Willkommen im FFN-Keller

Aufgrund häufiger Bitten wird in der Fröbelstraße 26 der Keller der Feucht Fröhlichen Neustadter der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Jeweils der 2. Samstag Im Monat soll zukünftig zum Frühschoppentreff für alle Neustadter Bürger bzw. Gäste avancieren. Nicht daß bisher die Öffentlichkeit ausgeschlossen war, nein, man hatte sich nur immer wieder auf spezielle Veranstaltungen mit bestimmten Gruppierungen geeinigt. Schwerpunkt des Vereinslebens war und ist die Pflege um das Brauchtum des Pfälzer Weines. In diesem Sinne wurden auch die Kontakte zu den befreundeten Weinkennern In Neustadt/Holstein, dem Paten-U-Boot in Kiel und vor allem zu der Sektion Lincoln hergestellt. Über die Aktivitäten der FFN wird oft gesprochen und manches gemunkelt. Jedoch vielen ist der Verein noch unbekannt. Wer sich richtig informieren möchte, hat am 9. Mai von 10 bis 14 Uhr die Gelegenheit, mit Freunden und Aktiven, Ex-Aktiven und passiven Mitgliedern bei einem guten Wein und einer Pfälzer Vesper zu Freundschaftspreisen über Vereinsleben, Vergangenheit und Zukunft zu reden. Es sollen ab und zu auch bei diesem Frühschoppen „Sprich gekloppt wärre". Herzlich willkommen also an alle Freunde des Pfälzer Weines.

Quelle: Stadtanzeiger vom 30.04.1992


Neuer Wein macht im Schoppenglas die Runde

Vereine eröffnen ihre „Haiselcher" mit Weinproben und Gesang - Trubel im Pfälzer Weindorf


Dichtes Gedränge herrschte schon am ersten Abend vor und in den „Haiselcher". (Foto: Linzmeier-Mehn)

Der Neue fließt wieder in Strömen und macht im Schoppenglas die Runde. An herzhaften Pfälzer Spezialitäten mangelt es ebenfalls nicht, denn die Speisekarte der einzelnen Betreiber der „Haiselcher" im Pfälzischen Weindorf wird immer länger. Neben den einheimischen Gerichten wird das Angebot an Spezialitäten alljährlich erweitert. Und so ist es kein Wunder, daß der Platz vor dem Saalbau zum beliebtesten Ziel für Einheimische und Gäste geworden ist.
Die „Feucht-Fröhlichen-Neustadter" bieten als neue Spezialität einen „Feinschmecker-Teller" an. Er ist belegt mit Fisch, Forellenfilet und Lachs, dazu gibt es Baguette und als besonderen Knüller ein Glas „handgeschüttelten Sekt extra brut", wie FFN-Präsident Helmut Schuster am Eröffnungsabend im Partnerschaftskeller berichtete. Rindfleisch mit Meerrettichsoße und Grumbeere, das den Mitgliedern am Freitag serviert wurde, gibt es ebenfalls im Weinhaus, außerdem Haxen, Rollbraten, Zwiebelfleisch, Zwiebelkäse und Bratwurst. Weinknorzen mit Käsebelag und Wurstbrote runden das Angebot für großen und kleinen Hunger ab. Als Festschoppen wird ein Neustadter Mönchsgarten, Kerner halbtrocken, vom Jahrgang 1991 ausgeschenkt. Außerdem gibt es Diedesfelder Rebstöckel, Riesling trocken, einen halbtrockenen Riesling Haardter Pfaffengrund, einen Hambacher Schloßberg, Portugieser Weißherbst, und als fünfte Sorte einen lieblichen Kerner.
Für die Eröffnung ihres Weinhäuschens haben sich die „Woisträßler" wieder etwas Besonderes einfallen lassen: „Woisträßler-Vorsitzender" Harald Ehresmann und Peter Fröhlich hatten unter dem Motto „Europa: ab 1993 wird es sein ein Bindeglied der Pfälzer Wein" eine außergewöhnliche Weinprobe zusammengestellt. In ihrem neuen Vereinsheim im Michelschen Hof wurden fünf Spitzenweine aus fünf europäischen Ländern jeweils einem Pfälzer Wein gegenübergestellt. Der „Trick" dabei: Der Pfälzer Wein war immer etwas besser als der Ausländer. Nach Lachsterrine und Honigmelone mit Parmaschinken kosteten die „Woisträßler" aber auch die fünf Weine, die sie im Weindorf ausschenken: den Festschoppen mit Haardter Herzog, Riesling und Silvaner, eine Gimmeldinger Meerspinne, Riesling halbtrocken, Grünstadter Röth, Riesling trocken, Haardter Herzog, Kerner Kabinett sowie einen Hambacher Rebstöckel, Portugieser Weißherbst. Deftiges steht auf der Speisekarte: Pfälzer Spießbraten, Hausmacher Brote, ofenfrischer Zwiebelkuchen. Das i-Tüpfelchen ein „Riesling Stickel" ein Baguette mit Schinken und Käse überbacken.
Wie es seit 31 Jahren Brauch ist, trafen sich die Mitglieder der Neustadter Trachtengruppe zur Besprechung des ausgetüftelten „Schlachtplanes" in einem ihrer Weinhäuschen. Ausgeschenkt werden dort fünf Pfälzer Weine Jahrgang 1991, darunter ein Rotwein und ein Weißherbst von der Südlichen Weinstraße und der Mittelhaardt sowie zwei Sorten Riesling. Der Festschoppen ist eine Maikammerer Mandelhöhe. Neu ist der zusätzliche Außen-Ausschank der Trachtengruppe gleich neben dem „Rebstöckel"-Häuschen für den eiligen Gast mit kleinem Hunger. Im „Rebstöckel" und im „Spinnrädel" werden warme und kalte Pfälzer Gerichte vom Hausmacher Brot bis zum Kesselfleisch und Saumagen serviert. Bewirtet werden die Besucher von 50 Vereinsmitgliedern. Die Trachtengruppe war es, die als erste 1961 mit den Feucht-Fröhlichen-Neustadtern das Winzerdorf zum Weinlesefest wieder ins Leben rief.
Mit ihrem Song „Die Haiselcher, die Haiselcher sin uff", feierte die „Singende Elf" die Eröffnung des Weindorfes, in dem der Verein seit 20 Jahren ein „Haiselche" bewirtschaftet. 14 Tage lang hatten die aktiven Sänger das Weinhaus aufgebaut und dekoriert. 26 Männer und Frauen übernehmen nun die Bewirtung. Den Sängern wird schon eine Menge Idealismus abverlangt", lobte Vorsitzender Heinz Dörr seine Mitglieder bei der Eröffnung. Die „Singende Elf" habe ihren festen Standort im Dorf und könne über Zuspruch nicht klagen. Gekostet wurden am inoffiziellen Eröffnungsabend die sechs Weine, die im Weindorf bei der „Singenden Elf" über die Theke gehen: Riesling, Silvaner, Portugieser Weißherbst sowie eine Kerner Spätlese aus den Gemarkungen Neustadt, Mußbach, Deidesheim und Haardt. Als Magengrundlage für den Weingenuß werden Pfälzer. Spezialitäten angeboten: grobe Bratwürste, Leberknödel und Rippchen mit Sauerkraut oder Schmalzbrot. Sonntags gegen 11 Uhr erklingt! Musik zum Pfälzer Frühschoppen. (gif/krl/awk/kus)

