Karneval / 1954-1959


1954

Nicht weniger umfangreich als das Jahr 1953 war für die FFN die Karnevalskampagne 1954. Was aus der Zeit jedoch herausragt, war die sich "anbahnende Beilegung der Feindseligkeiten mit dem KV.", die die Presse überschrieb: "FFN macht wieder mit."

Erstmals wurde mit dem "Weltachsschmierer" beim Karnevalsumzug in Ludwigshafen mitgewirkt und großes Lob erzielt.

Herausragendes Ereignis: Ein Kappenabend auf der Waldmannsburg, worüber in der Presse wie folgt berichtet wurde: "Angeregt durch den großen vorjährigen Debüt-Erfolg hatten die FFN zu einem Kappenabend in ihrer Hofburg die ihnen zugetane Neustadter Narrenwelt um sich versammelt. Natürlich, daß zu einem solchen Ereignis sehr viele Gäste gekommen waren, um den ersten offiziellen Auftritt der närrischen Nebenregierung Neustadts zu erleben, zumal sich diese im Vorjahr bereits ihre Sporen verdient hat. Mit karnevalistischer Pünktlichkeit gab Präsident Hermann Bach den Startschuss in ein fröhliches Faschingstreiben und es dauerte nicht lange, bis alles schunkelnd und lachend die neuen Karnevalsschlager sang. Mitten hinein platzte ein Minister der FFN mit der Nachricht, daß soeben ein französischer Presseattachee mit dem Hubschreiber gelandet sei und über seine jüngsten Erlebnisse am Ort der Außenministerkonferenz Berlin berichteten möchte. Wohl selten wurde ein Pressevertreter so laut und so stürmisch begrüßt. Seine Erlebnisse waren Blüten echten Humors, gewürzt mit politischer Satire. ... Alles in allem; Ein wohlgelungener Abend der den FFN sicher neue Freunde gewonnen hat."

1954 wurde ein bei der FFN inzwischen zur Tradition gewordener Brauch begründet. Die Feier des "Vatertages", wobei sich bei einer Diskussion starke Bedenken der wirklichen Väter Gehör verschafften. Es scheint sich dann aber, wie die Bildnachlese zeigt, doch zum Guten gewendet zu haben. Zwischenzeitlich ist dieser "Vatertag" bei den FFN nicht mehr wegzudenken, zumal er in glücklicher Art und Weise mit den heutigen Zielen des Vereins aufs engste verbunden werden konnte.

Der Weintanker

Zum Deutschen Weinlesefest 1954 wurde wohl einer der schönsten Festwagen der FFN gebaut:

Der Weintanker

Hier gilt es, Heinrich Eberle zu gedenken, der uns einen alten Lastwagen zur Verfügung stellte, auf den - oder vielmehr um den herum - der Weintanker gebaut wurde.
Länge: 18 m; Geschwindigkeit: 30 Knoten; Tiefgang: sehr.
Das Protokoll vermerkt, daß sich beim Bau in hervorragender Weise der "Vice" Alfred Schilling hervorgetan hatte. Wie konnte es auch anders sein?
Die Taufe dieses Weintankers nahm übrigens im Kreise einer illustren Gästeschar ein echter Kapitän der Holland-Amerika-Linie vor, der von der fest originalgetreuen Nachbildung begeistert gewesen sein soll. Kurios, aber wahr; in diesem Jahr wurden erstmals die Frauen und Bräute der FFN-ler tätig. Sie richteten für den 18.12.1954 ein Saumagenessen aus, das mithin grundlegend für die Festigung der Gemeinschaft wurde. Spontan wurde beschlossen, diese Handhabung beizubehalten. ... Es klappte bis auf den heutigen Tag. Deswegen auch an dieser Stelle:
Ein Lob der holden Weiblichkeit!

