"Die Haiselscher" - berühmt-berüchtigter Treffpunkt für "Schoppen-Kämpfer"

Quelle: Stadtanzeiger vom 11.10.1984


Lincolns Reisetouristik hat Neustadt „entdeckt"

In der Partnerstadt haben Manager die Lücke erschlossen

NEUSTADT/LINCOLN (asa). Den Weihnachtsmarkt konnte man noch nach Lincoln verpflanzen - beim Weinfest verbietet sich das von selbst. Doch gerade dies lockt jedes Jahr Briten aus der Partnerstadt nach Neustadt. So waren auch in diesem Jahr an den beiden Weinfest-Wochenende zwei Gruppen per Viertages-Reise in der Pfalzmetropole.
Zu einem großen Teil handelt es sich dabei um Stammkunden, wie Paul Brewer, der Organisator der Fahrten und Chef eines Reisebüros in Lincoln, am Rande eines gemütlichen pfälzischen Abends im Weingut Schönhof in Diedesfeld erzählt. Dies bringe auch Schwierigkeiten mit sich, denn Touristen, die schon zum fünften oder sechsten Mal in Neustadt sind, muß Abwechslung geboten werden. Fahrten nach Heidelberg, Baden-Baden und Rüdesheim stehen deshalb auf dem Programm. Eine Fahrt mit dem „Kuckucksbähnel" soll demnächst ebenfalls enthalten sein.
Eine weitere Schwierigkeit: Die Unterkunft. Soll die Kapazität von derzeit etwa 600 Lincolner Touristen auf dieser Schiene ausgebaut werden, sind mehr Hotelbetten unbedingt nötig. Das schon lange im Gespräch befindliche neue Neustadter Hotel würde also auch in der englischen Partnerstadt lebhaft begrüßt...
Seit zehn Jahren gibt es nun diese Fahrten von Lincoln nach Neustadt, und die Begeisterung ist ungebrochen. Die Idee zu den Trips über den Kanal entstand übrigens recht zufällig, wie Brewer erzählt. In einem Flugzeug, das etliche Mitglieder der Neustadter Liedertafel nach Lincoln brache, waren beim Rückflug einige Plätze frei. Brewer annoncierte sie als „Sonderangebot" - der Andrang war überraschend groß. Daß diese Reise ein Erfolg wurde, dafür sorgten dann auch die FFN: Mit einer Weinprobe hoch über den Wolken.
Der Übergang zu regelmäßigen Kurzreisen, die oft schon Monate vorher ausverkauft sind, und bei denen sich viele gleich wieder für das nächste Jahr anmelden, war nun folgerichtig. Und ein Schritt mehr auf dem Weg zu engen Verbindungen zwischen den Bürgern beider Städte.

