Neue Abteilung „Neustadt Ward"

NEUSTADT/LINCOLN (asa). Einen weiteren Meilenstein in den Beziehungen zwischen Neustadt und Lincoln setzten die Offiziellen beider Städte am Montag. Mit der Einweihung eines neuen Bauabschnitts des Krankenhauses, die nach der Partnerstadt den Namen „Neustadt Ward" tragen wird, wurden zugleich erste Kontakte zwischen dem englischen Hospital und dem Hetzelstift geknüpft. Zu der Neustadter Delegation zählte aus diesem Grund neben Oberbürgermeister Dieter Ohnesorge und dem Beigeordneten Georg Jungmann auch Chefarzt Dr.. Sievers, der die Gelegenheit zu Gesprächen mit Kollegen nutzte.
In kurzen Grußworten bedankten sich OB Ohnesorge und Dr. Sievers für die Einladung und überreichten Bücher und Bilder als Schmuck für die neue Augenabteilung des „County Hospital". Ein gemeinsames Präsent der FFN-Sektionen Neustadt und Lincoln übergaben die Präsidenten Alfred Schilling und Don Smith: Video-Gerät und Monitor sollen der Aufzeichnung von Operationen dienen, ein Bild vom Neustadter Marktplatz anschließend die Schmerzen vergessen machen.
Mit einem Empfang in der Guild Hall der Stadt, zu dem auch die FFN-Mitglieder Günter Pein und Helmut Fecht geladen waren, klang am Dienstag der Besuch aus. Natürlich gehört auch eine 16teilige Weinprobe der Lincolner FFN dazu.


Den Namen Neustadts trägt die neue augenklinische Abteilung des Krankenhauses in Lincoln. Bei der Einweihung OB Dieter Ohnesorge, Sheriff Norah Baidock und Bürgermeister John Plant (von rechts); im Hintergrund Dr. Sievers (Mitte) und Georg Jungmann (links).

Quelle: Rheinpfalz vom 07.05.1987
Foto: Ken James


Stadt-Chefs üben sich in pfälzischer Wort-Artistik

Engländer Ireland im Sprach-Wettbewerb mit dem Norddeutschen Ohnesorge - Lincolns Bürgermeister gibt Empfang in Neustadt


Präsente für den Gast aus Lincoln: Unser Bild zeigt von links FFN-Chef Alfred Schilling, Ortrud Ohnesorge, Charles und Jocelyne Ireland sowie OB Dieter Ohnesorge.

NEUSTADT (asa). Das größte Lob kam vom Oberbürgermeister: „Ihr Pfälzisch ist um einiges besser als meins", sagte Dieter Ohnesorge am Freitagabend zu seinem Amtskollegen, dem Lincolner Mayor Charles Ireland, bei einem Empfang im Partnerschaftskeller der Feucht-Fröhlichen-Neustadter.
Daß dieses Prädikat auch wirklich zutrifft und warum dies so ist, davon konnten sich an diesem Abend die vom Lincolner Stadtoberhaupt geladenen Gäste überzeugen. Lang war die Liste von Namen derjenigen Neustadter, zu denen Charles Ireland seit nunmehr 17 Jahren enge Kontakte unterhält - und er konnte nicht einmal alle nennen. Erwähnen mußte er aber doch einige, an der Spitze die Familie Germanus Berger, bei denen er vor 17 Jahren mit seiner Familie auf der Rückreise von einem Italienurlaub „hängenblieb". Tochter Sabine Berger war es auch, die mit einigen Freundinnen für das dem Anlaß angemessenen kalte Buffett im FFN-Keller sorgte.
Natürlich war auch der Schauplatz nicht ohne Grund gewählt: Charles Ireland stand der FFN-Sektion Lincoln als erster Präsident vor. „Die Liebe zur Musik", so Ireland, habe schließlich zu guten Verbindungen zur Neustadter Liedertafel geführt, seine Arbeit im Partnerschaftskomitee Lincolns ihm die Bekanntschaft vieler Neustadter Stadträte und Offiziellen gebracht. Stellvertretend für alle nannte er Stefan Hafen, Klaus Römer und Hermann Weiß, „der einzige Neustadter, der es bisher zum 'Sir' brachte". Letztlich sei den früheren und jetzigen Oberbürgermeistern Dr. Brix und Ohnesorge für ihr Engagement in Sachen Partnerschaft zu danken. Auf diesen Abend habe er fast zwei Jahrzehnte, seit seinem ersten von vielen Besuchen in Neustadt, hingearbeitet. So sei dies wohl zugleich die „am längsten geplante Party, die es jemals gegeben hat". Er wolle mit dieser Einladung diejenigen Neustadter ehren, die über all die Jahre so freundlich und herzlich zu ihm gewesen seien.
Neben Oberbürgermeister Dieter Ohnesorge, der Charles Ireland eine „bekannte und beliebte Persönlichkeit" nannte, die in ganz besonderer Weise mit der Stadt verbunden sei, hatte zu Beginn auch Neustadts FFN-Präsident Alfred Schilling das Wort ergriffen. Er zeigte sich davon überzeugt, daß sich im kommenden Jahr der Amtszeit von Bürgermeister Charles Ireland die Beziehungen zwischen Neustadt und Lincoln noch weiter verbessern werden. Damit er das schwere Amt besser durchstehen könne, überreichte Schilling Ireland ein Paket original pfälzer flüssiger „Medizin", „eine besondere Mischung, für jeden Monat eine andere Flasche", so Schilling. Eine ähnliche „Medizin" wurde natürlich auch am Freitagabend gereicht, um das anstrengende Programm durchzustehen, das Mayor Charles Ireland mit seiner Frau Jocelyne, Stadtdirektor John Thomas und die Sekretärin des Bürgermeisters am Wochenende durchzustehen hatte. Heute morgen geht es nach der offiziellen Verabschiedung nach Lincoln zurück, doch schon im September wird Charles Ireland an der Spitze einer Delegation des Stadtrats erneut Neustadt besuchen.

