Schon 35 000 im Genuß der FFN-Gastfreundschaft

Am Samstag wird gefeiert: 30 Jahre voller Aktivitäten, Anekdötchen und vielfältiger Anerkennung - Für Neustadt alles

NEUSTADT. Um einen originellen Vorschlag war keiner der elf Herren verlegen, die einen treffenden Namen für ihren frisch aus der Taufe gehobenen Verein suchten: „Rappelkischd" oder „Reblaus" sollte er heißen, mit „Dunnerkeil" oder Gewidderbutze" wollten ihn andere titulieren. Die Wahl fiel aber schließlich auf eine andere Wortschöpfung: An diesem 14. Januar 1953 schlug die Geburtsstunde der „Feucht-Fröhlichen Neustadter".
Die Urväter des Vereins haben aber schon im Jahre 1949 im „Jungelferrat" beisammen gesessen. Daß ihre Unternehmungslust abrupt gebremst wurde, wenn die Narrenkappen am Aschermittwoch wieder abgesetzt werden mußten, empfanden sie als einen äußerst ärgerlichen Zustand. Der „Jungelferrat" wollte eben das ganze Jahr über rührig sein und bei seinen Aktivitäten möglichst auf eigenen Beinen stehen. Und so kam es zu der denkwürdigen Sitzung im Januar 1953 und bald darauf zur „Taufe" der FFN - mit Wein, versteht sich.
Schwarz auf weiß wurden die Ziele der FFN in der Satzung festgehalten: Das heimatliche Brauchtum zu erhalten und pflegen sowie dem Pfälzer und Deutschen Wein einen größeren Bekanntheitsgrad zu verschaffen. Das Protokollbuch gibt über die Namen der ersten FFN'ler Auskunft: Präsident Bach, Vizepräsident Schilling, Finanzminister Kaul, Protokoller Kampfmann sowie die Mitglieder Baldauf, Zinkgraf, Klein, Braun, Scheid, Schlick und Schmidt. Drei der Altvorderen zeigen heute noch Arbeitseifer, wenn es um die FFN geht: Hermann Bach, der Ehrenpräsident, Alfred Schilling, der die Geschicke des Vereins seit 29 Jahren leitet und Herbert Kaul, ebenso lange „Finanzminister".
Ein bescheidenes Weinhäuschen, Vorläufer des späteren Winzerdorfes, bauten die „Feucht-Fröhlichen Neustadter" bereits im Jahre 1959 auf den Bahnhofsvorplatz. Damals konnte man den Weinfreunden nur Stehplätze anbieten, erinnerte sich Alfred Schilling bei einem Gespräch über die Historie der FFN. Als der Verein die Initiative ergriff, haben die „Wolfsburgspiele" und auch die Erstürmung des Winzinger Tores zur Kerwe-Eröffnung in den Gründerjahren der FFN eine Renaissance erlebt.
„Gibt's auf dem Mond mal Pfälzer Wein, wird ewig blau der Himmel sein": Astronomisch gab man sich im Jahre 1957 beim Motto für den FFN-Festwagen. „Trotz Reblaus, Frost, Atomgetümmel, mit Pfälzer Woi im siebten Himmel", hieß es in einem anderen Jahr. Ihre Festwagen ließen sie nicht nur durch Neustadts Straßen rollen, sondern beteiligten sich auch mal an Umzügen in Ludwigshafen oder Mannheim.
