Immer ein Helfer, Freund und Botschafter

Alfred Schilling nach längerer Krankheit im Alter von 67 Jahren gestorben

Von unserer Mitarbeiterin Inga Maria Säftel
Neustadt war seine Liebe, Lincoln seine Leidenschaft. Beide hat er auf seine Weise gefördert, beide haben ihm viel zu verdanken. Mehr als vierzig Jahre war er beispielgebend für seine Heimatstadt, für das Kulturgut Wein, für persönliche Initiativen und die unermüdliche Bereitschaft, Mitverantwortung zu tragen. In 35 Jahren hat Alfred Schilling als Präsident des Vereins „Feucht-Fröhliche Neustadter e.V." Zeichen gesetzt - in der Pflege heimatlichen Brauchtums, in der Freundschaft zu Lincoln, den Kontakten zu Neustadts Paten-Unterseeboot U 26 und dem Paten-Airbus A 310 der Fluggesellschaft Lufthansa. Zu seiner Lebensleistung zählt der wunderbar gelungene Ausbau des weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten „Partnerschaftskellers" der „Feucht-Fröhlichen Neustadter" genauso wie die Gründung
 der englischen Sektion der FFN oder die Anpflanzung des nördlichsten Weinberges in Europa, in Lincoln. Ehrenamtlich tätig zu sein, war für den 1927 geborenen Elektromechanikermeister zeitlebens soziale Verpflichtung, sei es in berufsständischen Ausschüssen, im kulturellen und gesellschaftlichen Leben oder vorrangig im 1949 gegründeten Verein der „Feucht-Fröhlichen Neustadter". Daß er sich in besonderem Maße auch um die Altenbetreuung Neustadter Bürger, die finanzielle Unterstützung beim „Verein Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind", die Versehrtensportgruppen oder beim Wiederaufbau des Neustadter Saalbaues verdient gemacht hat, war für ihn zu jeder Zeit „ Selbstverständlichkeit". Die Verleihung der Goldenen Nadel der Stadt Neustadt 1973 sowie des Bundesverdienstkreuzes am Bande 1987 waren die äußeren Zeichen seiner Wertschätzung und für ihn eine Ehre, in die er seine „Mannschaft der FFN" und seine Frau mit einbezogen wissen wollte. Alfred Schilling, der Mann mit dem freundlichen Lächeln, der niemals „nein" sagen konnte, wenn man ihn um Hilfe bat, der die heiteren, humorigen Facetten des Lebens zu schätzen wußte und darüber hinaus auch nie die Schattenseiten des Lebens aus dem Auge verlor, ist nach längerer Krankheit im Alter von 67 Jahren gestorben. Mit seiner Familie trauern ein großer Freundeskreis und viele Neustadter Bürger. Zur Beisetzung auf dem Neustadter Hauptfriedhof am Mittwoch um 13.30 Uhr hat sich eine große Zahl seiner englischen Freunde angekündigt, um von dem Ehrenpräsidenten der FFN Abschied zu nehmen. Zurück bleibt hier wie auf der Insel mehr als respektvolle Erinnerung: „He was a very good fellow..." Er war ein sehr guter Freund.

Alfred Schilling. (Archivbild: awk)

Quelle: Rheinpfalz vom 27.02.1995


Germanenspieße und „Grumbeerpannekuche"

Gaumenfreuden und guter Besuch beim Marktplatzfest - Toilettenwagen vergessen


Kessel unter Dampf, die Gäste können kommen.

Treffpunkt am Brunnen: Ein kleiner Plausch gefällig?