1955

 

Das Jahr 1955 begann mit der Schlüsselübergabe durch Herrn Oberbürgermeister Hartmann. Die Karnevslskampagne wurde gemeinsam mit dem KV 1840 bestritten, die ihren Höhepunkt in der Sitzung vom 5.2.1955 unter dem Motto

08/15 - gestern und heute

hatte. Hieraus diese Bildnachlese mit Hana Lührs, Alfred Schilling und Peter Korb.
Erwähnenswert ist die Teilnahme der FFN am Karnevalsumzug in Mannheim mit dem Weintanker, für die die damalige Pfalzweinwerbung 40 Ltr. Wein zur Verfügung stellte, der an die Zuschauer ausgegeben wurde.

Am 16.5.1955 nahm der amtierende Präsident der FFN eine Stellung im Rheinland an, die ihn zwang, sein Amt niederzulegen. Die FFN verliehen ihrem Hermann Bach, der bis zur Stunde einer der Treuesten geblieben ist, die Ehrenpräsidentschaft. Hermann Bach wurde abgelöst in der Sitzung vom 22.7.1955 durch Alfred Schilling.
Mit beiden  ist die Geschichte der FFN  auf‘s  Engste verbunden.
Bezeichnend für die Dynamik des neuen Präsidenten Alfred Schilling war dar Bau eines Festwagens zum Deutschen Weinlesefest, der unter der Bezeichnung "Der Weinpanzer" lief. Und so sah er aus ...

Zu diesem Weinpanzer sei Seite 76 des Protokollbuches abgedruckt: "Nach mühevoller Arbeit konnte endlich am Vorabend des Tages des Umzuges unser Panzer fertiggestellt werden. Schönheitsfehler werden vor Zugaufstellung beseitigt. Die Fahrt bis zum Kohlplatz verlief reibungslos. Jedoch auf der Kohlplatzbrücke verließ uns das Glück, denn der Motor versagte. Nach eingehenden Untersuchungen hat man festgestellt, daß im Kühler zu wenig Wasser ist und dieses kochte. Man füllte kaltes Wasser nach, doch dies half nichts. Der Panzer mußte von der Besatzung mit Hilfe der Feuerwehr zur Stadtwaage geschoben werden. Man beschloß, den Panzer schleppen zu lassen nach dem Motto: Er muß im Festzug mitfahren, wie spielt keine Rolle. Nachdem ein LKW vorgefahren wer, gab es eine Überraschung. Alle schrien vor Freude auf, denn das Glück hat uns nicht verlassen, der Motor lief wieder." Und er lief noch einige Jahre.