Wenn Alfred Schilling von den Zeiten erzählt, als der Verein noch in den Kinderschuhen steckte, kommt er leicht ins Schwärmen, weiß hier noch eine Anekdote, dort noch eine nette Begebenheit. „Da war doch noch die Geschichte mit der Weinprobe auf dem Bodensee-Dampfer. Zweimal mußte das Schiff während der Rundfahrt auf dem Schwäbischen Meer den Hafen wieder anlaufen, weil die 450 Gäste den Ausflugsdampfer buchstäblich leergegessen und leergetrunken hatten". Der Steuermann, erinnert sich der FFN-Präsident schmunzelnd, war tatsächlich der einzige Mensch an Bord, der noch geradeaus sehen konnte...
A propos Weinprobe: Die „Feucht-Fröhlichen Neustadter" haben in den dreißiger Jahren ihres Bestehens etwa 35.000 Gästen über dreihundert Weinproben kredenzt. Dabei wurden Weine aus sechzig verschiedenen Weingütern der Pfalz vorgesellt.
Blättert man weiter in der Geschichte der FFN, so kommt der Partnerschaft zu Lincoln eine besondere Bedeutung zu. Englische Weinfreunde haben 1972 in der Partnerstadt eine „FFN-Sektion Lincoln" ins Leben gerufen, die seither mit monatlich zweitausend Litern Pfälzer Probewein versorgt wird. Im gleichen Jahr haben die Neustadter dort den nördlichsten Weinberg Europas angelegt und zwei Häuser des Winzerdorfes beim Lincolner Weinfest aufgestellt.
Die gute Partnerschaft hat es sogar ermöglicht, einen Kinderaustausch auf die Beine zu stellen. Die Fahrtkosten werden abwechselnd von der Lincolner oder der Neustadter FFN übernommen. Der Lincolner Alfred Schilling heißt Robin Rushton -er ist der Motor der dortigen FFN-Sektion, die in der Kartei immerhin 35 aktive und rund 100 fördernde Mitglieder weiß.
Übrigens kommt der Meßwein für die katholischen Kirche in Lincoln längst nicht mehr aus Portugal. Schilling augenzwinkernd: „Die Neustadter FFN hat das abgestellt Der Meßwein kommt jetzt natürlich aus der Pfalz".
Die „Feucht-Fröhlichen Neustadter" durften denn auch nicht fehlen, als das U-Boot der Bundesmarine U 26 und der Lufthansa-Airbus auf den Namen „Neustadt" getauft wurden. Zu anderen Städten mit dem Namen Neustadt, insbesondere zu Neustadt in Holstein, hat der Verein in den letzten Jahren Kontakte geknüpft. Nachdem sich die FFN zweimal am dortigen Altstadtfest mit pfälzischen Weinen und Spezialitäten beteiligt haben, sind die Holsteiner schon auf den Geschmack gekommen. Rund 5200 freiwillige Arbeitsstunden, vermerkt der Präsident nicht ohne Stolz, mußten geleistet werden, bis der FFN-Keller in der Fröbelstraße vor elf Jahren eingeweiht werden konnte. Bis heute sind sogar über 6000 Arbeitsstunden hineingesteckt worden. Dafür aber hat der Verein einen Raum für seine Weinproben und Veranstaltungen aller Art. Politische Größen aller Couleur haben sich dort schon die Klinke in die Hand gegeben.
Daß die FFN ihr Jubiläumsjahr nicht einfach verstreichen lassen, liegt ja auf der Hand. Am Samstag um 20 Uhr wollen die „Feucht-Fröhlichen Neustadter" mit einem festlichen Ball in der Diedesfelder Festhalle feiern, daß sie ihren Namen seit dreißig Jahren tragen. In gewohnter Weise wollen sich die FFN-Aktiven um das leibliche Wohl der Gäste kümmern, die musikalische Unterhaltung wird eine Bundeswehr-Band aus Mannheim bestreiten. „Kleinere Überraschungen" sollen nicht ausgeschlossen sein.