Quelle: Rheinpfalz vom 28.09.1992


Weinlesefest ohne Ankeltern

Stimmung im Neustadter Festzelt bei der Eröffnung recht gedämpft

NEUSTADT (kus) - Mit den original Steinsberg-Musikanten wurde am Freitag abend auf dem Festplatz in Neustadt das Deutsche Weinlesefest offiziell eröffnet. Erstmals wurde in diesem Jahr auf das traditionelle Ankeltern durch die Stadtväter und die Eröffnungsrede des Bürgermeisters im Festzelt verzichtet. Ohne besonderes Programm begann das Fest, die Stimmung am ersten Abend war dementsprechend eher gedämpft.
Zwar gaben sich die 70 Schausteller mit ihren Ausschankstellen, Buden und Fahrgeschäften Mühe, ein Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie zu bieten, allerdings wurde dieses kaum genutzt. Im Festzelt fanden sich statt 1500 nur 300 Besucher ein. Die Musik sei gut, aber es fehle ein Konzept und ordentliche Weinfeststimmung, war der Tenor unter den Besuchern, die aus ganz Deutschland nach Neustadt kamen.
Enttäuscht zeigten sich auch die Schankwirte, die sich daran erinnern, daß vor Jahren die Zelte noch voll waren und man für eine Karussellfahrt anstehen mußte. Vielleicht war damals das Angebot auch attraktiver, denn in diesem Jahr bemühen sich lediglich abwechselnd Autoscooter, Monsterfahrt und ein Riesenrad um die Gunst der Fahrgäste.
Anders sah es beim zweiten Treffpunkt des Weinlesefestes, dem Winzerdorf am Bahnhofsvorplatz, aus. Dort, wo Vereine in urgemütlichen Fachwerkhäusern ihre Gäste bewirten, gab es kaum ein Durchkommen. Die Stimmung war ausgelassen und die Atmosphäre entsprach einem Weinfest, wie es sich die Touristen auch aus dem benachbarten Ausland vorstellen. Dies zog auch ein Kamerateam der „Deutschen Welle" an, die in ihrer Sendereihe „Schauplatz Deutschland, Germany live" ein einstündiges Porträt über die Pfalz zeigen wird. Das Team machte am Nachmittag Station in Neustadt und filmte am Abend Impressionen vom Winzerdorf mit Pfälzer Gesprächspartnern.
Ausgestrahlt wird die Reihe in Nordamerika, verschiedenen GUS-Ländern und landesweit in Rumänien, so daß das Weindorf als Symbol für Pfälzer Gastlichkeit und Brauchtum bis nach Kasachstan verbreitet wird.


