FFN-Stolz auf Flaschen

Den ersten Tropfen vom "eigenen Gewächs" genüßlich verkostet

NEUSTADT (ie). Der Weinkultur sind sie schon seit fast drei Jahrzehnten verschrieben. Doch 1982 wird in der Vereinsgeschichte der „Feucht-Fröhlichen Neustadter" einen besonderen Rang einnehmen: Am Donnerstagabend entkorkte Präsident Alfred Schilling ein ganz exclusives Tröpfchen: Die erste von 1300 Flaschen eines Riesling Kabinett, der den Namen der FFN trägt.

„1981er Neustadter Mönchgarten Riesling Kabinett" steht auf dem Etikett und: „abgefüllt für Feucht-Fröhliche Neustadter e.V. durch Stephan Hafen". Das Etikett sagt nicht in vollem Umfang, wie groß der FFN-Anteil am Zustandekommen dieses Weins tatsächlich ist. Die FFN hatte die Ernte eines Weinbergs in der Lage „Mönchgarten" links der Hüllsburg aufgekauft und selber gelesen. „Bei nur 8 Grad über Null und bei Regen in Strömen", erzählt Alfred Schilling. Das war am 18. Oktober 1981. Und was man da geerntet hatte: 82 Grad Oechsle, 84,6 Gramm Gesamtalkohol und 7,8 Gramm Säure pro Liter. Am 10. Dezember wurde der Wein beim FFN-Aktiven Hafen abgefüllt, am 6. Januar kam die amtliche Prüfnummer und am Donnerstag, einen Tag danach, wurde das Geheimnis gelüftet. Die Mienen der FFN-Präsidialen strahlten, als der erste Schluck verkostet war. Daß das Urteil über das „eigene Gewächs" auch objektivem Gaumen standhält, bestätigte Weinbruder Hermann Michael Kaufmann: „Er besitzt sämtliche Eigenschaften für einen Riesling im Kabinettsrang. Man darf erwarten, daß er mit zunehmender Reife ausgezeichneten Qualitätsanspruch nehmen kann." Mit dem Tröpfcher, das das FFN-Wappen tragen darf, will man, so Schilling, sparsam umgehen. Doch einige Kisten werden abgezweigt, wenn die Neustadter im August zum zehnjährigen Jubiläum der FFN-Sektion Lincoln nach England reisen werden.


Ein schönes Trüpfchen! Den Präsidialen der Feucht-Fröhlichen Neustadter mundet sichtlich, was im Weinkeller aus der ersten eigenen FFN-Ernte gereift ist. Die erste Flasche wurde am Donnerstag abend entkorkt. Von links: Walter Effert, Michael Joa, Vize Gerd Reif, FFN-Präsident Alfred Schilling und Schatzmeister Herbert Kaus.

Quelle: Rheinpfalz vom 09.01.1982
Foto: B. Franck


FFN mit eigenem Gewächs

Ein limitierter "edler Tropfen"

Die Augen glänzten - und das nicht nur wegen der bereits genossenen Viertele - als der hauseigene FFN-Wein als Krönung der diesjährigen Pressekonferenz der Feucht-Fröhlichen-Neustadter vorgestellt wurde. Wie's dazu kam, ist kurz erzählt:
Die FFN hatten die Ernte eines Weinberges in der Gemarkung „Neustadter Mönchgarten" gekauft und diese Riesling Trauben selbst gelesen. Dies geschah am 18. Oktober letzten Jahres und bereits am 10. Dezember füllte der FFN-Aktive Stephan Hafen den Kabinettt-Wein auf Flaschen. Daß dieser Tropfen, der fast ein Primeur sein könnte, ein Qualitätswein mit Prädikat ist, versteht sich von selbst, obwohl die Lese bei strömendem Regen stattfand. -Ohne große Schwierigkeiten wäre eine Mengenanhebung möglich gewesen. So ist es bei einem limitierten „edlen Tropfen", geblieben. Und von den 1300 Flaschen wird natürlich keine verkauft. Freunde, Gönner und solche, die den FFN-Mannen zugetan sind, können jedoch im eigenen Vereinskeller das „köstliche Naß" einmal probieren.
Ein paar Flaschen wollen die FFN'ler allerdings mit nach Lincoln nehmen, quasi als Präsent, anläßlich der 10jährigen Partnerschaft mit der FFN Section Lincoln, die sie im August begehen werden. Was sonst noch auf dem Programm 1982 steht, ist u.a. die Mitwirkung beim Neujahrsempfang und bei der Wahl der Deutschen Weinkönigin. So werden auch weiterhin Weinproben für Organisationen, Institute, Firmen und Interessierte im FFN-Keller in Neustadt in der Fröbelstraße stattfinden. Zur Vertiefung der Partnerschaft mit Lincoln wird der Austausch eines bedürftigen Kindes fortgesetzt. Und außerhalb des Jahres der Behinderten wird für diese Menschen eine Integration in die Gemeinschaft ermöglicht.
Die Palette der Veranstaltungen, bei denen die Feucht-Fröhlichen-Neustadter mitwirken, wird auch in 1982 sehr farbenfroh sein. Dieser aktive Verein möge auch weiterhin über die Grenzen unserer Heimatstadt hinaus so erfolgreich wie bisher weiterarbeiten und mit zukünftigen Ideen zur Erhaltung des Pfälzer Brauchtums beitragen. -wk-