Quelle: Rheinpfalz vom 13.07.1987
Foto: Franck


Alfred Schilling 60

Dinge so sagen wie sie sind

Wer wissen will, worüber er sich schon freuen kann, wenn er am Morgen die Augen aufschlägt, der bekommt zu hören: „Über meinen Verein." Ein Vereins-Meier ist er dennoch nicht. Die Dinge so einfach auszudrücken, wie sie sind und dafür gerade zu stehen, ist nur eine der sympathieweckenden Eigenschaften von Alfred Schilling (Foto), seit 32 Jahren Präsident des Vereins der „Feucht-Fröhlichen-Neustadter" (FFN). Am heutigen Freitag nun wird er 60 Jahre alt.
An der sprichwörtlichen Bescheidenheit des Mannes, der dem Vereinsleben der Stadt schon bald nach dem Krieg ein beispielhaftes Gepräge gegeben hat, ist nicht zu rütteln. Und es paßt zu ihm, wenn er wissen läßt, daß er alle Worte des Lobes umgehend weiterzugeben gedenke - an seine Frau Edeltraud, seine beiden Töchter - und natürlich die Freunde im Verein.
Hervorgetan hat sich der am 21. August 1927 in Neustadt geborene Sohn des Ingenieurs Theo Schilling aber nicht nur als Gründungsmitglied und „Chef" der „FFN". Alfred Schilling, der 1951 die Meisterprüfung im Elektromechaniker-Handwerk ablegte und 1965 den renommierten elterlichen Betrieb in Neustadt übernahm, engagierte sich auch frühzeitig für seinen Berufsstand: Seit 1953 ist er Beisitzer im Gesellen- und Meisterprüfungs-Ausschuß für Elektromechaniker bei der Handwerkskammer der Pfalz.
Seine Vorstellungen vom „aktiven Bürgertum" verwirklichte er besonders augenfällig als Präsident der über die pfälzischen Landesgrenzen hinaus bekannten weinkulturellen Vereinigung der „FFN", die sich vorrangig um die Pflege heimatlichen Brauchtums und die Partnerschaft zu Lincoln bemühen und die Verbindung zum Paten-Unterseeboot U 26 und zu Neustadts Paten-Airbus A 310 der Lufthansa aufrecht erhalten. Nicht unerwähnt bleiben darf das soziale Engagement für alte und behinderte Menschen über Jahrzehnte hinweg.
Mit in Gang gesetzt haben Alfred Schilling und seine „FFN"-Freunde 1977 die Einrichtung des Bürgerhauses in der Fröbelstraße und mit ihrem stilvoll-gepflegten „Partnerschaftskeller" eine auch für die Stadt bedeutende, aus eigenen Mitteln finanzierte Begegnungsstätte geschaffen.
In Anerkennung seiner außergewöhnlichen Leistungsbereitschaft wurde Alfred Schilling 1973 die Goldene Ehrennadel der Stadt Neustadt verliehen. Weil er es sich für seine Heimatstadt nie leicht gemacht hat, ist ihm gerade zur Wende in das nächste Lebens Jahrzehnt viel Kraft zu wünschen und zugleich etwas mehr Zeit für kleine Pausen.
INGA MARIA SÄFTEL

Quelle: Rheinpfalz vom 21.08.1987


Hoch lebe das Geburtstagskind!