Quelle: Rheinpfalz vom 22.04.1983


30 Jahre Bürgersinn und Weinkultur

Viel Lob für die Feucht-Fröhlichen Neustadter zum Jubiläum - Abordnung aus Lincoln dabei

NEUSTADT (guh). „Dreißig Jahre echter Bürgersinn und Förderung der Weinkultur" -mit diesen Worten würdigte der Beigeordnete Jungmann die Tätigkeit eines Vereins, der auf drei Jahrzehnte Engagement für die Pfalz und den Wein zurückblicken kann; Die „Feucht-Fröhlichen Neustadter" feierten ihren Geburtstag mit einem Jubiläumsball in der Diedesfelder Festhalle.
Eine Abordnung der englischen FFN-Sektion aus Lincoln hatte die 2000 Kilometer der Anreise nicht gescheut, um an der FFN-Geburtstagsfeier teilzunehmen. Neben den Freunden aus England, an der Spitze der Präsident Ray Crownshaw, begrüßte der FFN-Präsident Alfred Schilling das älteste Ehrenmitglied Max Birghan, der es sich trotz seiner 92 Jahre nicht hatte nehmen lassen, nach Diedesfeld zu kommen und den Ehrenpräsidenten Hermann Bach.
Bergauf und bergab sei der Weg der „Feucht-Fröhlichen Neustadter" in den harten Nachkriegsjahren gegangen, sagte Schilling. Die vielen Ideen und Aktivitäten der FFN ließ er in einem Rückblick auf die Vereinsgeschichte noch einmal Revue passieren: Die Auferstehung des Winzerdorfes, die Wolfsburgspiele, die Erstürmung des Winzinger Tores, die Mitwirkung am Deutschen Weinfest, den Bau von zahlreichen Festwagen und schließlich die über 300 Weinproben in der Pfalz und in vielen Teilen der Bundesrepublik. Für den Pfalzwein und für Neustadt hätten die FFN dadurch viele Freunde gewinnen können, sagte Alfred Schilling.
Die Gründung der englischen Brudersektion in Lincoln vor elf Jahren hob er besonders hervor. „Völkerverbindende Städtepartnerschaften sind heute keine Seltenheit mehr, doch Bruderschaftsvereinigungen mit gleicher Zielsetzung sind Kostbarkeiten, die es zu bewahren gilt." Heute gingen die Verbindungen, „Bande der Freundschaft und Brüderlichkeit", bis tief in die Familien hinein.
„Wir sind stolz, diesen Namen zu tragen und in England bekanntmachen zu können", gab der Lincolner FFN-Präsident Ray Crownshaw die Komplimente wieder zurück. Wie kein anderer Verein, betonte Beigeordneter Jungmann, fühlten sich die „Feucht-Fröhlichen Neustadter" ihrer Heimatstadt verbunden. Neustadt könne stolz auf einen Verein sein, der so viele hervorragende Leistungen erbracht habe. In einer flotten Einlage wirbelten acht Beine über das Parkett in der Festhalle: Zwei Paare einer insgesamt zehnköpfigen Rock'n-Roll-Formation aus Worms, die schon die Vize-Europameisterschaft und den dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften errungen haben. Mit heiteren Versen und Liedern zur Gitarre sorgte der „Alt-FFN'ler" Herbert Schreiber für Stimmung. Den musikalischen Rahmen gestaltete eine Bundeswehr-Combo aus Mannheim.


Ein Hoch auf 30 Jahre Bürgersinn und Weinkultur der FFN: Präsident Alfred Schilling (rechts) und sein englischer Kollege von der FFN-Sektion Lincoln Ray Cronshaw.

Quelle: Rheinpfalz vom 26.04.1983
Foto: B. Franck


Abschied vom Feigenblatt wird versüßt

Präsentation von Mode, Frisuren und Wein im FFN-Keller - Aktuelle Trends hautnah serviert

