50 Jahre Neustadts Namen verbreitet

"Feucht-Fröhliche Neustadter" pflegen Kontakt in die Partnerstädte

"Als Hessin müssten sie eigentlich wisse, was Dampnudle sinn?", griff Alfred Schilling in die Diskussion am Frankfurter Flughafen ein. Dort hingen die Frauen der "Feucht-Fröhlichen Neustadter" (FFN) am Abfertigungsschalter fest: Es gab eine hitzige Debatte um das undefinierbare Handgepäck. FFN-Präsident Alfred Schilling packte die beanstandeten Gerätschaften aus, die sich als Pfannen entpuppten. Und ungeduldig, wie er war, setzte er noch eins drauf: "Wann sie net voran machen, is die Hef schun uffgange." Danach ging es voran, und die FFN konnten an Bord des Airbus gehen, um im Dezember 1983 auf dem dritten Weihnachtsmarkt in Lincoln "Pälzer Dampnudle mit Woisoß" (palatine dumpling with winecream) zu backen. Solche und ähnliche Aktionen haben die FFN, die Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Brix "die Botschafter Neustadts" nannte, immer wieder erlebt. Heute, 14. Januar, wird der Verein fünfzig Jahre alt.

Sie sind noch immer bei Weinfesten, Veranstaltungen und auf dem "Christmasmarket" in Lincoln vertreten. Sie machen Weinproben in ihrem 1977 eingerichteten FFN-Keller (Fröbelstraße) für die offiziellen Gäste der Stadt, pflegen die Patenschaft für das Unterseeboot U-26 (stationiert in Eckernförde) und packen an, wo sie gebraucht werden - allenfalls ein bisschen leiser. Viele Gründungsmitglieder leben nicht mehr, und die anderen sind in die Jahre gekommen.

"Amme" der Feucht-Fröhlichen Neustadter war der Präsident des Karnevalvereins Neustadt (KVN), Walter Engelmann. Geburtshelfer waren Erich Faber, der zum Präsidenten gewählt wurde, und Hermann Bach, sein Vize. Zur ersten Mannschaft gehörten außerdem bekannte Neustadter wie der Kunstmaler Hans Rolf Peter, Alfred Schilling, der Fahrlehrer Fred Kleemann, Armin Wilde, Hans Bißoir, Carlo Fillibeck, Herbert Schreiber und Hermann Weiß von der Stadtverwaltung. Gut achtzig "Taufpaten" schrieben sich als Fördermitglieder ein. Bei einem Kappenabend in der Winzergenossenschaft stellten sich die FFN am 17. Januar 1953 vor. Geprägt vom Karneval, starteten sie ihre Karriere mit närrischen Veranstaltungen und ernteten Beifallsstürme. Mit ihrem schauspielerischem Talent führten sie das Wolfsburgspiel auf, oder die Geschichte um die Erstürmung des Winzinger Tores, und sie inszenierten Bacchusszenen bei der Wahl- und Krönung der Deutschen Weinköniginnen.

Berühmt waren ihre Festwagen fürs Weinlesefest und für die Fasnachtsumzüge in Mannheim und Ludwigshafen. Es war eine zusammengeschweißte, eingeschworene Mannschaft, die ihre Ideen gekonnt und publikumswirksam umsetze. Sie bauten 1954 ein Schiff der Holland-Amerika Line nach und ließen es vor dem "Stapellauf" von einem echten Kapitän taufen. Sie bauten einen Weinpanzer und einen Weintanker, eine Weinrakete und einen Reblaus-Hubschrauber mit "Weinflaschenschwanz". Auf einem Wagen drehte sich die Weltkugel, nach dem Motto "in Neustadt wird die Weltachs g'schmiert".

Motor war von 1955 an der junge dynamische Präsident Alfred Schilling als Nachfolger von Hermann Bach, der sich aus beruflichen Gründen aus der vordersten Front zurückzog, aber nach wie vor mitwirkte und mit spitzer Feder Texte schrieb. Seit 1990 ist Helmut Schuster Präsident der FFN. Der bisher reine Männerclub öffnete sich ab 2002 auch für Frauen.
Der Verein hat 52 aktive und die gleiche Zahl Fördermitglieder. Hinzu kommen Freunde und Gönner, die "Neustadts Botschaftern" unter die Arme greifen. Nachwuchssorgen oder Probleme, ihr Doppelwinzerhaus beim Weinlesefest zu besetzen, haben sie "zum Glück" so gut wie keine, sagt Schuster.