Vater der FFN wird 60 - Alfred Schilling seit 1955 dabei

Neustadt (wk). Was wären die Feucht-Fröhlichen-Neustadter (FFN) ohne „ehrn Vadder", den nimmermüden Präsidenten Alfred Schilling, der als Gründer und über 22 Jahre FFN-Chef scheinbar mühelos die Fäden zieht? Zwar gäbe es diese Organisation - 1953 bereits ins Leben gerufen - aber eben ohne jenen findigen Kopf, der die FFN „grenzenlos berühmt" gemacht hat. Nicht nur, weil sie allgegenwärtig bei Patenschaftstreffen im In- und Ausland, Weinfesten und Veranstaltungen ist, sondern weil Alfred Schillings „zweite Frau" sein Lebenswerk prägt.
Edeltraud Schilling, seit 1954 dem Elektromechanikermeister angetraut, ist recht selten eine schmucke FFN-Beigabe in der Öffentlichkeit. Sie hat Geschäft und Haushalt zu verwalten. Vor allem aber den Ehemann zu betreuen, wenn er recht selten „ein Gastspiel zu Hause gibt."
Morgen wird Alfred Schilling, Vater von zwei Töchtern und Großvater einer Enkelin, 60 Jahre „jung".
Die Gästeliste ist lang. Über 150 Gratulanten haben sich angesagt, um dem gebürtigen Neustadter beim Empfang im FFN-Partnerschaftskeller die Hand zu drücken. Es gäbe noch viel über das Geburtstagskind zu berichten, doch das hieße Eulen nach Athen tragen. Kaum einer in der Region kennt Alfred Schilling nicht, der das Winzerdorf auf dem Bahnhofsplatz wieder zum Leben erweckte, die Idee einer Weinköniginnen-Allee in die Tat umsetzte und für die Pflege heimischen Brauchtums 1973 mit der Goldenen Ehrennadel seiner Heimatstadt belohnt wurde.
Daß der Motor der FFN dabei noch Zeit für sein Holzschnitzer-Hobby findet, ist kaum zu glauben.


Mit dem Hammer den Treibsatz gezündet

Faß mit 87er Wein angeschlagen - Vereine stimmen sich auf das Weinlesefest ein - „Haiselscher" offen