Weinselige Stimmung herrschte zum Beginn des Deutschen Weinlesefestes fast ausschließlich an "de Haiselscher" auf dem Neustadter Bahnhofsvorplatz.

Quelle: Rheinpfalz vom 05.10.1992
Foto: Franck


Nikolaus beschert Lebenshilfe


Die Feucht-Fröhlichen-Neustadter hatten gesammelt, und so konnte der Nikolaus einen Scheck über runde 1000 Mark an die Lebenshilfe überreichen.

Neustadt (bg). Freude kam auf, als der Nikolaus in den Kellerräumen der Feucht-Fröhlichen-Neustadter (FFN) einen schönen Scheck aus dem Sack holte und ihn an Arnulf Link, den Vorsitzenden der Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind Ortsvereinigung Neustadt, überreichte. Runde tausend Mark spendeten die FFN'ler zur Anschaffung eines fahrbaren Stuhles, der im Sonder- und Förderkindergarten in Speyerdorf zukünftig zwei behinderten Kindern, die allein nicht in der Lage sind zu gehen, helfen wird, sich besser zu bewegen. Der Präsident der FFN, Helmut Schuster, konnte im Rahmen der FFN-Familienfeier eines der betroffenen Kinder zusammen mit den Eltern begrüßen. Er brachte zum Ausdruck, daß es nun fast schon zur Tradition geworden sei, der Lebenshilfe eine wenn auch bescheidene Summe zur Anschaffung von Hilfgeräten oder Spielen zufließen zu lassen. Da die Mittel zum Jahresende wie überall knapp würden, bedankte sich Link im Namen der insgesamt 30 behinderten Kinder und der Mitarbeiter. Spenden zum Ankauf von Spielen zur Förderung der Geschicklichkeit, der Motorik, der Sprache oder der Wahrnehmung seien natürlich immer sehr willkommen. Neben dem Kindergarten betreut die Lebenshilfe zur Zelt auch neun erwachsene Behinderte in der Speyerdorfer Tagesstätte. Wer mehr Information über die Lebenshilfe und deren Arbeit in Neustadt erfahren mochte, kann unter Telefon 06327/3535 von der Geschäftsführerin Katharina Poh Näheres erfahren.


Brief nach Lincoln

Klare Worte

Die Feucht-Fröhlichen-Neustadter, kurz FFN, beweisen dieser Tage wieder, daß „Feucht" nicht ihr eigentliches Markenzeichen ist. Angesichts der Übergriffe auf Ausländer durch Rechtsradikale haben sie sich dazu entschlossen, den Bürgern von Lincoln in einem Offenen Brief ihre Freundschaft zu versichern. „Wir FFN'ler und alle unsere Freunde fühlen uns aufgefordert, ein klares Nein zur Ausländerfeindlichkeit zu sagen. Wir distanzieren uns von jeglicher Aggressivität und Gewalt." Klare Worte von Präsident Helmut Schuster, die in den kommenden Tagen im Lincolnshire Echo abgedruckt werden sollen. Denn in der englischen Partnerstadt haben die Feucht-Fröhlichen nicht nur viele Freunde, sondern seit fast zwanzig Jahren sogar eine eigene Sektion ihres Vereins. Und schon bei der Gründung des Neustadter Clubs im Jahr 1949 wurde in der Satzung unter anderem festgelegt, daß der Verein durch seine Tätigkeit dazu beitragen will, daß die freundschaftlichen Beziehungen Deutschlands mit anderen Ländern, insbesondere die Partnerschaften der Stadt Neustadt mit anderen Städten, vertieft und gefördert werden.
Daß diese Passage einmal höchste Aktualität erlangen könnte, hatte damals wohl keiner geahnt. Die heutigen Feucht-Fröhlichen freilich stehen zu dieser Verpflichtung mit voller Überzeugung.         Jahrzehntelange Freundschaften der Bürger von Lincoln und Neustadt seien ein Beispiel für die friedliche Koexistenz zwischen den Ländern, meint Präsident Helmut Schuster.
Ernsthafte Zweifel an der Ausländerfreundlichkeit der FFN'ler hatte in Neustadt und Lincoln sicher bislang niemand. Dennoch kann eine solche Erklärung, die in Lincoln auch Nicht-FFN'ler lesen werden, aus englischer Sicht als ein positives Zeichen aus dem in jüngster Zeit in den ausländischen Medien vor allem negative Schlagzeilen hervorrufenden Partnerland gewertet werden. (iw)

Quelle: Rheinpfalz vom 15.12.1992