1956

Mit diesem Weinpanzer wurde bei 12 Grad Kälte am Fastnachtsumzug in Ludwigshafen am 12.2. teilgenommen. Teilnehmer waren weiter viel Glühwein und pro Mann 1/2 Ltr. Weinbrand. Aus Spenden von verschiedenen Seiten für diesen Einsatz konnten Veranstaltungen bestritten werden, für die das Protokollbuch auf den Seiten 83 bis 94 auszugsweise zitiert werden soll: "Wie alljährlich, so soll auch in diesem Jahr eine Herrenpartie an Christi Himmelfahrt stattfinden. Folgende Tour wurde festgelegt: Königsmühle - Kaltenbrunnertal - Hellerhütte - Totenkopf - St. Martin oder Maikammer. Essen und Trinken wird von der Kasse bezahlt unter Berücksichtigung, daß der Kassenbestand von DM 200,- nicht überschritten werden darf."
"Es war ein Vergnügen wiederum dem Vatertag beizuwohnen. Morgens um 8.00 Uhr traf sich der Club am Kiosk des Reisebüros. Der Wettergott hat uns in diesem Jahr nicht gut gewollt. Ein feiner Regen ging nieder. Da wir in den letzten Jahren an diesem Tag manchmal Regen hatten, beschlossen wir nach der Devise "Auf Regen folgt Sonnenschein" unsere Tour anzutreten. Was nicht fehlen durfte, war eine Korbflasche Wein, die in einem Kinderwagen transportiert wurde." "In sämtlichen Gasträumen waren alle Stühle besetzt. Nur auf dem Flur war noch eine Ecke zu bekommen, die für uns alle reichte. Nach den Strapazen, die wir an diesem Tage mitgemacht hatten, war es für jeden eine Wohltat, hier seine müden Glieder auszuruhen. Durst und Hunger waren diesmal nicht groß. Gegen 19.00 Uhr raffte sich die Meute wieder auf, um im "Ochsen" in Maikammer ein gutes Abendessen einzunehmen. Durch die Unterhaltung verging so schnell die Zeit, daß sogar der letzte Bus nach Neustadt versäumt wurde. Ein reiner Zufall war es, in einem Lokal einen Fahrer zu treffen, der einen Volkswagenbus besaß. Da der Fahrer betrunken war, beschloß Erich Faber von Maikammer aus nach Hause zu laufen. Alle anderen waren damit einverstanden, den Bus zu benutzen. Der Fahrpreis belief sich auf DM 10,-. Dem Fahrer wurde klargemacht, daß fast alle von uns Kinder hätten und mit ganzen Knochen in Neustadt landen möchten."
Familienausflug - Pfingsten 1956.
"An diesem Tag standen uns 6 Autos zur Verfügung, um den Familienausflug durchführen zu können. Morgens um 8.30 Uhr hatte sich ein Teil unserer Mitglieder mit Frauen und Kindern am alten Turnplatz eingefunden, um an diesem Ausflug teilzunehmen. Strahlender Sonnenschein verschönte den Tag. In gemütlichem Tempo bahnten wir unseren Weg durch das Elmsteiner Tal nach Johanniskreuz. An einer Wiese, die etwas von der Hauptstraße abseits lag, schlugen wir für mehrere Stunden unsere Zelte auf. Der Zweck dieser Pause war ein Sektfrühstück. Nachdem der Sekt durch die Kehlen geflossen war, wollte uns ein Feldhüter von diesem netten Platz mit der Begründung verjagen, wir hätten das Gras zusammengetreten und dies könne nicht mehr für das Vieh verwendet werden. Da er infolge einer Meuterei nicht mehr mit uns zurecht kam, wollte er den Besitzer der Wiese herbeirufen. Dies war inzwischen nicht mehr nötig, weil zwei Polizisten mit einem Motorrad, die unserem Streit von Weitem zugesehen hatten, dem Feldhüter zu Hilfe eilten. Nach langem hin und her mußten wir uns der Gewalt beugen und für die zertrampelte Wiese eine Entschädigung von DM 10,- bezahlen und das Plätzchen verlassen."

1957

Wie weit bereits im Jahre 1957 die FFN ihrer Zeit voraus war, zeigen die obenstehenden Aufnahmen des Festwagens beim Deutschen Weinlesefest.
Mit einer Weinrakete unter dem Motto "Gibt's uff'm Mond erst Pfälzer Wein, wird ewig blau der Himmel sein" symbolisierten sie den Start zum Mond.
Die Weinrakete FFN-NW-57 mit Karnevalsprinz Christel Mayer war denn auch der Schlagerwagen verschiedener Karnevalsumzüge.

1958

Reblaus

Frost

Atom

Reblaus - Frost - Atom

das waren die Angelpunkte des Jahres 1958.
Sie inspirierten die Feucht-Fröhlichen-Neustadter zum
Bau eines Hubschraubers, dessen Kopf eine
Reblaus, dessen Schwanz aber letztlich doch eine
Flasche Pfälzer Wein war.

"Trotz Reblaus, Frost, Atomgetümmel...
mit Pfälzer Wein im siebten Himmel"

war das Motto des Festwagens beim Deutschen
Weinlesefest, den wir mit dem obigen Bild in
Erinnerung rufen.

1959

Der Jahrhundertwein des Jahres 1959 inspirierte die Feucht-Fröhlichen-Neustadter zum Bau des "Weinseglers" unter dem Motto "Pfälzer Wein in aller Welt".
Die imposanten Ausmaße lassen die beiden Aufnahmen aus der "Werft" erkennen.
Im fertigen Zustand war er nicht nur ein Glanzstück beim Deutschen Weinlesefest, sondern auch bei den Umzügen in Mannheim und Landau.