„Meine Damen und Herren, de Neie laaft!" Das verkündete, assistiert von Präsident Alfred Schilling, nach sechs forschen Schlägen und einem recht gefühlvollen Nachschlag Oberbürgermeister Dieter Ohnesorge am Freitagabend kurz nach 20 Uhr beim traditionellen Faßanstich im Partnerschaftskeller der Feucht-Fröhlichen-Neustadter. Damit war Neustadts schönste Jahreszeit wieder eingeläutet. „Neustadt wacht auf. Es ist, als würde in jedem ein Treibsatz gezündet", bemerkte beifallumrauscht das Stadtoberhaupt, dem es bereits zum sechsten Male vorbehalten war, den Küferschlegel anzusetzen.
Und umgehend stellte der am Tag der „Haiselcher-Eröffnung" stark engagierte Oberbürgermeister das in über fünfjähriger Amtszeit erworbene Fachwissen unter Beweis, indem er wissen ließ, daß der 87er Jahrgang nach seinen neuesten Informationen wunderschöne, säurereiche Kabinettweine verspreche. Sprach's, nahm noch einen Schluck des Neuen -Lage Hambacher Schloßberg, Rebsorte Ortega, 76 Grad Oechsle - und düste Richtung Winzerdorf. Vor dem weinfröhlichen Teil des Abends mit den vielen FFN-Freunden aus Neustadt und der englischen Partnerstadt Lincoln hatte Präsident Schilling noch einmal Rückblick auf die Vereinsaktivitäten gehalten und allen Helfern gedankt.
Ihren   Markenzeichen   Wein,   Gesang und Humor blieb die Singende Elf auch treu, als sie den Haiselcher-Auftakt wie erstmals im Vorjahr fernab des Weindorfes in ihrem Domizil im Branchweiler feierte. Mit von der Partie waren rund hundert Gäste, begrüßt vom Vorsitzenden Heinz Dörr, darunter OB Dieter Ohnesorge, der Stadtdirektor von Lincoln, John Thomas, sowie Bürgermeister Framenau und Beigeordneter Handrich. Von munteren Liedern der Singenden Elf animiert, erklomm man in gemütlicher Atmosphäre eine sinnigerweise elfteilige Weinleiter vom trockenen Müller-Thurgau bis zu 81er Königsbacher Idig, Optima Beerenauslese aus der Winzergenossenschaft Königsbach, Gekonnt geführt wurden die Pröbler vom Direktor der LLFA, Dr. Adams, dem auch im 14. Jahr dieses Amtes bei der S 11 zu Historie und Kultur des „Lebensmittels Wein" wieder Neues und Bemerkenswertes eingefallen war. Bevor ein Essen und ein trockener Mußbacher Eselshaut-Reparaturtrunk die Weinzungen wieder auf die Erde zurückbrachten, hatte Rolli Müller vom Karnevalsverein Frankenthal mit seinem Spitzenvortrag als „Sanitäter in der Bütt" die Stimmung auf den Kulminationspunkt getrieben, zugleich aber die Hausherren daran erinnert, daß für sie in wenigen Wochen mit dem Auftakt der närrischen Kampagne „der Ernst des Lebens" wieder beginnt.
Unter dem Motto „Unser Land ist vierzig, wir trinken Riesling süffig und würzig" präsentierten die „Woisträßler" zur Eröffnung ihres Weinhäuschens am Freitagabend ihren Mitgliedern und Freunden ein wahres „Riesling-Feuerwerk". Nicht nur die kredenzte Weinprobe, sondern auch das von Günther Schönig kreierte Menü waren völlig auf den Riesling zugeschnitten. Besonderheit der Probe war, daß die zehn Weine aus den neun Neustadter Ortsteilen und einer Weinlage der Kernstadt stammten. Während Vorsitzender Peter Fröhlich die „technischen" Charakteristika der Weine vorstellte, hatten die Ortsvorsteher und der Oberbürgermeister die Gelegenheit, ihre Ortsteile und deren Weinlagen ins beste Licht zu rücken. Zur Freude aller Anwesenden entwickelte sich zwischen den „Konkurrenten" ein lebhaftes Wechselgespräch mit (nicht ganz ernst zu nehmenden) Seitenhieben. Dazwischen nahm Harry Ehresmann, Hauspoet der „Woisträßler", mit Gedichten zu den einzelnen Proben den „Streitgesprächen" die Spitze. Der Bogen der Probe reichte von drei QbA-Weinen über drei Kabinettweine und drei Spätlesen bis hin zu einem 1983-er Eiswein aus dem Heimatortsteil der „Woisträßler", aus Haardt. Peter Fröhlich konnte neben den Ortsvorstehern oder ihren Vertretern (nur Lachen-Speyerdorf fehlte) und Oberbürgermeister Dieter Ohnesorge, die sozusagen Programmbestandteil waren, auch das komplette  Stadtvorstandskollegium  und einige Besucher aus Lincoln begrüßen.
Zum 25. Mal schenkt die Trachtengruppe Neustadt mit ihrem Weinhäuschen am Bahnhofsvorplatz zum Weinlesefest aus. Ehrengast bei der Eröffnungsfeier am Freitagabend war Arno Scheurer von der Staatskanzlei in Mainz, mit dem die Trachtengruppe bei vielen Auftritten zusammenarbeitete. Vorsitzender Eugen Müller stellte den Gästen in einer Probe die Ausschankweine vor. Dabei zeigte sich, daß für alle Geschmacksrichtungen eine ausgewogene Mischung erreicht wurde. Müller betonte, daß jeden Tag ein eigenes Hauptgericht neben dem festen Speiseplan angeboten werde. Bei einem Pfälzer Büfett konnten sich die Gäste von der Qualität der Küche überzeugen.     ims/rkr/krl

Quelle: Rheinpfalz vom 28.09.1987
Foto: Franck


50 JAHRE HAISELSCHER

Ein "goldenes" Weintor für Neustadt

Neustadt (HK). „Die werden schauen, die vielen Fremden, die sicherlich auch dieses Jahr wieder zum pfälzischen Weinlesefest nach Neustadt kommen. „Durch's goldene Weintor, das von einem Winzerdorf umgeben ist, müssen sie schreiten, wenn sie zum Fest des herrlichen Weines wollen", so lautet die Meldung im Pfälzer Anzeiger vom Freitag dem 10. September 1937, in der über verschiedene Neuerungen des damaligen Weinlesefestes in Neustadt berichtet wurde. Unter Vorsitz des damaligen Bürgermeisters Schlee wurde für jenes Jahr beschlossen, daß beim Weinlesefest nicht nur die Stadt Neustadt, sondern auch die umliegenden Gemeinden selbständig mitwirken sollten. Hambach, Haardt, Mußbach, Gimmeldingen, Königsbach und Lachen-Speyerdorf sagten spontan ihre Hilfe zu.