Quelle: Rheinpfalz vom 16.10.1984


Neustadts Freunde überbringen ihre Geschenke für den neuen Saalbau

Telefonhäuschen aus Lincoln - Kandelaber aus Mâcon - Stammtisch von der FFN

NEUSTADT (asa). "Miteinander sprechen heißt einander verstehen, beides ist das Zeichen echter Freundschaft." Einen weiteren Höhepunkt innerhalb der Festwoche zur Eröffnung des Saalbaus nannte Oberbürgermeister Dieter Ohnesorge gestern morgen die Einweihung des Telefonhäuschens und eines Kandelabers aus den Partnerstädten.
„Gute und alte Freunde" seien gekommen, um ihre Partnerschaft zu bekunden. Symbolische Bedeutung hätten ihre Präsente: Vom Telefon aus könnten die Verbindungen erhatten werden; der Kandelaber solle in eine friedliche Zukunft leuchten. In Hinsicht auf die „Jumelage" mit Mâcon erinnerte der Oberbürgermeister daran, daß sie vor nunmehr 28 Jahren auf Anregung der französischen Stadt zustandekam und damals die erste ihrer Art war: „Dieses Lichtzeichen hat sich zu einer dauerhaften Freundschaft entwickelt."
Mit Stolz stellte Ohnesorge schließlich fest, daß die Neustadter Bürger „ihren" Saalbau angenommen hätten. Die große Anteilnahme beim Tag der offenen Tür am Samstag mit einem niemals erwarteten Besucheransturm habe dies bewiesen.
Die Freundschaft der drei Städte betonten auch die Leiter der Delegationen aus Lincoln und Mâcon. Bürgermeisterin Norah Baidock bezeichnete die Bande der Freundschaft als sehr stabil. Nach ihrem ersten Besuch in der Pfalz könne sie bestätigen, daß Neustadt in der Tat die freundliche und bildhübsche Stadt sei, wie sie es von früheren Besuchern immer geschildert bekommen habe. Sie gratulierte dem Stadtrat und den Bürgern zum Wiederaufbau des Saalbaus, der alte und neue Elemente in Vollendung verbinde. Auch der Vertreter der Stadt Mâcon, Beigeordneter Rene Condemine, absolvierte nach seinen Worten seinen ersten Besuch in Neustadt. Er fühle sich, als Bewohner des Weinbaugebietes Beaujolais und als Mitglied des Ordens St. Vincent, in der Pfalz-Metropole sehr wohl. Condemine entschuldigte das Fernbleiben des Bürgermeisters Rognard, der an diesem Wochenende einen Minister empfangen müsse. Dennoch sei seine Delegation sehr dankbar für die Möglichkeit, mit den Bürgern Neustadts ihre Freude und ihren Stolz über den gelungenen Bau zu teilen. Ein besonderer Dank gelte dem Oberbürgermeister, der sie persönlich durch das Gebäude geführt und die moderne Technik demonstriert habe.
Mit Gesprächen nach Lincoln und Mâcon wurde anschließend die Telefonzelle aus Lincoln offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Der stellvertretende Sprecher des Stadtrates von Lincoln, Harry Bunnage, war der erste Gesprächspartner von Mayor Norah Baidock und OB Ohnesorge. Zur Enttäuschung vor allem des ebenfalls zur Delegation gehörenden Sheriffs Peter Archer konnte er allerdings das Ergebnis der Fußballmannschaft von Lincoln nicht nennen. In Mâcon war der Beigeordnete Charles Champey an der Leitung, mit dem neben Neustadts Oberbürgermeister noch der Beigeordnete Marc Lallement sprach.
Offiziell „in Dienst gestellt" wurde schließlich noch ein weiterer, unverzichtbarer Teil: Der Stammtisch im Saalbau-Restaurant. Die Vorsitzenden der Neustadter und Lincolner FFN-Sektionen, Alfred Schilling und Don Smith, übergaben den Tisch zusammen mit einer Urkunde an die Stadt. Der Tisch wurde nach einem Entwurf von Professor Römer und unter Anleitung des FFN-Mitglieds Helmut Rech gefertigt. Finanziert wurde der Stammtisch aus den Erlösen der Verkaufsaktion der Neustadter FFN von Dampfnudeln beim letzten Weihnachtsmarkt in der Partnerstadt und dem „englischen Abend" in der Stella-Halle, durchgeführt von den Mannen um Don Smith. Das „unendliche Engagement und die Mühe" der FFN-Mitglieder wurde dann auch vom Oberbürgermeister gelobt, der gemeinsam mit Alfred Schilling zur Feier des Tages noch ein Faß Freiwein öffnete.

(links) Heißer Draht aus dem Saalbau: "Mister Major", Norah Baldock, telefoniert nach Lincoln. OB Ohnesorge und Sheriff Peter Archer im Amtsschmuck
(mitte) Die Urkunde hält der Nachwelt fest: Die beiden FFN-Sektionen Neustadt und Lincoln sind de Spender des Saalbau-Stammtischs: Alfred Schilling und Don Smith
(rechts) Unter der Laterne...Der Kandelaber aus der Partnerstadt Mâcon leuchtet künftig dem Saalbaugästen. Delegationschef Condemine: "Vive Neustadt!"

Quelle: Rheinpfalz vom 22.10.1984