FFN kommt für die Kosten auf

NEUSTADT (no). Noch ausdrücklicher als bisher will die Vereinigung „Feucht-Fröhliche Neustadter" ihr Sozialengagement in diesem Jahr handhaben. In diesen Bereich fällt eine Idee, die über Grenzen hinweg Früchte tragen soll. Gemeinsam mit den Partnern „FFN, Sektion Lincoln" wollen die „Feucht-Fröhlichen" jährlich ein unterstützungsbedürftiges Kind aus sozial schwachen Familien für etwa zehn Tage im jeweiligen Gastgeberland aufnehmen. Die anfallenden Kosten werden von der deutschen und englischen FFN übernommen.
Doch damit nicht genug. 1981 wurde bekanntlich zum Jahr der Behinderten proklamiert. Die FFN möchte auch hier einen Beitrag leisten. So will man den behinderten Sportlern aus Neustadt kostenlos eine Weinprobe anbieten. Ein besonderes Augenmerk wollen die Männer um Alfred Schilling auf die Integration von Behinderten in das Vereinsleben haben.
Natürlich ist auch bei der FFN das Stichwort Saalbau stets präsent. So hat man vor, einen Beitrag für den Wiederaufbau zu leisten. Allerdings wollten die FFN'ler die Katze noch nicht aus dem Sack lassen; sicher ist aber, daß in diesem Jahr eine Aktion gestartet wird.
Bei Pressebesprechungen im FFN-Keller machte die Führungsspitze klar, daß man es ablehnt, in diesen Räumen einen Ausschankbetrieb, wie von Gaststätten gewohnt, aufzuziehen. Dies werde auch in Zukunft nicht zum Konzept der Feucht-Fröhlichen gehören. Was im Partnerschaftskeller veranstaltet wird, ist von der Vereinigung selbst geplant und gestaltet.
Ein Beispiel macht deutlich, wie die FFN sich um mehr Verständnis für den Pfälzer Wein bemüht. Betreuer von „Azubis" bei der BASF bekommen Ende Januar eine Weinprobe ausgerichtet. Dazu Präsident Alfred Schilling: „Wir wollen bei solchen Gelegenheiten die Leute an den Wein heranführen, ihnen Informationen geben". Daß der BASF-Gruppe im Partnerschaftskeller ein Abend in rustikaler Atmosphäre bei Pfälzer Spezialitaten geboten wird, darf man von vorneherein als bare Münze nehmen. Aber auch der Jugend will die FFN den Wein näherbringen, um den Unterschied zwischen Genießen und „Schütten" deutlich zu machen. Im Landschulheim Eppenbrunn wurde von der Schilling-Truppe eine solche Probe schon arrangiert.
Bedenkt man die gewiß nicht geringen Aufwendungen der Feucht-Fröhlichen bei ihren vielfältigen Aktivitäten, muß man sich unwillkürlich fragen, woher die Vereinigung das Geld nimmt, um ihre vielen Vorhaben zu finanzieren. Die Antwort ist relativ einfach: „Wir müssen beim Weinfest das Geld in die Kassen holen, das wir während des ganzen Jahres brauchen", erläutert Alfred Schilling. So braucht man sich nicht wundern, daß die Feucht-Fröhlichen in dieser Zeit mehr trocken als feucht sein dürfen: Schließlich schlaucht es ganz schön, drei Wochen lang im Schichtdienst der Ehrenamtlichkeit zu fronen; und dann tagsüber noch den „normalen" Beruf auszufüllen.