Die FFN erweckten mit einem ersten Winzerhaus 1959 die alte Tradition des Weindorfes am Bahnhofsvorplatz wieder zum Leben, machten dabei rund 3500 Mark Schulden und handelten sich beim Bau eine Anzeige wegen Störung des Feiertagesfriedens ein.

1972 legten sie einen Weinberg hinter der Kathedrale von Lincoln an, wo sie immer wieder mit einer Ausschankstelle und längst auch mit einer eigenen Sektion vertreten sind. Seit 1995 gibt es ein festes Haus des Weines in Lincoln. 1978 waren sie bei der Taufe eines Lufthansa-Airbus auf den Namen Neustadt an der Weinstraße sozusagen die Paten.

Aus Anlass ihres Jubiläums wollen sie wieder einen Festwagen und eine Fußgruppe für den Winzerumzug bauen. Und sie wollen wie in den Vorjahren Erlöse aus ihren Aktionen und bei Veranstaltungen spenden. Im Oktober 2002 finanzierten sie mit 70.000 Pfund (rund 64.000 Euro) die Einrichtung für das St. Barnabas-Hospitz in Lincoln. In diesem Jahr soll eine Neustadter soziale Einrichtung eine Spende erhalten. (awk)


JUBILÄUMSFEIER


- 14. Januar, 19.30 Uhr, FFN-Keller (für Mitglieder und geladene Gäste)
- 19. Juni, Weinprobe mit der Sektion Lincoln.
- 20. Juni, 16 Uhr, Winzergenossenschaft Meckenheim in Mussbach.
- 21 Juni, großer Festakt im Sektschloss Wachenheim.

Beitrag der FFN zum kalten Krieg: Der Weinpanzer in den fünfziger
Jahren war ein echter Beitrag zur Abrüstung. -Fotos (2) Archiv AWK

Die FFN als Schulklasse bei der KVN-Prunksitzung 1962.

Quelle: Rheinpfalz vom 14.1.2003


Botschafter der Stadt

 

Der Verein "Feucht-Fröhliche Neustadter" ist aus dem Jung-Elferrat im Karnevalverein 1840 Neustadt hervorgegangen. DIE RHEINPFALZ hat sich mit dem ersten FFN-Präsidenten Hermann Bach unterhalten, wie es dazu kam.


Hermann Bach

Herr Bach, warum hat sich der Jung-Elferrat des KVN damals auf eigene Füße gestellt?

"Wir hatten neue Ideen, die wir umsetzen wollten und nicht umsetzen durften. Vielleicht war auch etwas Eifersucht im Spiel."

Wie kam es zu dem Namen Feucht-Fröhliche Neustadter?

"Aus zehn Namensvorschlägen blieben Weinkiste, Reblaus und Feucht-Fröhliche Neustadter übrig. Die 11 Gründungsmitglieder stimmten mehrheitlich für FFN."

Wie stellten sich die FFN der Öffentlichkeit vor?

"Am 17. Januar 1953 stellten wir uns bei einem Kappenabend in den ausverkauften Räumen der Winzergenossenschaft vor. Die Bevölkerung wusste, dass dort Neustadts bekannteste Stimmungskanone, Heinz Baldauf, auftrat. Und der Heinz war einer unserer Gründungsmitglieder".

Wie ging es weiter?

"Wir wurden von vielen Vereinen zum Mitwirken engagiert und haben eigene Kappenabende in der Hofburg Waldmannsburg und Fasnachtsdienstage im Hauptquartier Bayerische Hiesl veranstaltet. Viele Jahre haben wir den KVN-Prinzen, mal auf einem Elefanten, mal mit einer Gondel, durch den Saalbau auf die Bühne geleitet.

Die FFN hat aber nicht nur Narretei gemacht?

"Wir haben bei allen möglichen Festen, wie bei den Krönungen der Deutschen Weinköniginnen, bei Winzerumzügen, dem Weihnachtsmarkt und Weinproben in Lincoln und anderen Partnerstädten mitgewirkt. Wir waren Gesandte der Stadt Neustadt."

Warum haben sich FFN aus der Narretei zurückgezogen?