Quelle: Stadtanzeiger vom 14.01.1982


Was der Stadt zum Vorteil gereicht

NEUSTADT (hmk). Bei der FFN war im Partnerschaftskeller Gemeinschaftsabend für aktive und passive Mitglieder, der den Sinn hat, Kontakte zu vertiefen, zu informieren und gesellig beisammen zu sein. Die Aktiven sorgen dabei, daß die Passiven bestens betreut werden, die sich mit Alfred Schilling über den guten Besuch sehr freuten.
Unter den Gästen sah man auch den Vorsitzenden des Winzinger Vereins „Winzina, Hans Sonntag, der dem FFN-Präsidenten die goldene Nadel mit Urkunde überreichte, die ihm für seine 25jährige Mitgliedschaft verliehen worden war. Anlaß war das 30jährige Jubiläum der „Winzinianer. In seiner kurzen Laudatio würdigte Sonntag die Verdienste Schillings und seine Treue zum Verein. Der Geehrte meinte, das sei eine Selbstverständlichkeit, was er getan habe, denn er unterstütze alles, was der Stadt zum Vorteil gereiche.
Viel Freude und Spaß hatten die Anwesenden an einem nun zehn Jahre alten Film, der eine wertvolle Dokumentation der Arbeit der FFN darstellt. Der Streifen hielt die denkwürdige Aktion „Weinberg in Lincoln" fest, als eine unternehmungslustige Schar FFN'ler mit Dr. Brix 1972 auszog, um den Wingert an der Südseite der Kathedrale anzulegen. Wie der Film zeigte, wurde dieses Ereignis in Lincoln zu einem kleinen Volksfest mit Dudelsackmusik und viel Volk. Und wenn man die FFN-Winzermannschaft am Werken sah, mußte man Respekt vor den Beteiligten haben, die mit dem Weinberg damals schon ein starkes Bindeglied Neustadt-Lincoln schufen.
Zum Abschluß gab es noch eine Diaserie, sozusagen aus der Jugendzeit der FFN um 1959. Immerhin waren die FFN'ler schon genau so unternehmungslustig wie heute. Man sah Bilder von Reisen nach Hamburg, Ungarn, Istanbul, über die Arbeit und das Vergnügen. Erinnerungen an schöne Stunden, von kameradschaftlichem Geist getragen.

Quelle: Rheinpfalz vom 01.03.1982


Feucht-fröhliche Gestfreundschaft

Mit Germanenspieß und zehnteiliger Weinprobe haben die Feucht-Fröhlichen Neustadter (FFN) in ihrem Partnerschaftskeller den Bundesvorstand des Verbandes Deutscher Schullandheime, nach Abschluß der Sitzung im Schullandheim Hertlingshausen bei Frankenthal verwöhnt (wir berichteten). Mit den Worten ,,Die FFN sind die ersten 'Hausbesetzer', die mit viel Eigenarbeit und auch finanziellen Opfern ihr Besetzungsobjekt zu einem Schmuckstück umgestaltet haben" dankte der Bundesvorsitzende, Landesschulrat Wolfgang Necket (Hamburg), den FFN für die Gastfreundschaft in dem Partnerschaftskeller. Das Bild zeigt neben der FFN-Mannschaft von links nach rechts den Bundesvorsitzenden Wolfgang Neckel, den Landesvorsitzenden Edwin Molter, FFN-Präsident Alfred Schilling und Dr. Hengst von der BASF.