Quelle: Rheinpfalz vom .. .01.1981


"Feucht" nicht das Markenzeichen der FFN

Auf vielen Sektoren engagiert - 80 Tage im Einsatz

NEUSTADT (no). FFN, das ist ein Markenzeichen für eine Neustadter Vereinigung, nicht nur im engeren Bereich sondern ebenso in der ganzen Pfalz, aber auch in den befreundeten Städten Lincoln und Macon. Die Feucht-Fröhlichen Neustadter sind jene Männer-Gruppe, die sich ebenso der Erhaltung und Pflege von Pfälzer Bräuchen verschrieben hat wie der Arrangierung stilvoller Weinproben, der Pflege der Städte-Patenschaften wie der Hilfe für soziale Minderheiten und der Altenbetreuung. Vor diesem Hintergrund vielschichtiger Aufgaben sind die 26 Aktiven um Präsident Alfred Schilling nicht so ganz glücklich über das eine Prädikat „feucht" im „Firmennamen": Darunter habe das Image der FFN ein bißchen gelitten.
Doch eine solche Sorge scheint im Neustadter Raum, wo die „Feucht-Fröhlichen" immer zur Stelle sind, wenn es gilt für die Stadt etwas zu tun, sich bei Festen und gehaltvollen Veranstaltungen zu engagieren, unbegründet. Trotzdem war es Anlaß für die Führungs-Crew - neben Schillig sein „Vize" Gerd Reif, Geschäftsführer Michael Joa und „Finanzminister" Herbert Kaul - einmal in Wort und Zahl dazulegen, wo man im verflossenen Jahr im Einsatz war. Und das ist eine sehr beeindruckende Bilanz. Schließlich lassen sich in der FFN-Statistik rund achtzig - teils ganztägige - Veranstaltungen entdecken. Ein Fünf-Tage-Programm war für die Freunde aus Lincoln arrangiert (dort gibt es bekanntlich den Verein „Feucht-Fröhliche Neustadter, Sektion Lincoln"), 21 Tage lang waren die Mitglieder im Schichtdienst reihum in den „Weiheiselcher" am Werk, um die Gäste in dem zu jeder Stund proppenvollen Haus zu versorgen. Daneben hatte man - mit durchschlagendem Erfolg - vier Tage lang in Neustadt/Holstein für den Pfälzer Wein beim Altstadtfest geworben. Hinzu kamen noch zwanzig Tage, welche bei Veranstaltungen für die aktiven und passiven Mitglieder der FFN draufgingen. Dabei gilt es stets zu bedenken, daß alle Aktiven schließlich einen Beruf auszufüllen haben, dieses Engagement also nur auf Kosten der
Freizeit leisten können.
Nach der FFN-Satzung darf der Verein maximal 30 aktive Mitglieder haben, 27 sind es derzeit. Die Zahl der passiven Mitglieder hat sich derzeit bei 190 eingependelt. Besonderen Wert legt man bei den „Feucht-Fröhlichen" auf die Feststellung, daß man sich als überparteiliche Vereinigung betrachtet; und: die FFN'ler kommen aus allen Berufsschichtungen. Allerdings gibt es in den Reihen der Schillig-Truppe auch zwei (echte) Winzer. Gerd Reif über die Zielsetzungen der FFN: „Wir sind für Neustadt da. Wir sind stets bemüht um ein kooperatives Verhalten zur Stadt aber genauso zu den Bürgern dieser Stadt". (Wir werden über die FFN-Vorhaben für 1981 noch berichten).

Ein Beispiel, wie sich die Feucht-Fröhlichen Neustadter auf sozialem Sektor engagieren: In diesem Fall wurden behinderte Kinder im FFN-Keller bewirtet

Quelle: Rheinpfalz vom 09.01.1981
Foto: B. Franck


In weltoffener Eigenart: FFN mit neuer Kraft

Neustadt. Nicht nur feucht geht es bei den Feucht-Fröhlichen Neustadtern zu. Als eine gemeinnützig anerkannte, überparteiliche Vereinigung mit maximal 30 aktiven Mitgliedern sind die weltoffenen, Eigenart präsentierenden Pfälzer übder die Grenzen unseres Landes bekannt und beliebt geworden. Die Gesamtzahl der Mitglieder liegt derzeit bei 190 Personen.
Kooperative Zusammenarbeit mit der Stadt, Mitwirkung an traditionsgebundenen Veranstaltungen, bei der Stadtschlüsselübergabe, Mitgestaltung und Ausrichtung des Winzerdorfes sowie Ausschank von Pfalzweinen während des Deutschen Weinlesefestes, beim Altstadtfest und Pflege der Städtepartnerschaften und Patenschaften sind nur einige der Aktivitäten der FFN'ler unter der bewährten Leitung von Alfred Schilling.
Für das Jahr 1981 ist ein umfangreiches Programm geplant. Besonders wollen die FFN-Aktiven ihr Augenmerk auf die Integration von Behinderten in das Vereinsleben richten.
Aus diesem Grund werden sie für die "Behinderten Sportler" von Neustadt eine kostenlose Weinprobe offerieren.
Die FFN-Neustadt wird gemeinsam mit seinem Partnerschaftsverein "Feucht-Fröhliche Neustadter - Sektion Lincoln" dafür Sorge tragen, daß jährlich ein unterstützungsbedürftiges Kind ca. 10 Tage im Gastgeberland verbringen kann. Die anfallenden Kosten werden von den jeweiligen Vereinen getragen.
Darüberhinaus will man auch versuchen, sich für den Wiederaufbau des Saalbaues einzusetzen.
Zum Schluß ist erwähnenswert, daß es sich bei den Terminen im Partnerschaftskeller, Fröbelstr. 26, um von der FFN geplante, durchgeführte und programmlich gestaltete Veranstaltungen handelt.
Ein reiner Ausschankbetrieb für Gäste ist nicht im Sinne des Vereins und wird auch in Zukunft nicht in das Aufgabenkonzept dieser Vereinigung gehören.

