Weinlesefest mit Änderungen

Mit kleineren Veränderungen will die ausrichtende Tochtergesellschaft der Stadt das Deutsche Weinlesefest in Neustadt attraktiv halten. Es wird in diesem Jahr von 30. September bis 10. Oktober gefeiert, das Weindorf "Haiselscher" öffnet bereits am 23. September. Es soll künftig von der Anordnung mehr zum Rummel auf dem Bahnhofsvorplatz hin geöffnet sein. Auf ein Festzelt wird in diesem Jahr verzichtet. Bei der Organisation des Bühnenprogramms löst der Radiosender Antenne Pfalz den bisherigen Anbieter RPR ab. Neu hinzukommen sollen Radio-Livesendungen vom Fest von 12 bis 14 Uhr. (pse)

Quelle: Rheinpfalz vom 12.07.2011


Blick vom Bahnhof auf Fachwerk

Eine Öffnung des Weindorfs zum Schausteller-Bereich hin soll die wichtigste Änderung beim Deutschen Weinlesefest vom 30. September bis 10. Oktober sein. Zum gestern vorgestellten Konzept gehören auch ein neuer Partner für das Bühnenprogramm und der Verzicht auf das Festzelt, das durch ein "kleines Weindorf" ersetzt werden soll.
Von einem "ständigen Reformprozess, um attraktiv für die Gäste zu bleiben", spricht Beigeordneter Georg Krist (FWG), Aufsichtsratsvorsitzender der Fest-Veranstalters Tourist, Kongress und Saalbau GmbH (TKS). In diesem Jahr ändere man jedoch ein bisschen mehr als sonst. Vor allem von der leicht modifizierten Anordnung auf dem Festplatz erhofften sich TKS, Weindorf-Betreiber und Schausteller große Effekte. Die bisher relativ klare Trennung in der Bahnhofstraße habe nicht sonderlich einladend gewirkt, so TKS-Geschäftsführerin Dagmar Loer. Die "Haiselscher" als Spezialität des Festes sollten künftig für die vom Bahnhof kommenden Gäste auf den ersten Blick zu erkennen sein.
Erreicht werden soll dies, indem das Holzhaus der Feucht-Fröhlichen Neustadter (FFN), vom Bahnhof her kommend das erste links, zum Rummel hin einen zusätzlichen Außenausschank erhält. Die gegenüber angesiedelte Trachtengruppe habe damit in der Vergangenheit schon Erfahrungen gesammelt, so Loer. Der Durchgang zwischen diesen beiden "Haiselscher", eine Hauptachse für Besucher, werde zwar nicht breiter, aber besser einsehbar, weil der dort angesiedelte Crêpes-Stand in Richtung Saalbau verlagert werde.
Stärker als bisher auf dem Fest gehalten werden sollen damit die Gäste, die die Krönungsveranstaltungen im Saalbau verlassen, so Krist. Künftig würden sich auch die neugewählten Hoheiten auf dem Saalbau-Balkon zeigen. Krist verglich es gar mit dem Ergebnis der Papstwahl: "Habemus reginam". Von der ursprünglichen Idee, die Wahlen per Großbildleinwand auf das Fest zu übertragen, sei man aber abgekommen.
Ein großes Festzelt wird es in diesem Jahr auf dem Bahnhofsvorplatz nicht mehr geben. Viele Jahre hatte dieses der Karneval-Club Neustadt/Deidesheim bewirtschaftet, im vergangenen Jahr hatte es mit der saarländischen Firma Reichelt einen neuen Betreiber an neuem Standort gegeben. Als "gute Ergänzung zu den Haiselscher" hatte Loer dieses Angebot damals noch eingeordnet, heute hört sich das ganz anders an: "Das war eine Zelle in sich, die nicht ins übrige Fest integriert war." Die Firma wäre wiedergekommen, habe jedoch kein Angebot mehr erhalten. Eine Art Ersatz soll das "kleine Weindorf" des Speyerer Schaustellers Andreas Barth sein, das 455 Quadratmeter groß auf dem Parkplatz beim Taxistand aufgeschlagen werde und für Zugreisende der erste Festeindruck sein wird. Zu ihm gehören ein größeres Holzhaus und überdachte Unterstände, wie Heiko-Alexander Geist, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Neustadt/Landau, sagte. Er begrüßt die Änderungen ebenso wie Mario Di Noi (Feuerwehr) als Vertreter der Weindorf-Betreiber.
Das Bühnenprogramm, das es im Vorjahr im Festzelt gegeben hatte, wird somit 2011 fehlen. Stärker als zuletzt "bespielt" werden soll aber die Bühne im Weindorf. Dort löst der Neustadter Radiosender Antenne Pfalz als Organisator nach vielen Jahren RPR aus Ludwigshafen ab. Es habe keine Zwietracht, aber "in der Gruppe den Wunsch nach Veränderung" gegeben, ordnet Loer dieses von der TKS und den sechs "Haiselscher"-Betreibern mitfinanzierte Angebot ein. "Wir versuchen, in Zukunft eines dazuzubekommen", betont Di Noi mit Blick auf die Ausschankstellen in Fachwerkoptik.
"Mittags stand die tolle Bühne im Weindorf leer, wir wollen sie schon um diese Zeit mit Leben füllen", beschreibt Antenne-Pfalz-Chef Heiko Kaiser ein Grundprinzip des neuen Konzepts. Dazu solle jeden Abend Livemusik kommen, vor allem von regionalen Bands. "Was gut funktioniert hat, behalten wir bei", sagt er mit Blick etwa auf den Auftritt der Gruppe "Schuckeria" am Abschlusstag. Für die Bühnen-Belebung mittags soll von montags bis freitags, 12 bis 14 Uhr, die live vom Weinfest übertragene Radiosendung mit dem Titel "Schaufenster Neustadt" sorgen: Dabei kämen Vertreter aus Politik oder Einzelhandel zu Gesprächs- und Vorstellungsrunden nach vorn. (pse)