"Die FFN will kein zweiter Karnevalverein in Neustadt sein. Wir sehen unsere Aufgabe darin, bei Festen mitzuwirken, bei Veranstaltungen präsent zu sein und Gäste zu bewirten. (awk/Foto: awk)

Quelle: Rheinpfalz vom 14.1.2003


FFN ehrt fünf Gründungsmitglieder

Bei der kleinen Jubiläumsfeier der Feucht-Fröhlichen Neustadter (FFN) am Dienstagabend im FFN-Partnerschaftskeller würdigte der Präsident Helmut Schuster das Wirken der Gründungsmitglieder Hermann Bach und Erich Faber sowie der abwesenden Karl-Heinz Braun, Willi Klein und Helmut Zinkgraf. Die fünf Männer haben mit sechs anderen Jungelferräten aus dem Karnevalverein Neustadt (KVN) am 14. Januar 1953 den Verein FFN aus der Taufe gehoben (wir berichteten am Dienstag). Schuster dankte ihnen mit Bildern vom Doppelweinhäuschen der FFN aus dem Jahr 1990, die der Neustadter Kunstmaler Hans Rolf Peter geschaffen hat. (awk)

Quelle: Rheinpfalz vom 16.1.2003


Empfang zum Auftakt ins Jubiläums-Jahr

50 Jahre "Feucht-Fröhliche Neustadter"


FFN-Präsident Helmut Schuster ehrte die beiden Gründungsmitglieder Erich Faber (erster Präsident) und Hermann Bach (langjähriger Vize) mit je einem Bild des FFN-Weinhäuschens, rechts „Stimmungskanone" Herbert Schreiber, ebenfalls ein Mann der ersten Stunde.

Neustadt. (hs) Auf den Tag fünfzig Jahre nachdem die „Feucht-Fröhlichen Neustadter" (FFN) ihren neu gegründeten Verein aus der Taufe gehoben hatten, feierten die FFNler am 14. Januar im Rahmen eines Neujahrsempfangs für Mitglieder und geladene Gäste im FFN-Partnerschaftskeller ihr 50-jähriges Jubiläum - wohlgemerkt den Namenstag, nicht den Geburtstag, denn schon deutlich vor 1953 trugen sich Mitglieder des „Jungelferrates" im Karnevalverein Neustadt mit der Absicht, den Mutterschoß KVN zu verlassen und sich ein Betätigungsfeld zu suchen, das nicht ausschließlich auf den Karneval begrenzt sein sollte. FFN-Präsident Helmut Schuster ließ die Vereinsgründung Revue passieren und hob die besondere Rolle der anwesenden Gründungsmitglieder Erich Faber (erster Präsident) und Hermann Bach (langjähriger Vize) hervor denen er als Anerkennung ihrer historischen Leistung je ein Bild vom bekannten FFN-Weinhäuschen überreichte, gemalt von Hans Rolf Peter.
Hermann Bach schilderte die Entstehungsgeschichte aus hautnaher eigener Erfahrung: schon 1948/49 fanden sich etliche junge Männer um die 20 Jahre zusammen, denen der schreckliche Weltkrieg die Jugend gestohlen hatte, die versuchten, das grausame Geschehen zu vergessen oder wenigstens zu verdrängen und natürlich einen enormen Nachholbedarf hatten, auch einige heitere Stunden gemeinsam zu verbringen. Außerdem wollten die elanvollen jungen Männer selbst bestimmen, wo es lang gehen sollte. Seit dieser Zeit gilt bei den FFN das Prinzip, das nicht die Ältesten bestimmen sollen, sondern „diejenigen, die was schaffen - und wenn es die Jüngsten im Verein sind". Die FFN-Akteure bewiesen auch ihr schauspielerisches Talent mit der Aufführung des "Wolfsburg"-Spiels der Erstürmung des Winzinger Tores, inszenierten bacchantische Szenen bei den Wahl- und Krönungsabenden zur Deutschen Weinkönigin im Saalbau und gestalteten Festwagen für den Umzug beim Deutschen Weinlesefest und für die Fasnachtsumzüge in Mannheim/Ludwigshafen. 1959 erweckten die FFN mit ihrem Weinstand die alte Tradition des Weindorfes am Bahnhofsvorplatz wieder zum Leben und sind seither mit ihrem Doppelhaus auf dem Saalbauvorplatz alljährlich beim Deutschen Weinlesefest präsent. Seit Jahren pflegen sie die Patenschaft für das Unterseeboot U-26 (stationiert in Eckernförde). Ein besonderes Anliegen ist die Pflege der völkerverbindenden Freundschaft zur englischen Partnerstadt Lincoln, die auf fruchtbaren Boden fiel: seit mittlerweile dreißig Jahren existiert die Sektion Lincoln der FFN, seit etlichen Jahren sind die FFN Neustadt alljährlich beim Weihnachtsmarkt in Lincoln präsent, der sich zu einem der größten in ganz England gemausert hat und neben dem Glühwein auch die "Pälzer Dampnudle mit Woisoß" (Palatine Dumpling with Winecream) im United Kingdom bekannt gemacht hat. Solche und ähnliche Aktivitäten waren der Grund, warum der damalige Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Brix die FFN als beste Botschafter Neustadts bezeichnete. In einem chronologisch geordneten Archiv konnten vor allem jüngere Gäste die Geschichte der FFN anhand von Original-Dokumenten, Fotos, Zeichnungen und natürlich Zeitungs-Auschnitten verfolgen. Seit 1990 ist Helmut Schuster Präsident der FFN. Der bisher reine Männerclub öffnete sich ab 2002 auch für Frauen. Viele Gründungsmitglieder leben nicht mehr und die anderen sind in die Jahre gekommen; aus den Reihen der jungen Aushilfskräfte, die beim Weinlesefest die Gäste im FFN-Haisel bedienen, sind einige als neue Mitglieder „hängen geblieben", weil ihnen die Kameradschaft bei den FFN gefällt, und bringen frisches Blut in die FFN, erläuterte Schuster im Gespräch. Zur ersten Mannschaft in den 50er Jahren gehörte auch Herbert Schreiber, der nichts verlernt hat und in bestens bekannter Manier mit Gedichten und Gesangseinlangen für fröhliche Stimmung im FFN-Keller sorgte.
Der Empfang war freilich nur der Auftakt für die Festveranstaltungen, mit der Verein FFN sein 50-jähriges Bestehen mit der Öffentlichkeit begehen will: am Donnerstag, 19. Juni, (Feiertag Fronleichnam) findet eine Weinprobe mit der Sektion Lincoln statt (vorgesehen im Rathaus-Innenhof, bei schlechtem Wetter im FFN-Keller), am 20. Juni, ab 16 Uhr steigt ein zünftiger Grillnachmittag/Barbecue bei der Winzergenossenschaft Meckenheim in Mußbach, am Samstag, 21. Juni findet der feierliche Festakt statt im Sektschloß Wachenheim.