NEUSTADT (ims). Seit Eva vom Feigenblatt Abschied nahm, konnte sich Zeitgeschmack entwickeln. Evas Töchter danken ihrer Urmutter dafür seit Generationen mit dem Besuch der alljährlichen Modegalas, Modeschauen und Shows.
Dies erkannte auch der bibelfeste Moderator bei der Präsentation von Frisuren, Mode und Wein, Gerd Reif. Gut drei Stunden lang kommentierte der Vizepräsident der Feucht-Fröhlichen Neustadter im Partnerschaftskeller der FFN zu heißen Rhythmen entsprechend locker Chic und Charme der Aktualitäten des '83er Sommers.
Der Damen- und Herrensalon „Hanni", die „Eris-Moden"Boutiquen und das Atelier für Ledermode „Top Style" hatten sich des Trends angenommen und gemeinsam aufgezeigt, was derzeit topaktuell zu tragen, vor allem aber gleich vor der Haustür im Zentrum Neustadts zu kaufen ist.
„Sommer, Sonne, Freizeit", das war das große Thema bei „Eris-Moden" - vom kleinen Mini- bis zum festlichen Partykleid. Materialien aus kühlem Baumwollgemisch, fließender Fein Jersey bei breiter Farbpalette und viel Leder(-hosen) hoben sich hervor.
Nicht nur der brandneue „Look", auch Klassisches in effektvoller Verarbeitung war bei den von „Top-Style" kreierten zweiteiligen Kombinationen, darunter viele Nappa- und Velours-Mixturen, zu erkennen.
Frisurenmode „live" demonstrierten mit charmanten „Models" die Mitarbeiterinnen von Gitta Rottmayer, Chefin des Damen-und Herrensalons „Hanni". Mit perfekten Schnitten und für Modemutige interessanten Colorationen gaben sie den überwiegend weiblichen Gästen im vollbesetzten FFN-Keller zahlreiche Anregungen.
Zu Raffinement und Eleganz der modischen Präsentation gesellte sich ein Partner, der diesbezügliche Modeströmungen ziemlich unbeeinflußt überstanden hat -der Wein. Alfred Schilling, Präsident der FFN, stellte seinen Gästen damit sein „liebstes Kind" vor, den Pfälzer Wein im besonderen. Mit einer edlen achtteiligen Weinprobe, kredenzt von den Mitgliedern der FFN, unterstrich er einen zwar seltenen, von den Gästen dieses Abends aber als angenehm empfundenen Dreiklang: Wissensvermittlung um Mode, Zeit- und Weingeist. Mit Applaus wurde nicht gespart, wenn auch im Zuge bundesweiter Sparsamkeit der Stoßseufzer untergegangen sein mag: „Wär's doch nur beim Feigenblatt geblieben..."


Frisuren, Mode und Wein erwiesen sich im FFN-Keller als gute Partner.

Quelle: Rheinpfalz vom 25.05.1983
Foto: B. Franck


Zweimal Neustadt an der Ostsee

NEUSTADT. Die Stadtverwaltung Neustadt/Holstein hatte die FFN und einen Vertreter des hiesigen Bürgermeisterkollegiums zu ihrem ersten großen Hafenfest eingeladen, um im Norden der Bundesrepublik erneut eine Möglichkeit zu eröffnen, für den Pfälzer Wein zu werben und die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Städten zu vertiefen.
Die FFN, angeführt von Präsident Alfred Schilling, war wie immer ein guter Werbeträger für das edle Produkt unserer Landschaft. Sie wandelte das von der Stadt Neustadt/Holstein zur Verfügung gestellte historische Fischereiamtsgebäude - das Haus der ältesten Fischergilde an der Ostsee - in eine „Pfälzer Weinstube" um und kredenzte 4 Sorten Wein aus Neustadter Weinlagen, vom trockenen Riesling bis zur Auslese.
Nach der Eröffnung des Festes durch Bürgermeister Hans-Joachim Birkholz und Georg Jungmann, als Vertreter der Stadt Neustadt an der Weinstraße, war die Ausschankstelle bei hohen sommerlichen Temperaturen zwei Tage und zwei Nächte großer Anziehungspunkt für die Teilnehmer des Festes. Die FFN war kaum in der Lage, den riesigen Andrang zu bewältigen. Viele neue Weinfreunde konnten gewonnen und erfolg- versprechende Kontakte geschlossen werden.
Die beiden Bürgermeister Birkholz und Jungmann dankten der FFN für ihren großen Einsatz. Beim Abschied wies Jungmann darauf hin, daß die beiden Städte mehr verbindet, als der gleiche Namen. Der langjährige Erfahrensaustausch mache sich bezahlt und die Stadt Neustadt an der Weinstraße wird besonders von den Aktivitäten auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs neue Erkenntnisse gewinnen können.