Der Neustadter Marktplatz sei einer der schönsten in der Pfalz und biete sich als Ort der Kommunikation und zum Feiern an, sagte Beigeordneter Ingo Röthlingshöfer am Samstag bei der Eröffnung des Marktplatzfestes. Die Neustadter und die zahlreichen Touristen, die in der Stadt waren, ließen sich dies bei schönem Wetter nicht zweimal sagen. Es sei erfreulich, daß es gelungen sei, mit dem Marktplatzfest an die Tradition des bisher im Wechsel mit dem Hausfrauentag stattgefundenen Altstadtfest anzuknüpfen, so Röthlingshöfer. Es sei schwierig gewesen, ausreichend Vereine zu finden, die sich beteiligen. Deshalb dankte Röthlingshöfer „den Ausschankstellen, die auf dem Marktplatz zeigen, was in Neustadt Gastlichkeit ist". Wegen der kleinen Zahl der teilnehmenden Vereine, trugen auch zwei kommerzielle Anbieter und ein Weingut dazu bei, daß die Besucher genug zu essen und trinken bekamen. Große Fleischbrocken brieten die Feucht-Fröhlichen Neustadter am Feuer und boten diese als Germanenspieße. Bei einem Fest in der Pfalz darf Saumagen nicht fehlen, den gab es beim MGV Frohsinn. Wer kein Fleisch wollte, der konnte von der Neustadter Trachtengruppe „Grumbeerpannekuche" essen. Im Kessel über dem offenen Feuer dampfte beim Neustadter Konvent der Landsknechteintopf. Bratwurst bot der Karnevalverein an, einige Meter weiter drehte sich ein Ochse am Spieß, es gab Flammkuchen und „Fläschknepp". Wer es edler mochte, für den hielt das Weingut Gehrum in Gewürztraminer gedünstete Fasanenbrüstchen bereit. Etwas abseits bot am Klemmhof der Lions-Club Wildschwein an. Vielfältig auch das Angebot an flüssigen Spezialitäten. Marktplatzschoppen und Auto fahrerschorle standen etwa bei der Kolpingkapelle Hambach auf der Karte. Zu Winzersekt lud der Alte Konvent ein. Die Versorgung war gesichert, anders sah es mit der Entsorgung aus: Obwohl die Toiletten am Juliusplatz abgerissen sind, hatten die Organisatoren nicht an einen Toilettenwagen gedacht. So blieb nur die reichlich weit entfernte Toilette am Klemmhof. Zur Unterhaltung sang der MGV Frohsinn, ab mittags sorgten die Rieslingspatzen des Karnevalvereins für Stimmung. (ann)


Das freundliche Wetter lockte am Samstag viele Besucher zu dem Fest auf dem Neustadter Marktplatz.

Quelle: Rheinpfalz vom 06.06.1995
Fotos: Franck


Bewährte Kost und auch eine Bierprobe

Weinhäuschen-Saison gestartet - "Singende Elf" überrascht Besucher bei der offiziellen Eröffnung