Quelle: Rheinpfalz vom 12.07.2011


Die Latte liegt hoch

VON PATRICK SEILER

Ein großer Wurf sind die Änderungen beim Weinlesefest nicht - aber den braucht es ja angeblich auch nicht.

Die Tourist, Kongress und Saalbau GmbH als Veranstalterin betont immer, mit dem Festverlauf zufrieden gewesen zu sein - es bleibt ihr auch nichts anderes übrig. Manche Neustadter und andere Gäste murren hingegen, bemängeln fehlendes Flair und gerade unter der Woche fehlenden Andrang. Sie übersehen teilweise, dass hier auf einem begrenzten Raum in der Innenstadt weder an ein stimmungsvolles Dorfweinfest noch an einen Riesenrummel wie den Wurstmarkt angeknüpft werden kann. Irgendwo dazwischen müssen die Neustadter ihren Weg finden. Ob sie diese schwierige Aufgabe stets optimal erfüllen, ist fraglich.
In diesem Jahr gibt es kleinere Änderungen, die kleinere Verbesserungen bringen könnten. Eine Öffnung des Weindorfs leuchtet ebenso ein wie ein Verzicht auf das Festzelt, das im Vorjahr teils ein Fremdkörper blieb. Ein guter Ansatz ist auch der Plan, mittags die Bühne zu füllen. Ob sich eine Radiosendung dafür eignet, ist indes fraglich, tanzende Kindergartenkinder wären besser. Über Interviews mit Ladeninhabern viele Leute anzuziehen, ist eine Herausforderung - zumal gesichert sein muss: Das Ganze darf nicht zur reinen Werbeplattform werden. Beigeordneter Georg Krist legt schließlich die Latte hoch: Es gehe um "Neustadts wichtigste Veranstaltung mit Alleinstellungsmerkmal bundesweit".

Quelle: Rheinpfalz vom 12.07.2011


Weihnachtsmarkt: 150.000 Gäste in Partnerstadt Lincoln

Der größte Weihnachtsmarkt Europas lockte bis gestern Abend über 150.000 Besucher in Neustadts britische Partnerstadt Lincoln. Nachdem der Markt im vergangenen Jahr wegen des extremen Winterwetters ausgefallen war, hatten sich die Bürger Lincolns und ihre Gäste besonders auf die Winterwelt zwischen Burg und Kathedrale gefreut.
Seit 1982 ist der Weihnachtsmarkt ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Hauptstadt der Grafschaft Lincolnshire. Den Anstoß gab kurz vor Weihnachten 1981 der Besuch einer Delegation von Ratsmitgliedern aus Lincoln, die vom Neustadter Weihnachtsmarkt derart begeistert waren, dass sie so etwas auch in ihrer Heimat wollten. Die Erfolgsgeschichte begann mit elf Buden, und bei der diesjährigen Auflage waren es satte 260 "Stalls", wie die Briten sagen. Von Anfang an mit einem Stand dabei ist der Verein "Feucht-Fröhliche Neustadter" (FFN), so auch diesmal. Am Donnerstagabend hatte Andreas Günther, Sprecher der Neustadter Stadtverwaltung, als Vertreter von Oberbürgermeister Hans Georg Löffler den Weihnachtsmarkt in Lincoln zusammen mit der dortigen Bürgermeisterin Kathleen Brothwell eröffnet. "Es ist eine Ehre, so etwas machen zu dürfen", schwärmte er. (ffg)