Quelle: Rheinpfalz vom 30.06.1983


Der Neue „laaft"

OB zapft bei FFN an

NEUSTADT (üb). Im randvoll besetzten Partnerschaftskeller der FFN ging es in prächtiger Weinfeststimmung in die Vorrunde. Grund genug zum Vorkosten der aller Festfreuden war bereits nachdrücklichst vorhanden - das Fäßchen mit dem „Neuen" stand bereit.
Ausgereifte Tropfen älterer Jahrgänge brachten die rechte Grundlage fürs Gemüt, dazu Musik, den festen Boden besorgten herzhaft duftende „Kellerhaxen". 30 emsige FFN-Jünger eilten in beflissener Mundschenk-Fürsorge von Tisch zu Tisch. Angefangen hat die vorbildliche Gastlichkeit mit einem Aperitif nach Pfälzer Art: ein golden funkelnder Haardter Herzog, Huxelrebe und Kerner Auslese.
So eingestimmt war es dann auch für Ehrenkellermeister Dieter Ohnesorge kein Problem, mit drei sanften, offensichtlich heimlich geübten, weil treffenden Schlägen das Faß mit dem vielgepriesenen Neuen kunstgerecht anzuschlagen und sogar fast pfälzisch unter Anleitung von FFN-Chef Alfred Schilling freudig zu verkünden: „Es ich ogezappt!". Er hätte sagen müssen „Aus dem Reiberle laafts" verteidigte Beigeordneter Jungmann pälzisch-heimatliche Sprach- und Ausdruckssitten. Ob gezappt oder geloffe - der erste Schluck des Jahrgangs 83 wurde mit Vergnügen genommen.
Bevor dann die schöne Weinprobe anlief, nahm Schilling einige Ehrungen vor. Mit der goldenen FFN-Nadel wurden für zehn Jahre Aktivität im Verein ausgezeichnet: Eiko Hansfried, Werner Maas, Harald Rust. Max Rottmeyer, Winzerwirt in Hambach, erhielt zu seinem 25-Jahr-Jubiläum ein riesiges Probierglas.


Den ersten „Neuen" '83 zapfen hier die FFN-ler an. Präsident Schilling und seine Mannen strahlen - auch ihr „Haiselche isch uff"

Quelle: Rheinpfalz vom 30.06.1983


Um ein Grad an Spätlese vorbei

FFN mit 1200 Liter Kabinett

NEUSTADT (ie). Um ein Grad verpaßt haben die Feucht-Fröhlichen-Neustadter (FFN) eine Spätlese aus ihrem eigenen Wingert im Mönchsgarten. Als am Wochenende gelesen wurde, waren's genau 84 Grad.
FFN-Präsident Alfred Schilling und seine Mannen freuen sich jedoch uneingeschränkt auf rund 1200 Liter Kabinett-Wein, der im FFN-Keller Gästen und guten Freunden der Runde kredenzt werden kann.
Mehr noch war aber die Lese selber denkwürdig. Die FFN-ler hatten sowohl die Unterstützung von der Waterkant als aus Großbritannien. Aus Neu- stadt/Holstein war der Leiter der U-Boot-Lehrgruppe mit Familie und zweien seiner Offiziere gekommen, aus England eine Abordnung der Sektion Lincoln der FFN. Die englischen FFN-ler waren mit Robin Rushton und David Hamilton gekommen.
Daß die Weinlese in dieser frohen Runde mit deftigem Winzervesper eine fröhliche Angelegenheit wurde, versteht sich fast von selbst.


In fröhlicher Runde bringen die Feucht-Fröhlichen Neustadter (FFN) ihre Ernte '83 ein. Helfer von der Ostsee und aus Großbritannien machen die Lese zu einer europäischen Angelegenheit. Was herauskommt: Ein Mönchsgarten Kabinett, ein einziges Oechselgrad unter der „Spätlese".