Das Weindorf ist seit Samstag eröffnet. Die schmucken Häuschen sind frisch herausgeputzt und stehen wieder als Markenzeichen des größten deutschen Weinfestes für fröhliches Feiern, Schmausen und Trinken. Das Angebot ist neben dem Ausschank des "Neuen" wieder reichhaltig, und in jedem der "Haisel" gibt es besondere Spezialitäten. Diese sind im Vorfeld wieder unter den Vereinen abgesprochen worden, damit die Vielfalt gewahrt bleibt.
Auch die Feucht-Fröhlichen Neustadter (FFN) haben wieder ihr Doppelhäuschen mit Terrasse zum Saalbau hin aufgeschlagen. Nicht nur, weil sie der Tradition verpflichtet seien, so Präsident Helmut Schuster, sondern weil es den FFN Freude mache, Fremde und Einheimische mit Pfälzer Weinen und Spezialitäten zu verwöhnen, sagte er am Freitagabend beim "Vorkosterabend" für die Fördermitglieder und Freunde der FFN. Neu ist bei der FFN das Feinschmeckerangebot mit einem "Herbstteller" neben den herkömmlichen warmen und kalten Pfalzer Gerichten von Leberknödel bis Saumagen und Hausmacher bis Liptauer, die die Frauen der Aktiven frisch in der Häuschenküche zubereiten. Ausgeschenkt werden ein trockener Riesling und ein Gewürztraminer Kabinett. Geöffnet sind die FFN Häuschen in dieser Woche von heute bis Donnerstag ab 17 Uhr, am Freitag und Samstag ab 16 Uhr und am Sonntag ab 14 Uhr. In der Woche vom 2. bis 7. Oktober ab 16 Uhr, sonntags ab 11 Uhr.
Zur Eröffnung der diesjährigen "Häuselcher-Saison" hatte auch die Trachtengruppe wieder Freunde, Helfer und Lieferanten zu einer Probe der sechs Ausschankweine eingeladen. Auch in diesem Jahr bietet die Trachtengruppe montags bis donnerstags bereits ab 11 Uhr ein täglich wechselndes Stammessen mit Pfälzer Spezialitäten, an den anderen Tagen sind die Öffnungszeiten denen der anderen Häuschen angepaßt. Eine Besonderheit gibt es am Donnerstag, 5. Oktober. Dann schließt das Haus der Trachtengruppe bereits um 14 Uhr, weil die Trachtengruppe an diesem Tag bei der Wahl und Krönung der Deutschen Weinkönigin mitwirkt. Erstmals können die Gäste der Trachtengruppe zum Preis von neun Mark ein "Weinkarussell" der sechs Ausschankweine probieren, bevor sie sich dann für "ihren" Schoppen entscheiden. Wer die Festschrift zum 45Jährigen Jubiläum der Trachtengruppe in diesem Jahr gekauft und aufmerksam gelesen hat, der kann sich mit dem Gutschein in der Festschrift einen kostenlosen Schoppen Neuen Weins abholen.
Die "Singende Elf" überraschte am Freitag abend zu der offiziellen Eröffnung ihres Weinhäuselchens in ihrem Clubheim im Branchweilerhof die Gäste mit einer kombinierten Bier- und Weinprobe. Zu diesem "Stilbruch" erklärte der Präsident der "Singenden Elf", Heinz Dörr: "Nach 22 Jahren Weinprobe gibt es keinen Wein mehr aus der Region, der nicht bereits verkostet wurde." So sei der Verein mit Unterstützung der Firma Landes auf die Idee gekommen, zur Abwechslung auch einmal eine Bierprobe mit anzubieten. (gif/awk/krl/gik)


Bereits in den Abendstunden des Samstag haben die Weinhäuschen unzählige Besucher angelockt.

Quelle: Rheinpfalz vom 26.09.1995
Foto: Bernd Franck


FFN mit schwungvollem Auftakt


Beim Anstich des "Neuen" hatte der Zapfhahn zunächst Ladehemmungen. Mit vereinten Kräften jedoch gelang es Dr. Ressmann, den begehrten Tropfen fließen zu lassen.

"Do is jo nix drin!", beschwerten sich Fördermitglieder und Freunde der Feucht-Fröhlichen-Neustadter, die zum traditionellen "Vorkosten" ins Vereinsheim in die Fröbelstraße gekommen waren. Trotz aller Bemühungen durch Dr. Wolfgang Ressmann hatte das Faß zunächst "Ladehemmung", gab dann den begehrten Tropfen aber doch frei. Bei deftigem Rollbraten und neuem Wein ließ Präsident Helmut Schuster vor 20 Aktiven und 120 passiven Mitgliedern das Vereinsjahr Revue passieren. Von einer Neuerung konnten sich die Anwesenden gleich überzeugen: die umgebaute Küche im Vereinsheim ist inzwischen doppelt so groß und damit besser als bisher für die Bewirtung gerüstet. Während Herbert Schreiber für musikalische Untermalung sorgte, ließen sich's die Gäste schmecken. Beim Weinlesefest hat die FFN wieder ihr Doppelhäuschen mit Terrasse zum Saalbau hin aufgeschlagen. Neben den beliebten Pfälzer Spezialitäten gibt es dieses mal auch als Feinschmeckerangebot eine "Herbstplatte". Als besondere Überraschung hat der FFN, der seit 25 Jahren die partnerschaftlichen Kontakte zu Lincoln pflegt, 450 Lincolner zum Winzerfestumzug am 8. Oktober eingeladen. Nachdem sie schon beim Altstadtfest mitgewirkt haben, sind sie jetzt auch beim Weinlesefest mit von der Partie.
Die FFN-Häuschen im Weindorf sind heute, Donnerstag, ab 17 Uhr, am Freitag und Samstag ab 16 Uhr und am Sonntag ab 14 Uhr geöffnet (in der Woche vom 2. bis 7. Oktober werktags ab 16 Uhr, sonntags ab 11 Uhr).