Auch in diesem Jahr waren die FFN'ler wieder aktiv, Sie mauerten die ersten Saalbau-Bausteine mit Bisquit und Käse bei der närrischen Schlüsselübergabe (unser Bild)

Quelle: Stadtanzeiger vom 15.01.1981


Weichen früh gestellt

FFN wählte in hartem Test Kreszenzen für das Weinfest aus

NEUSTADT (hmk). Man kann sich nicht früh genug darum kümmern, was man in seinen Winzerhäuschen während des "Deutschen Weinlesefestes 1981" auszuschenken gedenkt. Von diesem Gedanken ließen sich die Feucht-Fröhlichen Neustadter leiten, als sie jetzt daran gingen, in dieser Richtung Entscheidungen zu treffen. Die FFN-Mannen wußten die Erfahrungen vieler Jahre zu nutzen und gingen auf Nummer sicher.
FFN-Kellermeister Dieter Schulze hatte für dieses wichtige Verfahren im eigenen Partnerschaftskeller die Weichen gestellt. Er hatte 16 Weinbaubetriebe angeschrieben und sie um Anstellung von Proben gebeten. Wie alljährlich, gibt es vier Ausschankweine doch nur von Qualität. Die vier Sorten waren genau gekennzeichnet, um den Betrieben Anhaltspunkte für ihre Wahl zu geben. Das hieß Wein für einen Festschoppen, ferner ein herzhaft, süffiger Tropfen, dazu ein Damenwein, mild, lieblich und ein trockener, für Diabetiker geeignet.
Zehn Weinbaubetriebe hatten auf das Schreiben reagiert und 32 Weine angestellt, die verdeckt geprobt wurden. Der Kellermeister hatte gute Vorarbeit geleistet, doch er selbst gab keine Stimme ab, da er die Weine und ihre Herkunft kannte. Die Kommission bestand aus zwölf Aktiven der FFN, dazu die Gewinner des Weinquiz, der im vergangenen Jahr anläßlich der inoffiziellen Eröffnung der Häuschen durchgeführt worden ist. Es wurde hart, doch fair gepunktet. Nach zwei Stunden gewissenhafter Prüfung standen die vier Weine für das Deutsche Weinlesefest 1981 fest, die in den Häuschen der FFN kredenzt werden: Müller-Thurgau, halbtrocken, Jahrgang 1980 (Festschoppen), 1979er Riesling Kabinett, 1978er Kerner Kabinett, 1980er Riesling trocken. Die Mannschaft war zufrieden, und nach den Worten von Präsident Alfred Schilling glaubt die FFN, mit der Wahl den Geschmack der Gäste getroffen zu haben.
In einem zweiten Punkt ihres Schreibens hatte die FFN um schriftliche Preisangebote für Probeweine gebeten, die an die „FFN Sektion Lincoln" weitergeleitet werden sollten, um ihre Bemühungen um dem Pfalzwein, besonders den aus Neustadt, zu unterstützen. Bekanntlich führt die FFN Lincoln schon seit ihrem Bestehen eine uneigennützige, doch erhebliche und erfolgreiche Werbung mit der Veranstaltung! von Weinproben durch. Die FFN bedauert, daß die angeschriebenen Betriebe auf diese Bitte fast gar nicht eingegangen sind.

