männer der Feucht-Fröhlichen in ihren schmucken Uniformen sorgten. Die Männer der Marine waren jedenfalls von dem begeistert, was die "Paten" an diesem Abend geboten hatten. Und so ganz nebenbei munkelten die Seemänner hinter vorgehaltener Hand, man werde diese einmalige Erfahrung mit den Neustadtern den Kameraden anderer U-Boote mitteilen, welche ebenfalls Partnerschaften unterhalten; um deren Verbindungen so vielleicht zu intensivieren.

Nachdem ein paar Unzulänglichkeiten von einigen Gästen bemängelt worden waren (beim Mittagessen fehlten die Servietten; na und?), stellte Kommandant Klaus Lüssow so nebenbei klar, daß es für seine Männer nicht gerade einfach gewesen war, das Treffen mit den Neustadtern noch akkurat vorzubereiten: freitags waren die Männer erst von einer 14tägigen Einsatzübung von See zurückgekommen. Und hatten sich trotzdem, das muß man ausdrücklich feststellen, alle Mühe gegeben, um den Pfälzern einen netten Aufenthalt zubereiten. Und das erkannten dann auch (später) alle uneingeschränkt an.

Quelle: Rheinpfalz vom 28.03.1979


"Patenschaft ist intakt"

Gespräch mit U 26-Kommandant, Kapitänleutnant Klasu Lüssow

Im April ist es genau ein Jahr, seit Kapitänleutnant Klaus Lüssow (35) das Kommando von U 26 (NATO-Typen-Bezeichnung S 175) übernommen hat. 1965 hatte Lüssow seine Karriere bei der Bundesmarine begonnen, 1969 folgte der Erstkontakt zum Waffensystem U-Boot. Nach einem dreijährigen Studium in Kalifornien wurde Klaus Lüssow Kommandant von U 26, zu dessen Besatzung vier Offiziere, fünf Portepeeoffiziere und 13 Unteroffiziere gehören. Heimathafen von U 26 ist Kiel.
Der Besatzung gehören ausschließlich Berufs- und Zeitsoldaten an. In Neustadt in Holstein hat eine U-Boot-Lehrgruppe ihren Standort, die Schüler werden auf den U-Booten in der Praxis ausgebildet.
Kapitänleutnant Klaus Lüssow war bisher einmal in der Patenstadt Neustadt, beim Weinlesefest im vergangenen Jahr. Und das Ereignis haben Kommandant und Mannschaft noch in bester Erinnerung. Mit Sicherheit, so Lüssow, werde man auch beim Weinlesefest 1979 in der Pfalz auftauchen. Doch nicht zu Unrecht hatten Mitglieder des Stadtrates vorgeschlagen, die Mariner sollten in diesem Jahr zum Besuch des Andergasserfestes kommen. Sollten die Termine für Einsätze oder Übungen einen solchen Abstecher nach Neustadt zulassen, kann man die Crew bereits im Mai im Ortsteil Hambach begrüßen.
Interessant ein Gespräch mit Kapitänleutnant Klaus Lüssow zum Thema Patenschaft einer Stadt zu einem U-Boot allgemein, speziell natürlich auch zum Verhältnis Neustadt - U 26. Patenschaften seien gerade für dieses Waffensystem wichtig, um das Ideengut der Marine in der Bundesrepublik zu fördern, um Veständnis für die Aufgaben dieser Waffengattung zu gewinnen. Deshalb hätten auch alle U-Boote Patenschaften mit Städten in Süddeutschland. Durch solche Verbindungen, so Lüssow weiter, hätten außerdem die Besatzungen die Möglichkeit, Kontakte zu Zivilisten zu knüpfen: „So entstehen dann Freundschaften, die wir als Soldaten unbedingt brauchen, um unsere Arbeit transparent zu machen und in der Gesellschaft nicht isoliert dazustehen."
Klaus Lüssow bescheinigte der Patenschaft zwischen Neustadt und der Besatzung seines U-Bootes ausdrücklich (und mehrfach), sie sei seiner Ansicht nach hundertprozentig intakt. Er habe seit seinem Antritt als Kommandant von U 26 ein „ausgezeichnetes Verhältnis zwischen meinen Männern und den Spitzen der Stadt, aber auch den anderen Bürgern registriert". „Wir sind eigentlich, wie die ganze Sache läuft, rundum glücklich und zufrieden", erklärte der Kapitänleutnant mit Überzeugung. Aus seinen Kenntnissen heraus dürfe er behaupten, die Verbindung Neustadt - U 26 sei „eine der aktivesten Patenschaften eines U-Bootes der Bundesmarine zu einer Stadt". Intensiver, so Klaus Lüssow, könne eine Patenschaft kaum gestaltet werden. no.

Seit einem Jahr ist er Kommandant von U 26: Kapitänleutnant Klaus Lüssow, der die Patenschaft zwischen Neustadt und seiner Besatzung sehr positiv beurteilt.

Quelle: Rheinpfalz vom 28.03.1979
Foto: B. Franck