Quelle: Stadtanzeiger vom 23.01.2003
Foto: Schönig


Big changes for Lincoln FFN

He has been one of the brains behind Lincoln Christmas Market... He helped found Lincoln FFN which has raised more money than any other city organisation for charity in the last 30 years...

And he is probably as well known in our German twin town of Neustadt as he is in Lincoln.

But now Ray Crownshaw has decided the time has come to step down as president of the FFN and he has been succeeded by the man who was once one of the best-known officers on Lincoln City Council, Robin Rushton.

Robin, who went from mayor's secretary and publicity officer to tourism and recreation manager, has been the long-serving business manager for the FFN.

Ray will continue to play an active part in the FFN, although he won't be quite so busy at Lincoln Christmas Market in future.

He has been the Christmas market stalls organiser since 1991 and in that time he has seen the number of stalls grow from 70 to 274.

Although the FFN will still have an interest in the market, it will be as a stallholder and not as joint organiser.

Ray and Robin tell me the local authority asked the FFN to provide a higher insurance cover for the event, but members felt they were unable to make such a commitment.

"We are a club and not a business," they explain. "So the city council is taking over responsibility for the whole thing. The club finds it extremely sad, having been involved since day one, but we shall be just like any other stallholder in future."

John Armitage, who has looked after the fairground section at the market ever since it started, tells me: "Ray has always been a pleasure to work with and we have always had an excellent working relationship. We are going to miss him."

Ray and Robin have both played major roles in the FFN from the start, which came just a few months after the twinning link was set up.

After visiting Neustadt in the early days, Robin and Ray agreed it would be great if a Lincoln equivalent to Neustadt's FFN could be established.

"Seven of us were in the Ferry Boat at Washingborough one night and we decided to form the Lincoln FFN," they recall. "We started by putting £3 into a kitty and since then we have managed to raise just under £500,000 for charity. Last year alone we gave £70,000 to the city hospice appeal."

The FFN's aim has always been to raise money for charity and to help other organisations with their fund-raising.

Now, with more time to spare after the end of their involvement with organising the Christmas Market, members are looking at ways of diversifying by providing wine bars at fetes and galas and wine tastings.