Quelle: Rheinpfalz vom 21.07.1981


FFN wieder im Dienst der Stadt

Neustadt (hmk). "Wir müssen Neustadt nach innen und außen vertreten. Das ist eine Verpflichtung, seit die FFN besteht, darum übernehmen wir auch Fremdenverkehrsveranstaltungen, die sonst im Saalbau stattgefunden hätten. Gerade in diesem Punkt müssen wir der Stadtverwaltung zur Seite stehen." So Alfred Schilling, der unermüdliche Boß einer Truppe, die keinen Einsatz scheut, wenn es um Neustadt geht.

Um diese Repräsentation geht es auch in dieser Woche an zwei Tagen im rustikalen Keller der FFN. Gestern war der Gemeinderat von Ramstein-Miesenbach mit Angehörigen der US-Streitkräfte zu Gast bei einer Zwölferweinprobe und Pfälzer Schwertelbraten. Heute, Freitag, wird an gleicher Stelle der gesamte Bundesvorstand des Reichsbundes empfangen, der zu einer Tagung in Neustadt zusammengekommen ist. Die FFN wird die Teilnehmer mit einer Weinprobe und einer Pfälzer Spezialität bewirten.
Das Treffen der Reisesonderzugabteilung der Bundesbahndirektion Karlsruhe im Juni dieses Jahres in Neustadt, mit Teilnehmern aus Frankreich, der Schweiz und Spitzenvertretern zweier Reiseorganisationen war auch für die FFN erfolgreich, wie einem Schreiben an OB Dr. Brix zu entnehmen ist Darin heißt es: „Die FFN-Truppe unter Führung von Herrn Schilling hat uns den Pfälzer Abend in dem schönen FFN-Keller hervorragend gestaltet und für alle Teilnehmer zu einem unvergeßlichen Erlebnis werden lassen."
Zum Schluß schreibt die Bundesbahndirektion, die sich bei OB Dr. Brix für die Aufgeschlossenheit und Hilfsbereitschaft seiner Mitarbeiter bedankte, daß es allen Teilnehmern in Neustadt sehr gut gefallen hat

Quelle: Rheinpfalz vom 28.08.1981


Als Dank Einladung zum Flugplatz

FFN bewies an zwei Tagen Pfälzer Gastlichkeit - "Erst zur Perle der Pfalz gemacht"