Quelle: Pfalzblick vom 28.09.1995


In der Pfalz verwurzelt: Majestätische Bäume


Nach guter Tradition pflanzen alle frischen Weinköniginnen in Neustadt in der Siebenpfeifferstraße einen Nußbaum. Seit vielen Jahren haben die Feucht Fröhlichen Neustadter die Patenschaft übernommen und pflegen die Bäume. In jedem Jahr wird die Baumreihe gesäubert und gemulcht.

Quelle: Stadtanzeiger vom 28.09.1995
Foto: Schönig


Feucht-Fröhliche Neustadter öffnen ihr Haisel:

Faßanstich mit Hindernissen


Ein Faßanstich mit kleinen Hindernissen, aber keine Bange: der Neue läuft mittlerweile in Strömen!

Neustadt. (rb) Am Tag vor der offiziellen Öffnung der Weinhäuschen haben sich die Feucht-Fröhlichen-Neustadter in ihrem gemütlich eingerichteten Partnerschaftskeller in der Fröbelstraße versammelt, um den Beginn der fünften Neustadter Jahreszeit gebührend zu feiern.
Bei Zwiebelfleisch und ausgesuchten Weinen hatten die 120 passiven und 20 aktiven Mitglieder sowie zahlreiche geladene Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft Gelegenheit, sich in geselliger Runde auf die bevorstehenden Tage einzustimmen.
FFN-Präsident Helmut Schuster begrüßte die zahlreich erschienen Gäste und ließ in einem kurzen Rückblick das vergangene Jahr mit den vielfältigen Aktivitäten der FFN Revue passieren. Beim anschließenden Anstich des Fasses mit neuem Wein hatte der Neustadter Beigeordnete Dr. Wolfgang Ressmann zunächst kleine technische Probleme, die aber schnell mit Hilfe der erprobten FFN-Mannschaft beseitigt waren. Der Neue wollte anfangs wegen einem verstopften Hahn einfach nicht laufen, was aber bestimmt kein schlechtes Omen für die nächsten 3 Wochen sein soll.
Die FFN, die ihr Weinhaus bereits seit 1959 betreiben, werden ihrer erfolgreichen Tradition treu bleiben und den Gästen gemütliche Stunden in "de Haiselcher" bei Musik, herzhaften Pfälzer Speisen, täglich wechselndem Stammessen und gepflegten Weinen ihrer Mitglieder bieten. Die FFN waren übrigens die ersten, die ein solches Haus zum Weinlesefest eröffneten.
Erstmals wird im FFN-Weinhaus auch ein roter Neuer Wein ausgeschenkt und zwar ein Dornfelder aus dem Diedesfelder Weingut Stephan Hafen. Beim weißen Neuen handelt es sich um einen Hambacher Ortega aus dem Weingut Müller in der Andergasse.
Wie vielerorts bereitet jedoch auch den FFN der Nachwuchs einige Sorgen. Der Verein heißt deshalb junge Männer herzlich willkommen, die aktiv am Vereinsgeschehen teilhaben wollen.
Ganz besonders freut man sich bei den FFN schon auf den Besuch der FFN-Section Lincoln, die mit dem Jumbo-Jet "City of Lincoln" nach Ramstein fliegen und von dort aus mit Bussen die Weiterreise zu ihrem Partnerschaftsverein nach Neustadt und zum Weinlesefest antreten werden.

Quelle: Stadtanzeiger vom 28.09.1995


Haiselcher locken zum weinfrohen Endspurt


Am Wochenende dürfen die Weinhäuselchen vor dem Saalbau mit großem Andrang rechnen.

Quelle: Stadtanzeiger vom 05.10.1995