Quelle: Lincolnshire Echo, 22 May 2003


Feucht-Fröhliche Neustadter nehmen auch Frauen auf

„Etwa 170 Mitglieder haben die Feucht-Fröhlichen Neustadter zur Zeit", stellte der Vereinsvorsitzende Helmut Schuster bei der Mitgliederversammlung fest. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr sei unter anderem darauf zurück zu führen, dass der Verein seit 2002 eine neue Satzung habe, die die Mitgliedschaft auch für Frauen und für Jugendliche ab 16 ]ahren ermögliche. Die FFN feiern dieses Jahr ihr 50. Vereinsjubiläum. Die Feierlichkeiten finden vom 19. bis zum 23. Juni statt, in dieser Zeit ist der englische Partnerverein, die FFN Sektion Lincoln, in Neustadt zu Gast. Die Mitglieder der FFN beschlossen zudem, in Zukunft wieder verstärkt gemeinnützige Projekte zu unterstützen. Der Verein will ein spezielles Gremium einsetzen, das sich um dieses Thema kümmert. (kda)

Quelle: Rheinpfalz vom 27.5.2003


Feucht-Fröhliche Neustadter feiern 50-jähriges Jubiläum mit Freunden aus Lincoln

FFN tragende Säulen der deutsch-englischen Partnerschaft


Im stilvollen Ambiente des Parks beim Sekt-Schloss Wachenheim überreichten die englischen Gäste den Feucht-Fröhlichen Neustadtern zum Jubiläum einen Gedenkstein zur Erinnerung, der aus dem gleichen hochwertigen Gestein wie die Lincolner Kathedrale gestaltet wurde und belegt, daß die deutsch-englische Partnerschaft eine runde Sache ist.

Neustadt/Wachenheim. (hs) Fünfzig Jahre FFN-Geschichte sind nicht nur ein Thema zum Erinnern, sondern erst recht zum Feiern, war sich das Präsidium der Feucht-Fröhlichen Neustadter (FFN) einig und veranstaltete deshalb am vergangenen Wochenende ein großes FFN-Fest. Nach dem Neujahrsempfang Anfang Januar für Mitglieder und geladene Gäste zum Auftakt ins Jubel-Jahr (der STADTANZEIGER berichtete ausführlich) wurde nun drei Tage lang mit den Freunden von der vor über dreißig Jahren gegründeten FFN-Sektion Lincoln und einer Abordnung des U-Bootes U 26 (stationiert in Eckernförde), mit dem seit eine Patenschaft besteht, kräftig gefeiert. Nach dem Abholen der englischen Gäste vom Flughafen Hahn wurden im FFN-Partnerschaftskeller beim gemeinsamen Abendessen alte Freundschaften gepflegt und Erinnerungen aufgefrischt. Am Freitag gab es in der Winzergenossenschaft Meckenheim in Mußbach einen zünftigen Pfälzer Nachmittag mit Kaffee und Kuchen und später Spanferkel. Höhepunkt des Jubiläumswochenendes war der Festabend im Sekt-Schloss Wachenheim. Nach einem „prickelnden" Empfang im herrlichen Park des stilvollen Anwesens und der Möglichkeit zu Kellerführungen in Deutsch oder Englisch überreichten die Gäste von der Insel den FFN als Gastgeschenk einen kreisrunden Erinnerungs-Gedenkstein, geschaffen aus dem gleichen hochwertigen Gestein wie die Lincolner Kathedrale und gestaltet von einem der besten Steinmetze Englands. Der Stein werde Jahrhunderte überleben wie hoffentlich auch die deutsch-englische Partnerschaft der FFN, kommentierten die Stifter. Danach wurde zum Festbankett gebeten mit erlesenen Speisen und edlen Tropfen aus den gut bestückten Kellern des Schlosses.
Für einen ansprechenden musikalischen Rahmen sorgten die „Stuttgarter Saloniker" um Patrick Siben aus Deidesheim, die mit einem vielseitigen Repertoire von hochkarätiger Klassik bis zu schwungvoller Volksmusik (mit spontanen Text-Umdichtungen) einhellige Begeisterung bei den Gästen entfachten und mit viel Beifall bedacht wurden. Nach der Begrüßung durch den FFN-Vorsitzenden Helmut Schuster würdigte Neustadts Oberbürgermeister Hans Georg Löffler die FFN als „Botschafter des Pfälzer Weines" und dankte für die Förderung der Weinkultur über ein halbes Jahrhundert hinweg: „Was wäre das Deutsche Weinlesefest ohne die Haiselcher, die nach dem Krieg auf Initiative der FFN wieder entstanden", lobte der OB. Er bezeichnete die FFN als tragende Säule der deutsch-englischen Partnerschaft, die mit ihren vielen persönlichen Begegnungen beispielhaft zur Völkerverständigung beitrage. In drei Etappen gab FFN-Vize Werner Maas einen Rückblick über die fünfzig Jahre Vereinsgeschichte mit vielen Höhepunkten wie dem Anlegen eines Weinberges hinter der Kathedrale von Lincoln im Jahr 1972. Als weitere solche Glanzlichter werden ohne Zweifel die Auszeichnungen zweier „Pioniere" in die Annalen der FFN dieseits und jenseits des Kanals eingehen: Ray Crownshaw, auf englischer Seite von Anfang an dabei und zweimal Präsident der Section Lincoln, wurde zum „Internationalen Ehrenpräsidenten der FFN" ernannt.  Der sichtlich gerührte Crownshaw versprach, auch weiter alles zu tun zum Wohl beider FFN. Für seine lebenslangen Verdienste erhielt FFN-Gründungsmitglied Hermann Bach als Erster die neugeschaffene Ehrennadel der FFN in der Edelversion von Goldschmied Thomas Bartz, deren Emblem auch das stilvolle Stielglas (mundgeblasen, von Schott aus Zwiesel) ziert, das alle Gäste zur Erinnerung mit nach Hause nehmen durften. Bis dahin sollte es freilich noch lange dauern: nachdem die Saloniker aus dem Stand die fidelen FFN-ler beim Absingen ihrer Vereins-Hymne in Deutsch und Englisch begleitet hatten, spielten sie noch lange spezielle Wunschtitel, ob englische Evergreens oder Shanties für die Jungs von der Waterkant.