NEUSTADT (hmk). Die Feucht-Fröhlichen Neustadter haben wieder einmal zwei „heiße" Tage mit über 100 Personen im Dienste des Fremdenverkehrs erfolgreich überstanden. Es sind Idealisten, die sich für eine Sache einsetzen, an der sie Freude haben und zu der sie stehen. Der FFN-Keller war Mittelpunkt zweier Veranstaltungen mit dem Gemeinderat Ramstein-Miesenhach und deren amerikanische Freunde sowie dem Bundesvorstand des Reichsbundes. Schon am ersten Abend stellte sich heraus, daß diese deutsch-amerikanische Mischung, die aus der Westpfalz in die Vorderpfalz rollte, eine lustige Gesellschaft war, die sich von Alfred Schilling bestens unterhalten fühlte.
Wobei man bemerken muß, daß Bürgermeister Julius Divivier auch kein Freund von Traurigkeit war und kräftig konterte, wenn die „Hinnerpälzer" und die „Vorderpälzer" sich heitere Wortgefechte lieferten, die mit dem salomonischen Kompromiß endeten: "Wann's kä Hinnerpälzer geb, geb's kä Vorderpälzer un wann's kä Vorderpälzer geb, geb's ach kä Hinnerpälzer".
Die amerikanischen Freunde der Ramsteiner kamen aus Goldboro (Nord Carolina). Zwischen beiden besteht eine Partnerschaft, sozusagen von Flugplatz zu Flugplatz. Jede Einheit gibt es in USA und in Europa, Zwillingseinheit genannt. Von diesem regelmäßigen Luftverkehr hat die Partnerschaft ihre Vorteile, denn die Air Force nimmt nicht nur die Soldaten mit, sondern auch die Partnerschaftsvertreter bei ihren gegenseitigen Besuchen. „Wir könnten das finanziell nicht machen, aber so hat sich die Sache perfekt eingespielt."
Das erklärte uns der stellvertretende Bürgermeister Karl Mitschang. Die Gäste sind aus der Regionalverwaltung, auch zwei Journalisten waren dabei. Die Partnerschaft läuft von Zivilpersonen zu Zivilpersonen, Bindeglied ist die amerikanische Einheit.
Alfred Schilling begrüßte die Gäste, informierte über die Geschichte der FFN, den Bau des Kellers, die Partnerschaft mit Lincoln und bewährte sich einmal mehr als Interpret einer 12teiligen Weinprobe. Viel Beifall für Schilling und eine Einladung zum Flugplatz Ramstein für die FFN durch den Stellvertreter des Kommandanten, einen Colonel mit dem guten deutschen Namen Wetzel. Schilling meinte gut gelaunt, vielleicht könne der FFN auch der Air Force helfen, wenn sie einen Weintransport nach Lincoln habe.
Bürgermeister Divivier, Mitglied des Bezirkstages, war über den Wechsel des OB nach Mainz informiert. Er erklärte dazu: „Ich finde es nicht richtig, daß man die Verschuldung der Stadt in den Vordergrund stellt und dabei übersieht, daß Dr. Brix die Stadt Neustadt erst zur Perle der Pfalz gemacht hat. Neustadt kann heute den Anspruch erheben, eine der schönsten Städte der Pfalz, wenn nicht die schönste zu sein. Vielleicht ist die Kritik nur Neid darüber, ähnliches nicht selbst geschaffen zu haben. Das sagt ein Bürgermeister, der die Probleme einer Stadt kennt und der auch die Entwicklung Neustadts seit 1964 verfolgt hat." Einen Tag später war der Bundesvorstand des „Reichsbundes" Gast im FFN-Keller. Die Weinprobe des Abends hatte die FFN gestiftet. Zehn Weine waren es, die viel Anklang fanden. Schilling hieß die Gäste im Hof mit einem Umtrunk willkommen, wo am Grill schon ein deftiger „Germanenspieß" brutzelte. Die Mitglieder des Reichsbundes, von Fritz Tarrach, dem Kreis- und 2. Landesvorsitzenden geführt, waren rundherum begeistert von dem, was ihnen geboten worden ist. Erster Bundesvorsitzender Hermann Meyer dankte für die Gastfreundschaft und den schönen Abend, vor allem auch für die Weinprobe, die für die meisten Vorstandsmitglieder eine Neuheit war.

Quelle: Rheinpfalz vom 03.09.1981


Mit weinseligem Schlachtruf: "Die Haiselcher sin uff!"

Seit Samstag werden im Winzerdorf wieder die Schoppen gestemmt - Ovationen für Dr. Brix


Jetzt kreisen wieder die Schoppen in den „Haiselcher" am Bahnhof. Am Freilag abend hatten die Wirte auf Zeit Gäste geladen. Bei den Feucht-Fröhlichen Neustadtern (FFN) im Keller hatte OB Dr. Brix den Anstich des ersten „Neuen" übernommen (links). Ein ganz anderes Faß machten die "Woisträßler" in ihrem Haiselcher auf: Ein Spendenfaß für den Saalbau (Mitte). Wein und Gesang: Bei der Singenden Elf waren Heinz Dörr und seine S11-Mannen stimmgewaltig fürs erste, Dr. Adams (rechts im Bild) als weinkundiger Zugführer entlang der Deutschen Weinstraße für die Kommentierung edler Tropfen zuständig.

NEUSTADT (hmk/ims/ie). „Die Haiselcher, die Haiselcher, die Haiselcher sin uff!" Der „Schlachtruf" für Neustadts höchstes Fest, das Deutsche Weinlesefest, erklang am Freitag abend wieder mit ungebrochener Kraft. Seit Samstag werden in dem originellen Winzerdorf am Bahnhof wieder die Schoppen gestemmt. „Singende Elf", Feucht-Fröhliche Neustadter (FFN) und die „Woisträßler" hatten zur fröhlichen Vorfeier geladen, die unversehens einen zweiten Akzent erhielt: Ovationen empfingen Oberbürgermeister Dr. Brix bei seinem letzten Rundgang als Neustadts OB zum Auftakt der Haiselcher-Weinseligkeit.