Quelle: Rheinpfalz vom 05.12.2011


Weihnachtsmarkt als ein nationales Ereignis

Am zweiten Wochenende im Advent werden in der Neustadter Partnerstadt rund zehn Millionen Pfund umgesetzt

Der Weihnachtssmarkt in der Neustadter Partnerstadt Lincoln "ist ein Ereignis, das in ganz England beachtet wird", erzählt Andreas Günther. Der Sprecher der Stadt hat Neustadt bei der Eröffnung vergangene Woche vertreten.
Der Neustadter Weihnachtsmarkt brachte 1981 Lincolner Ratmitglieder auf die Idee solch einen Markt in Lincoln anzubieten. 1982 war der erste Weihnachtsmarkt in der Partnerstadt, inzwischen hat er das Vorbild längst überrundet.
"Der Weihnachtsmarkt erstreckt sich über den ganzen oberen Teil der Stadt, in dem Bereich zwischen Kathedrale und Burg stehen in allen Gassen und Straßen Buden", berichtet Günther. Mit etwa 260 Ständen wurde in diesem Jahr ein neuer Rekord erreicht.
Wie Günther erklärt, ist der Lincolner Weihnachtsmarkt in verschiedene Bereiche aufgeteilt. So gebe es einen Bereich mit "sehr schönem, hochwertigen Kunsthandwerk", das in Gebäuden der Burg und an Ständen präsentiert werde. In einem anderen Bereich würden eher kommerzielle Produkte, wie beispielsweise blinkende, rote Mützen, angeboten. Auch ein kleiner Jahrmarkt mit Riesenrad, Boxauto und Karussells sei Teil des Lincolner Weihnachtsmarkts.
Zum umfangreichen Angebot an Essen und Trinken gehören kulinarische Spezialitäten, berichtet Günther. Nicht fehlen darf Glühwein, der in England sowohl als "Gluehwine", wie auch als "Mulletwine" bekannt sei. Verkauft wird der Glühwein vor der Burg von der Lincolner Sektion der Feucht-Fröhlichen Neustadter (FFN). Die FFN selbst ist alljährlich mit einem großen Weinstand im Burghof vertreten. Insgesamt seien sechs Stände aus Deutschland beim Lincolner Weihnachtsmarkt dabei gewesen.
Der ist jeweils am zweiten Advents-Wochenende von Donnerstagabend bis Sonntag. "Die Eröffnung ist schon ein Ereignis", erzählt Günther. Zu Beginn ist ein "even song", dies ist ein Wortgottesdienst in der Kathedrale. Die zahlreichen Vertreter des öffentlichen Lebens, die an diesem Gottesdienst teilnehmen, "gehen dann an das Westportal, davor warten richtig viele Menschen, bis sich das Portal öffnet", erzählt Günther. Danach beginne die offizielle Eröffnung mit Reden und Musik.
Etwa 150.00 Besucher waren in diesem Jahr beim Lincolner Weihnachtsmarkt. Wie Günther berichtet, waren 500 Reisebusse angemeldet und 10.000 Park & Ride-Plätze ausgewiesen. "Der Lincolner Weihnachtsmarkt ist ein Frequenz- und Umsatzbringer, man schätzt, dass an diesem Wochenende rund zehn Millionen Pfund in der Stadt umgesetzt werden", verrät Günther. (ann)

Quelle: Rheinpfalz vom 06.12.2011


Etwas angesäuert statt feucht-fröhlich

Weihnachtsmarkt-Erlebnisse in Lincoln - Feucht-Fröhliche Neustadter wünschen sich mehr Unterstützung