Quelle: Rheinpfalz vom 04.03.1982
Foto: B. Franck


Mit Pfälzer Wein Norden erobert

FFN beim Altstadtfest in Neustadt/Holstein - In Kürze geht es zum Jubiläum nach Lincoln

NEUSTADT (zg). Freundschaftliche Beziehungen zu dem nördlichsten „Neustadt" der Bundesrepublik veranlaßten die Feucht-Fröhlichen Neustadter mit einer Delegation ihrer Vereinigung an dem alljährlich stattfindenden Altstadtfest unseres Namensvetters teilzunehmen. Mit den besten Wünschen von Oberbürgermeister Ohnesorge begleitet, gestalteten die FFN'ler zwei Tage zusammen mit dort ansässigen Vereinigungen diese bürgernahe Festlichkeit.
Stellvertretend für die ganze Pfalz wurde Wein unserer Stadt kredenzt und von den Besuchern verkostet und getrunken. Welche Mühen und Kosten die Feucht-Fröhlichen Neustadter auf sich nahmen soll kurz erläutert werden. Bereits freitags um 5 Uhr ging es mit einem Lastwagen und mehreren Personenwagen auf die 700 Kilometer lange Reise zu den Neustadtern im schleswig-holsteinischen Raum. Als Gäste von Fregattenkapitän Günther Hartmann - ehemaliger Kapitän zur See des Partner-U-Bootes U 26 Neustadt/Weinstraße - in der Offiziersmesse des Marinestützpunktes Neustadt/Holstein untergebracht und sehr gut betreut. Bei einem Ball zur Eröffnung des Altstadtfestes in der Turnhalle der Kaserne begrüßte, vor etwa 1500 Gästen, Fregattenkapitän Hartmann die anwesenden Besucher des imposanten Festes. Er hob dabei besonders den Besuch der FFN, an ihrer Spitze Alfred Schilling, hervor und betonte die funktionstüchtige Partnerschaft zwischen Neustadt und dem U-Boot U 26. Trotz ständig wechselnder Besatzungen finden immer wieder Treffen zwischen beiden Partnern statt. Die Pfälzer Abordnung fühlte sich recht wohl und konnte nichts von der angeblichen norddeutschen Steifheit bemerken.
Am nächsten Morgen wurde in der „Fröhlichen Weinstube" im Rathaus der Stadt der Weinausschank und die Grillutensilien hergerichtet und vorbereitet. Ehrensache, daß eine von hier mitgebrachte Theke von fünf Meter Länge für eine ordnungsgemäße Kühlung sorgte. Prospektmaterial unserer Stadt, von Verkehrsamtsleiter Otto Schutt mitgegeben, wurde verteilt. Der Bürgermeister aus Neustadt/Holstein eröffnete mit dem traditionellen Faßanstich das Fest der Bürger. Bis tief in die Nacht wurde gefeiert und man konnte kaum einen Unterschied bemerken zu unserer pfälzischen Mentalität.
Sonntags fand im Rathaus ein Festakt statt. Feierlich wurde in Anwesenheit des Finanzministers Titzck zwischen der schwedischen Stadt Rönne auf Bornholm und Neustadt/Holstein eine partnerschaftliche Beziehung eingegangen. Die Feucht-Fröhlichen Neustadter nahmen an dieser Feierstunde teil, ehe der normale „Altstadt-Festrummel" seine Fortsetzung fand. Nur kurz werden sich die Mitglieder dieser rührigen Vereinigung auf ihren Lorbeeren ausruhen können. Bereits am 20. August geht es wieder auf große Reise. Ziel wird die Partnerstadt Lincoln sein. Der Anlaß dieser Reise ist das zehnjährige Jubiläum mit dem Bruderverein FFN Neustadt - Sektion Lincoln. Welche Bedeutung diesem Ereignis beigemessen wird, zeigt die Liste der offiziellen Vertreter bei einer hochkarätigen Weinprobe aller Weinanbaugebiete Deutschlands: Die Deutsche Weinkönigin Hildegard Weber, der Deutsche Botschafter in England, Oberbürgermeister Ohnesorge, um nur einige zu nennen. Über diese Festlichkeiten werden wir ausführlich berichten.