Zielbewußt hämmerte der OB den Zapfhahn in das rebengeschmückte Faß mit der Aufschrift „Neuer Wein 1981". Alfred Schilling, Präsident der FFN, überreichte den ersten Schoppen Müller-Thurgau an Dr. Brix mit den Worten: „Ich wünsche, daß das Deutsche Weinlesefest auch in den kommenden Jahren nie ohne Sie gefeiert werden möge". Viel Zustimmung im bis zum letzten Platz besetzten Partnerschaftskeller der FFN, der zur Stätte des Abschieds zweier Partner - FFN und OB - wurde. Dr Brix war gerührt: „Ich vergesse das nicht, was wir miteinander erlebt haben". Das Abschiedsgeschenk für ihn: ein großer Humpen mit dem Wappen der FFN. Dem ersten passiven Mitglied der FFN, Fritz Meier, dankte Schilling mit einem Weinpräsent; er gehört seit über 32 Jahren der FFN an. Den Aktiven Jürgen Traxel zeichnete der Präsident fürs Zehnjährige mit der goldenen Nadel aus. Nach einer leckeren Schlachtplatte konnten sich die Gäste bei einer ansprechenden Probe von der Qualität der Ausschankweine im „Haiselche" überzeugen.
Harmonie ist ihnen Herzenssache, den „Woisträßlern", die in diesem Jahr Mut zur Weinvielfalt und damit ihre Verbundenheit zu den traditionsreichen Weinlagen entlang der Deutschen Weinstraße, der Nahe und der Weinregion Mäcon demonstrierten. Gleichzeitig war das auch ein Beweis für ihre Kennerschaft, denn die Schoppenweine aus Hambach, Diedesfeld, Mußbach, Haardt und Grünstadt hatten eine langwierige Vorauswahl zu passieren. Mit Weinliteratur würzte Vorsitzender Wolfgang Rendel die von ihm besprochenen Proben. Anerkennende Worte für das Engagement der „Woisträßler" fanden als Sprecher aller Gäste, einer ihrer ältesten Freunde und Förderer, Gustav Merckel, sowie der Vertreter der LLFA. OB Dr. Brix der zusammen mit dem Bürgermeisterkollegium zu später Stunde seine Aufwartung machte, verabschiedete sich auch hier als Stadtoberhaupt und dankte für die jahrlange Einsatzbereitschaft. Nicht vergessen wurde eine Spendenaktion zugunsten des Saalbaus: Ein rebenumkränztes Fäßchen soll die Haiselcher-Besucher zum Spenden anregen. Ein Kompliment durfte der OB von seiten der „Woisträßler" mit auf den Weg nehmen: „Sie haben aus unserer Stadt ein Herzstückl für die für ganze Pfalz gemacht."
Wo die „S 11" ihr Haiselche '81 feierten, war weithin nicht zu überhören, denn bei der S 11 gibt's Gesang, versteht sich. Und die Evergreens von den „Haiselchern", von der „Elwedritschejagd" oder der „Seilerbahn nachts um halb Zwei" fanden lautstarke Untermalung von allen Gästen, die mitfeierten. In den Zug, den Dr. Karl Adams begleitete, stiegen allen gern ein: In elf Stationen ging es entlang der Deutschen Weinstraße, mit dem Probenglas in der Hand natürlich. Was Dr. Adams über die verkosteten Weine, aber auch um Geschichte und Geschichten von Land und Leuten der weinträchtigen Strecke zu erzählen wußte, machte diese „Fahrt" zu einem Genuß für Gaumen und Geist. Heinz Dörr und seine S-11-Mannen waren angenehm überrascht, daß das komplette Bürgermeister-Dreigestirn ihrem Haiselche die Ehre gab. Und Dr. Brix wurde die Abschiedswehmut mit der Versicherung versüsst, daß künftig auch der Staatssekretär Dr. Brix gerne gesehen ist; darf er sich doch die Idee gutschreiben, daß die S 11 seit Jahren im Winzerdorf ausschenkt.

Quelle: Rheinpfalz vom 28.09.1981
Fotos: B. Franck


Gelungener Auftakt des Weinlesefestes, aber:

OB-Abschied in den "Haiselcher"

Seinen letzten offiziellen Auftritt als geübter „Zeremonienmeister" beim „Deutschen Weinlesefest" hatte OB Dr. Brix am letzten Freitag: „Feucht-Fröhliche Neustadter" (FFN), „Singende Elf" und „Woisträßler" hatten zum Auftakt der Haiselcher Weinfröhlichkeit im Kleinen Kreis eingeladen und da ließ es sich das scheidende Stadtoberhaupt natürlich nicht nehmen, diesen tragenden „Säulen" des Neustadter höchsten Festes seine Aufwartung zu machen.