Von Steffen Gall

Feucht war's nicht, als die Feucht-Fröhlichen-Neustadter (FFN) Ende vergangener Woche in Lincoln ankamen. Vielmehr war das Wetter für diese Jahreszeit richtig großartig. Von fröhlich konnte aber auch keine Rede sein: Wieder mussten sich die Repräsentanten jener Stadt, die einst quasi der Auslöser für den Weihnachtsmarkt in Lincoln war, einen Parkplatz im Burghof erstreiten. "Jedes Jahr das Gleiche", stöhnt FFN-Vorsitzender Werner Maas.
Dabei hatte er bereits früh im Jahr per E-Mail um einen solchen Parkplatz gebeten. "Weil wir ja viele Sachen zu transportieren haben. Und weil wir am Ende gut wegkommen müssen, damit wir unsere Fähre bekommen, sonst kommen wir nämlich nicht mehr heim", erklärt Maas. Aber der Stress mit dem Parkplatz war diesmal nicht das einzige Problem. Viel schlimmer: Die Gäste von der Weinstraße sollten vor Ort plötzlich noch mehr als die sowieso schon nicht gerade schmalen 3000 Euro Standgebühr berappen. Weil sie im Antragsformular ein Kreuz falsch platziert hatten und ihr Stand damit nicht nur eine Verkaufstheke nach vorne, sondern auch zur Seite haben sollte. Und mehr Platz zum Verkauf bedeutet: höhere Standgebühr. Die Neustadter wollten aber nur nach vorne raus verkaufen. Werner Maas war jedenfalls auf 180. "Ich war stinkig ohne Ende", sagt er rückblickend. Er habe deshalb damit gedroht, nicht mehr wiederkommen zu wollen, wenn das so weitergehe.
Immerhin: Alles nahm ein gutes Ende. Der gewünschte Parkplatz wurde schließlich zur Verfügung gestellt - auch dank der Hilfe des Präsidenten der FFN-Sektion Lincoln, Paul Brewer. Und für den Stand mussten die FFN auch nicht mehr als sonst bezahlen. So hatten die pfälzischen Gäste von Donnerstag bis Sonntag wie immer viel Spaß mit ihrem Stand auf dem riesigen Weihnachtsmarkt zwischen Burg und Kathedrale, der diesmal wohl mehr als 200.000 Besucher anlockte. "Wenn ich weiß, dass ich am Ende auch wieder gut rauskomme, kann ich das total genießen. Es war einer der besten Weihnachtsmärkte in Lincoln, die ich je erlebt habe. Die Atmosphäre ist immer wieder einmalig", betont Maas.
An den Worten des Neustadter FFN-Chefs ist leicht zu erkennen: Der Mann ist begeistert von der Veranstaltung in der britischen Partnerstadt. Er betont, dass er "jetzt nicht alles schlecht machen und auch nichts Böses will". Aber man müsse auch mal ansprechen können, wenn nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen sei. Deshalb sagt er: "Nach vielen Jahren der Partnerschaft fehlt uns so ein bisschen die Unterstützung - sowohl dort in Lincoln als auch von der Stadt Neustadt." Immerhin miete der Verein jährlich einen Bus mit Anhänger, fahre mit 18 bis 25 Leuten rüber und mache Werbung für Neustadt. "Manche denken vielleicht, wir verdienen uns dort eine goldene Nase, aber das stimmt nicht", sagt Maas. Rund 25.000 Euro koste der Trip pro Jahr. "Und soviel muss man dann erst einmal einnehmen", gibt das FFN-Ehrenmitglied Gerd Reif, einer der Urväter des FFN-Engagements in Lincoln, zu bedenken. Ziel ist jedes Jahr, am Ende nichts drauflegen zu müssen, und das habe bisher auch gut funktioniert.
Aber für den Aufwand, den die FFN betreiben, würden sie sich von ihrer heimischen Stadtverwaltung "ein bisschen Hilfestellung" wünschen, wie Reif sagt. Er meint damit "keine finanziellen Mittel", sondern eher, bei den Behörden in Lincoln ein gutes Wort zur richtigen Zeit an richtiger Stelle einzulegen. Oder "kleine Zugeständnisse" zu machen, wie Maas es formuliert.
Mit diesen Aussagen von der RHEINPFALZ konfrontiert, zeigt sich Neustadts Verwaltungssprecher Andreas Günther zwar etwas überrascht, dass die FFN-Verantwortlichen ihre Probleme nicht einfach mal mit ihm oder der Stadtverwaltung besprochen hätten. Er zögert dennoch nicht zu betonen, "dass wir natürlich gerne bereit sind, unsere Kontakte zu Lincoln einzusetzen." Denn das Engagement der FFN sei eine tolle Sache. "Der Verein nimmt sich Jahr für Jahr die Zeit und auch das Geld in die Hand und repräsentiert Neustadt. Das ist ein außergewöhnliches Engagement, und deshalb sind wir gerne bereit zu helfen", fasst Günther zusammen.
Fazit: Die FFN rennen bei der Stadt offene Türen ein und können auf Unterstützung hoffen. Ist doch prima, schließlich macht der Verein in Lincoln seit dem ersten Weihnachtsmarkt im Jahr 1982 mit.

Quelle: Rheinpfalz vom 08.12.2011