Quelle: Rheinpfalz vom 07.08.1982


Weinfreunde unter sich

Zehn Jahre Partnerschaft FFN-Neustadt-Lincoln

Nach und nach lichteten Neustadts FFN-Mitglieder die Reihen der traditionellen Anhänger von Bier und Sherry, Long-, Mixed- und Soft-Drinks. Zuerst exportierten sie Pfälzer Rebensaft, später den kompletten Weinbergzubehör ins Vereinigte Königreich, in die an der Ostküste gelegene Partnerstadt Lincoln, 217 Kilometer von der Hauptstadt London entfernt. Bewältigt wurden die 1000-Luftkilometer immer getreu dem englischen Sprichwort: "The way to a friend is never too long." Der Weg zu einem Freund ist nie zu weit.
Zehnjähriges Jubiläum feierte der Verein der "Feucht-Fröhlichen-Neustadter"", die Verbindung zur FFN-Sektion Lincoln seit dem 1. August 1972. Ausgangsbasis dieser beispielhaften Weinfreundschaft war die Städtepartnerschaft Neustadt-Lincoln, zu der auch die FFN ein Zeichen setzen wollte. Die Entwicklung - so war bereits der RHEINPFALZ zu entnehmen, ließ anno 1982 selbst zurückhaltende Naturen unter gestandenen Männern ins Schwärmen geraten: "Unwahrscheinlich die Freundschaftsbeweise der 'Brüder' aus Lincoln, bewunderungswürdig ihr Engagement um den deutschen Wein...". Rund 10 000 Liter flossen allein im Zeitraum 1981/82 über die FFN Neustadt zur Sektion Lincoln.
FFN-Präsident Alfred Schilling, sein "Vize" Gerd Reif, die Aktiven Stephan Hafen und Michael Joa sowie FFN-Mitglied Philip Scammell berichteten kurz nach der Rückkehr aus Lincoln über die Höhepunkte im viertägigen Festgeschehen, an der Prominenz aus beiden Ländern teilnahm - unter anderem die Deutsche Weinkönigin Hildegard Weber. Für das, was sich in Lincoln an Gastfreundschaft offenbart habe, gebe es nur einen würdigen Dank: "Das Hambacher Schloß einpacken und nach Lincoln schicken..". So formulierte es der Ehren-Dolmetscher Philip Scammell, seit Jahren im Ortsteil Diedesfeld beheimatet und keineswegs unkritisch. Seine Landsleute, dem Klischee nach kühl und reserviert, hätten sich demnach selbst übertroffen - im Bemühen um ihres Gäste aus Neustadt, in der Ausgestaltung der Kulissen wie der kulturellen Akzente.
Die 300 Rebstäcke, vor 10 Jahren in Lincoln von der FFN Neustadt angepflanzt und heute von den dortigen FFN-Aktiven sowie einer Engländerin, die in Diedesfeld Fachwissen erworben hat, versorgt, sie haben demnach reiche Frucht getragen. In doppeltem Sinne. Stellvertretend für die Einsatzbereitschaft alle "Feucht-Fröhlichen" sind dabei die Namen von Robin Rushton, einem der höchsten Verwaltungsbeamten Lincolns, sowie die der FFN-Präsidenten Ray Crownshaw und Alfred Schilling zu nennen. Unter ihrer Leitung wuchsen die Freundschaften von Familie zu Familie, wurden Gedanken und Gefühle füreinander verändert. Auf der Gründungsurkunde ist die Zielsetzung festgehalten: Die Pflege heimatlichen Brauchtums, der freundschaftlichen Beziehungen, des Kulturguts Wein. Was englische wie deutsche FFN-Angehörige daraus gemacht haben, spricht für einen bewährten Paten: Der Wein, dem man zu dienen bereit ist, warf seinen Glanz über die Festtage in Lincoln.
I.M.S.

Quelle: ???