Mit der ganzen Routine seines Amtes übernahm denn auch Dr. Brix, im Partnerschaftskeller der FFN freudig begrüßt, den Anstich des „Neuen" vom Jahrgang '81, doch war der erste Schoppen, den FFN-Präsident Schilling dem OB überreichte, nicht frei von Wermutstropfen: war es doch für beide Seiten auch ein Tag des Abschieds. Sichtlich gerührt nahm Dr.Brix das Abschiedsgeschenk, einen großen Weinhumpen mit dem Wappen der FFN, in Empfang, den Präsident Schilling in der Hoffnung überreichte, das Deutsche Weinlesefest „möge auch in Zukunft nicht ohne Sie gefeiert werden."

Zum „Pröbeln" hatten sich unterdessen im Winzerdorf auch die „Woisträßler" zusammengefunden, die in diesem Jahr ja mit einer reich bestückten „Weinkarte" Flagge zeigen: Vielfalt istTrumpf und mit der vom Vorsitzenden Wolfgang Hebel besprochenen Probe stellten die „Woisträßler" einmal mehr ihre Kennerschaft und ihr Engagement in Sachen Wein unter Beweis, das seine Würdigung auch in den Worten des langjährigen Gönners Gustav Merckel fand. Auch in diesem Kreis hieß es für Dr. Brix zu später Stunde als Bürgermeister Abschied nehmen, ebenso wie im durch fröhlichen Gesang und einen reichhaltigen „Probenzug" entlang der Deutschen Weinstraße „wohltemperierten" Haiselche der "Singenden Elf", die schon jetzt den "Staatssekretär" Dr. Brix für's kommende Weinlesefest willkommen hießen.

Quelle: Stadtanzeiger vom 01.10.1981


Mit eigenem Wein Lorbeeren ernten

Feucht-Fröhliche Neustadter bei der Traubenlese - Rebensaft für Treffen in Lincoln

NEUSTADT (hmk). Das Vorhaben der Feucht-Fröhlichen Neustadter (FFN), in diesem Jahr einen eigenen Wein zu ernten, ist geglückt. Zu diesem Zweck trat die Mannschaft in Haardt an, Ziel war ein Weinberg im Vogelsang, unterhalb des Gedenksteins von Leopold Reitz. Daß die FFN einen 60zeiligen Wingert für eigene Zwecke aberntet, um einen repräsentativen Wein im Keller zu haben, wird im Hinblick auf das zehnjährige Jubiläum der Sektion Lincoln verständlich.
Der Besitzer des Weinberges, Karl Weintz in Neustadt, und sein Pächter, der Winzer Helmut Gerlach, Maikammer, hatten den Ertrag der FFN verkauft. Für den Ausbau bis in die Flasche sorgt der Aktive Stephan Hafen, Weingut Schönhof Diedesfeld. Auch ein eigenes Etikett ist vorgesehen.
Die FFN wünscht sich für ihren Trunk natürlich einen Qualitätswein mindestens im Kabinettsrang. Die Vorzeichen dafür stehen gut. Es handelt sich um einen Riesling von einem 25jährigen Weinberg. Verschiedene Refraktometerteste ergaben Werte um 80 Grad Öchsle, bei Trockenbeeren wurden sogar 125 bis 130 Grad gemessen.
In der Hauptsache ist der Wein für das Partnerschaftstreffen anläßlich des Jubiläums in Lincoln bestimmt Die Teilnahme der Deutschen Weinkönigin Hildegard Weber, Gönnheim, steht schon fest, aber auch die pfälzische Majestät, Gaby Brückmann, Freinsheim, soll dabei sein. Die Aktiven der FFN machen die Reise ebenfalls geschlossen mit. Die vorgesehene Weinprobe in Lincoln wird zu einem besonderen Höhepunkt. Sie stellt Weine aus allen deutschen Weinbaugebieten vor.
In gut zwei Stunden war die Weinlese beendet. Dann ging es in den FFN-Keller, wo die Gruppe die Lese in fröhlicher Ungezwungenheit ausklingen ließ.

Die Feucht-Fröhlichen Neustadter mit Kind und Kegel bei der Lese von eigenen Trauben.

Quelle: Rheinpfalz vom 22.10.1981