Ray Crownshaw (links) wurde zum internationalen Ehrenpräsidenten der FFN ernannt

Die "Stuttgarter Saloniker" zogen alle Register ihres Könnens.

Quelle: Stadtanzeiger vom 26.06.2003
Foto: Schönig


Wenn auf den Tischen getanzt wird

Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der FFN Feier mit der Sektion Lincoln


Fröhliche Gemeinschaft: Sektion Lincoln der FFN.

„To have a good time", ist das Erste, das Tim Hadley augenzwinkernd antwortet, wenn er nach den Zielen der Feucht-Fröhlichen Neustadter (FFN), Sektion Lincoln, gefragt wird. Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Neustadter Vereins findet eine gemeinsame dreitägige Feier statt.
Nein, korrigiert er, das wichtigste sei natürlich, Geld für wohltätige Zwecke zu sammeln, Neustadter Weine bekannt zu machen und die Städtepartnerschaft zu pflegen. Um diese Punkte unter einen Hut zu bringen, bedient sich die FFN, Sektion Lincoln, eines einfachen Mittels: Sie veranstaltet Weinproben. Dabei gibt es laut Hadley klare Vorgaben: Jeweils 18 Leute sitzen am Tisch und haben 12 bis 14 Flaschen Neustadter Wein zur Verkostung. Ganze Flaschen, wie er betont. Während der Probe werde getanzt, zum Teil auch auf den Tischen. Schwierig werde es nur, wenn alle gleichzeitig auf den Tisch wollten.
Vor 31 Jahren wurde die Zweigstelle in England gegründet. Helmut Schuster, Präsident der FFN, weiß, wie es dazu kam: Sie seien mit einem „Haisel" vom Weindorf „drüben gewesen", und die Lincolner hätten gesagt: „Mir hätten a gern so'n Verei". Sprachbarrieren zwischen den befreundeten Mitgliedern gibt es keine, beeindruckend ist der leicht pfalzisch angehauchte Fachwortschatz in Sachen Weinkultur. Die Art und Weise, wie Hadley „Neie Woi" intoniert, würde selbst routinierte Sprachforscher vom Schlage eines Professor Higgins auf einen Urpfälzer tippen lassen.
Dass der Wein nicht nur die FFN-Mitglieder verbindet, zeigt eine Abordnung von Soldaten des in Eckernförde stationierten Unterseebootes U 26 „Neustadt an der Weinstraße", die mit der FFN eine Patenschaft pflegen. Die jungen Männer geben zwar auch an, sich für die geschichtsträchtige Gegend, Land und Leute zu interessieren, aber einer wird präzise: „Die ganze Besatzung besteht aus Bayern, Norddeutschen und Sachsen. Überall ist Bier, hier gibt es guten Wein!"
Vieles haben die befreundeten FFN-Vereine gemeinsam, aber in einem unterscheiden sie sich (noch). Während man laut Schuster in Neustadt früher ein „honoriger Herrenclub" war, ist der Verein jetzt für „Mitglieder beiderlei Geschlechts und Familien" offen. Durch diese Änderung habe ein totaler Generationswechsel stattgefunden. Auch bei der Abordnung aus Lincoln gibt es einige weibliche Wesen, allerdings ausschließlich in begleitender Funktion. Hadleys Frau Ida hat eine knappe Erklärung dafür, warum in Lincoln die Mitgliedschaft Männern vorbehalten ist: „They are old chauvinistic pigs." Der Ehemann dementiert gelassen und meint, es müsse nur jemand einen Antrag auf Änderung der Satzung stellen.
Für Samstag ist ein großer Festakt im Sektschloss Wachenheim geplant.
Dabei sollen auch langjährige Mitglieder geehrt werden. Ray Crownshaw, der seitens der Engländer von Anfang an dabei ist und schon zweimal das Amt des Präsidenten inne hatte, wird zum „internationalen Ehrenpräsidenten der FFN" aufsteigen.
Auch ein Rückblick ist geplant. Dabei spielen Superlative eine entscheidende Rolle: 1972 wurde ein Weinberg hinter der Kathedrale von Lincoln angelegt. „Der nördlichste Weinberg der Welt", wie Schuster weiß. Die Neustadter haben den Weihnachtsmarkt nach Lincoln exportiert. Der sei inzwischen „nachweislich der größte in Europa". In den gut 30 Jahren Partnerschaft wurden in Lincoln 350.000 (in Worten dreihundert-fünfzigtausend) Liter Pfälzer Wein „verprobt". Die gespendeten Er-löse, insgesamt über drei Millionen Pfund, brachten dem Verein mehrere Auszeichnungen als „karitativster Verein Englands". Bei all diesen Rekorden bleibt nur eines zu hoffen: Dass sich der Kater am Sonntagmorgen in Grenzen hält. (taf)