Erstmals Weinhäuser
Die Mitarbeit erstreckte sich dabei nicht nur auf den Winzerfestzug, sondern es sollten auch Weinhäuser aufgestellt werden, die von den Gemeinden selbständig und auf eigene Rechnung bewirtschaftet werden. Dieses Weindorf sollte in Zukunft jedes Jahr zum Weinlesefest  und  man  höre und staune auch zur Winzinger-Kirchweih auf der Festwiese errichtet werden.

Beliebter Treffpunkt
Die Woi-Haiselscher, die sich mittlerweile zum Treffpunkt der Weinliebhaber und Schoppenkämpfer aus nah und fern gemausert haben, waren geboren. Der Vater der Haiselscher, Baurat Neher, war damals schon von dem Erfolg der neuen Einrichtung überzeugt. So sollten nach seinen Worten „die Teilnehmer nicht nur vom Wein, sondern in der Hauptsache von der Begeisterung über das Dargebotene „blau" werden. Ob sich das wohl bis heute überliefert hat. Nun, wir werden sehen. Bis zum Starttermin der ersten Schoppenrunde sind es keine zwei Tage mehr...

Typisch pfälzisch
Typisch pfälzisch sollten die Fassaden der Haiselscher gestaltet sein. Gut 80 Personen müssen darin bequem Platz finden und der Freiraum muß sogar für 120 Personen ausreichen. Bis dahin ist die damalige Bauvorgabe auch heute noch vorhanden. Von 2.000 Reichsmark Baukosten sprach man allerdings damals; heute würde man locker mit dem dreißigfachen kalkulieren.

Traubengeschmückt
In der Mitte der Haiselscher von damals sollte ein Weintor errichtet werden, dessen Mitte mit einer Riesentraube geschmückt ist. Die ersten vier Haiselscher wurden übrigens von der Haardt, Hambach, Lachen-Speyerdorf und der Stadt Neustadt errichtet. Und dreimal dürfen Sie raten, was damals getrunken wurde. Na dann Prost...!


Entwürfe der Häuser des Weindorfes am Bahnhofplatz

Die Entwürfe für die Winzerhäuser des Weindorfes, das anläßlich des pfälzischen Weinlesefestes am 9. und 10. Oktober auf dem Bahnhofplatz und vor dem Saalbau errichtet wird, sind fertig. Es handelt sich hier, wie schon mitgeteilt, um transportable Häuschen, die im fränkischen Stil errichtet werden. Mit der Herstellung der Häuschen ist schon begonnen. Erfreulich ist die Tatsache, daß fast alle Gemeinden, die zur Stellung eines Winzer-

häuschens angegangen wurden, ihre Beteiligung zugesagt haben. Es wird also mitten auf dem Bahnhofplatz ein schmuckes Pfälzer Weindorf entstehen, in dessen gastlichen Häuschen, von denen die größeren 8 Meter breit und 9 Meter hoch und die kleineren 6 Meter breit und 7,5 Meter hoch sind, die einzelnen Gemeinden ihre eigenen Gewächse ausschenken werden.


Treffpunkt für Jung und Alt, das Winzerdorf auf dem Bahnhofsvorplatz


Im Jahre 1938 wurden die Haiselscher auch zur Winzinger Kerwe auf der Festwiese aufgebaut.
Im Hintergrund ist die Ostschule zu erkennen.

Quelle: Wocheblatt vom 01.10.1987
Foto: HK/Stadtarchiv


Stimmungsvoll die Haiselcher-Eröffnung


Feucht-Fröhlich gings natürlich bei den FFN im Partnerschaftskeller zu. Hier wurde der „Neue" offiziell durch OB Ohnesorge angestochen. Ca. 180 Mitglieder waren zur traditionellen Eröffnung, kulinarisch bereichert durch ein Spanferkel, eingeladen.

Quelle: Stadtanzeiger vom 01.10.1987