Quelle: Rheinpfalz vom 23.10.1983
Foto: B. Franck


Viel Hose und wenig Rock

Frisuren- und Modenschau mit charmantem Conferencier

NEUSTADT (üb). Mode, Wein und Frisuren, dazu flotte Vorführmädchen, flink arbeitende Friseuse-Hände, einen munter plaudernden Conferencier, einen „heiligen" Nikolaus und kleine Überraschungen auf den Tischen - die rund 130 Gäste bei der Frisuren- und Modenschau des Salons „Hanni" (Gitta Rottmayer) und der Boutique „Lady M" (Marion Seitz) im Keller der FFN fühlten sich rundum verwöhnt.
Wann welche Frisur, oder welche Frisur überhaupt zum Typ paßt, wurde den Damen direkt vor Augen demonstriert. Aus nassen Haarsträhnen wuchs, wie gezaubert, wallende Lockenpracht, kesse Kurzschnittfrisuren elegante und extravagante Abendfrisuren. Der Knüller der Saison ist Farbe im Haar. Beileibe nicht nur eine; aktueller sind zwei, sogar drei Schattierungen. Je kühner, desto modischer. Und recht blickfängerisch, sogar knallig soll und darf es sein.
Die Modevorschläge von „Lady M" richteten sich vornehmlich auf die Vorstellung junger Damen von lässig- oder sportlich-gepflegter Kleidung. Viel Hose und wenig Rock behauptet sich nach wie vor. Die Thermohose ist, der Kälte wegen, Favorit. Dazu der schicke Pullover, in Fledermauslinie, salopp, bequem, gepflegt. Zur Hose und Pullover der Anorak mit Pfiff. Hier haben die Modeschöpfer mit ihren Ideen den Modenerv der jungen Damenwelt getroffen. Unerhöhrt schick, lässig, was nur lässig heißt, bequem, mit raffinierten Gags bei Schnitt und Ausführung entsprechen sie haargenau den Modevorstellungen moderner junger Frauen.
Auch die schmalen, gerade fallenden Röcke sind aus Naturgewachsenem, aus Wolle, Fellen und Leder. Der Lederschick vor allem mit dem Hauch von „besonders exklusiv" besticht. Die Farben behaupten das Natürliche, es wird vorwiegend mit Erdfarben geschneidert.
Daß die Frisuren- und Modenschau nicht zur trockenen Vorführung wurde, ging nicht zuletzt aufs Konto des inzwischen zum Modespezialisten herangereiften FFN-Vize Gerd Reif, der mit erstaunlichen Modell-Beschreibungs-Qualitäten geradezu glänzte. Alfred Schilling würzte die in die Schau eingebaute Weinprobe mit Humor und Reim und geflügeltem Wort.


Chic und gepflegt von Kopf bis Fuß - und für jeden Typ den richtigen Stil, war die Devise bei der Frisuren- und Modenschau des Salon Hanni und der Boutique Lady M.

Quelle: Rheinpfalz vom 14.12.1983
Foto: B. Franck


EG-Kommission im FFN-Keller

Wieder einmal haben die Feucht-Fröhlichen Neustadter dafür gesorgt, daß Teilnehmer einer wissenschaftlichen Forschungsgruppe, die im Auftrag der EG Brüssel an der Universität Mannheim tagten, sich im Partnerschaftskeller der FFN wohlfühlten.
50 Professoren aus 13 verschiedenen Nationen, an ihrer Spitze der Neustadter Dr. habil. Karlheinz Reif, Direktor der Abteilung „Europawahlstudien (EES) am Institut für Sozialwissenschaften und Europa-Institut der Universität Mannheim", waren von Neustadt an der Weinstraße mit seinem aussagekräftigen „Elwedritschebrunnen" und dem schönen Marktplatz sehr beeindruckt. Diesem Personenkreis, der sich eine Woche lang mit dem Tagungsthema: „Schlußfolgerungen aus den Ergebnissen der Forschungen zur Europawahl 1979 und Perspektiven für die Europawahl 1984" beschäftigte, war es sichtlich anzumerken, daß er sich bei einem kurzen Aufenthalt in Neustadt sehr wohlfühlte. Alfred Schilling, Präsident der FFN, verstand es mit Hilfe eines Dolmetschers eine 10-karätige exzellente Weinprobe in drei Sprachen vorzustellen. Wohl ein Novum in der Geschichte der FFN. Aber unabhängig von Nationalität, Rang und Namen lernten alle Beteiligten für ein paar Stunden die Gastlichkeit der Stadt Neustadt Im allgemeinen und die der Feucht-Fröhlichen Neustadter Im besonderen zu schätzen. Ganz egal wie die Europawahl 1984 auch ausgehen wird: Zufriedene Besucher verließen den Partnerschaftskeller mit einem herzlichen „Auf Wiedersehen!"

Quelle: Wochenblatt vom 29.12.1983