Quelle: Rheinpfalz vom 26.06.2003
Foto: privat


Super-Stimmung mit viel Live-Musik

Die „Haiselcher" sinn uff!

Weinfest mit direktem Bahnanschluß: das Winzerdorf mit den "Haiselcher" befindet sich direkt am Bahnhofsvorplatz in Neustadt (Rummel und Festzelt öffnen am 2. Oktober).   Fotos: Schönig

Neustadt (hs) Endlich ist es so weit: das Deutsche Weinlesefest und damit auch der Erntedank der Winzer beginnt mit der Öffnung der "Haiselscher". Jeden Tag Programm, Musik und Spaß: das Angebot ist einfach kolossal und wer da nicht hingeht, hat echt etwas versäumt. Nach guter Tradition eine Woche vor dem Beginn des Deutschen Weinlesefestes in Neustadt an der Weinstraße öffnen am kommenden Freitag, 26. September, die "Haiselscher" ihre Pforten. Das urig-gemütliche Pfälzer Winzerdorf auf dem Bahnhofsvorplatz vor dem Saalbau mit seinen pittoresken Fachwerk-Fassaden ist dann wieder Treffpunkt für alle Weinfest-Fans aus nah und fern. Zu Neuem Wein und Pfälzer Spezialitäten gibt es wieder ein attraktives Musikprogramm, das für stimmungsvolle Unterhaltung sorgt.
Zum fünften Mal steht die große Show-Bühne von Radio RPR am unteren Ende des kleinen "Dorfplatzes", direkt neben dem Brunnen. Hit-Radio RPR Eins sorgt vom 26. September bis 13. Oktober für Super-Unterhaltung. In Zusammenarbeit mit der Tourist, Kongress und Saalbau GmbH und der Stadt Neustadt stellen die Rundfunkmacher aus Rheinland-Pfalz ein maßgeschneidertes Programm für jung und junggebliebene Gäste auf die Bühne. Bei der Zusammenstellung des Programms legten die Veranstalter, also TKS, Haiselscher-Betreiber und RPR, auf zwei Punkte wert: ein Programm mit Höhepunkten aus der Region und ein Programm mit musikalischen Höhepunkten, die über die Grenzen der Weinstraße hinweg bekannt sind.
Das Programm beginnt am Freitag, 26. September, von 19 bis 23 Uhr mit der beliebten Band "Grand Malör". Am Samstag, 27. September, unterhält von 11.30 bis 13 Uhr der Männergesangverein Unterroth, am Abend heizt Moderator Andy Clormann gemeinsam mit der Band "Peppermint Gang" dem Publikum ein. Am Sonntag, 28. September, stehen von 16 bis 20 Uhr Musik und Gute Laune mit dem "Sommerfest des Schlagers" und den "Riesling-Spatzen" auf dem Programm. Konzertante Blasmusik vom feinsten bietet am Montag, 29. September, von 19 bis 21 Uhr der Musikverein 1968 Königsbach. Am Dienstag, 30. September, spielt von 19 bis 20 Uhr die Band "Beyond Justice", am Mittwoch, 1. Oktober, geben ab 18 Uhr die "Leibniz-Singers" Kostproben ihres Könnens. Am Donnerstag, 2. Oktober, (Vorabend Feiertag "Tag der deutschen Einheit") steigt die offizielle Eröffnung des Deutschen Weinlesefestes; zu Gast bei Moderator Frank Schröder sind die "Grombacher", außerdem werden die drei Kandidatinnen zur Wahl der Pfälzischen Weinkönigin auf der RPR-Bühne den Besuchern vorgestellt. Am Freitag, 3, Oktober, gastiert die "Schloss Wachenheim Sommerparty" mit Frank Schröder in Neustadt; Gäste sind Thomas Rothfuß und "Die Scheunenrocker". Am Samstag, 4. Oktober, spielt ab 19 Uhr bei der "Hit-Radio RPR Eins Party" mit Andy Clormann die Band "Time out". Der Höhepunkt steigt am Sonntag, 5. Oktober von 18 bis 20 Uhr mit dem Tour-Finale der "Schloss Wachenheim Sommerparty"; zu Gast bei Thomas Sauer sind der Praktikant Kunze aus der "Volle Kanne Morning-Show" und die "Tops"; anschließend spielen nach 21 Uhr "Die Drei". Am Montag, 6. Oktober, von 18 bis 20 Uhr präsentieren sich Kinder und Jugend der Trachtengruppe Neustadt, am Dienstag, 7. Oktober, gibt es von 18 bis 20 Uhr Live-Musik mit dem Trio "Abendroth". Am Mittwoch, 8. Oktober, von 19 bis 21 Uhr spielt die Kolpingskapelle Hambach, am Donnerstag, 9. Oktober, von 19 bis 21 Uhr der Feuerwehrmusikzug Hambach, das "Herbstfest des Schlagers" steht am Freitag, 10. Oktober, von 18 bis 23 Uhr auf dem Programm; zu Gast bei Thomas Sauer sind die "Gipfelstürmer" und Pery Sauerhöfer. Am Samstag, 11. Oktober, spielen die "Runaways" live auf der RPR-Bühne, am Sonntag sorgen "Is was" für Stimmung und am Montag, 13. Oktober spielt die Band "Lifestyle" zum großen Finale.
Hit-Radio RPR Eins sendet an den beiden Samstagen 4. und 11. Oktober live aus Neustadt: von 12 bis 14 Uhr heißt es jeweils "Hit-Radio RPR Eins vor Ort"; in den Sendebeiträgen kommen die Veranstalter und interessante Gesprächspartnerinnen zu Wort, dazu gibt es attraktive Gewinnspiele.

Um den Brunnen geht's rund.

Quelle: Stadtanzeiger vom 25.09.2003


FFN-Spendenaktion im Weingut Hellmer

1.000 Euro in Schoppengläser


Spendenübergabe Wie verwandelt man Riesling zu Geld? Die Feucht-Fröhlichen Neustadter kennen das Rezept und überreichten ihre Spenden in Jubiläums-Schoppengläser verpackt.   Foto: privat

Neustadt-Mußbach, (hs) Die Feucht-Fröhlichen Neustadter (FFN), die beim Hoffest im Weingut Hellmer in Mußbach für das leibliche Wohl der Besucher sorgten, luden Vertreter des Fördervereines Grundschule Mußbach, Frau Warzel, des städtischen Kindergartens Schulstraße, Frau Baartz, der Kindertagesstätte Am Stentenwehr, Frau Eisenstein, des Kindergartens St. Johannes, Frau Huber und des Fördervereins Mußbacher Schwimmbad, Herr Fecht ein, um ihnen eine Spende aus dem Erlös des Hoffestes zukommen zu lassen. FFN-Präsident Helmut Schuster und Geschäftsführer Christian Fecht übereichten die Spenden von insgesamt 1000 Euro in Jubiläums-Schoppengläser verpackt, am FFN-Weinhäusel vor dem Saalbau.

Quelle: Stadtanzeiger vom 2.10.2003